Nabu-Präsident in Werlte Wiedervernässung des Theikenmeers "ein Vorzeigeprojekt"

Von Lambert Brand

Meine Nachrichten

Um das Thema Werlte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Präsident des Nabu, Olaf Tschimpke (Mitte), besuchte die Ortsgruppe Werlte/Sögel. Neben der Erkundung des Projektstandes „Theikenmeer“ stand die Ehrung zwei verdienter Vorstandsmitglieder an. Vorsitzender Hermann Brinker (rechts) wurde mit der Ehrendadel in Silber und Volkhard Binner mit der Nadel in Bronze ausgezeichnet. Foto: BrandDer Präsident des Nabu, Olaf Tschimpke (Mitte), besuchte die Ortsgruppe Werlte/Sögel. Neben der Erkundung des Projektstandes „Theikenmeer“ stand die Ehrung zwei verdienter Vorstandsmitglieder an. Vorsitzender Hermann Brinker (rechts) wurde mit der Ehrendadel in Silber und Volkhard Binner mit der Nadel in Bronze ausgezeichnet. Foto: Brand

Werlte. Der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, hat sich ein Bild der Wiedervernässung des Theikenmeers in Werlte gemacht. Zudem wurden Hermann Brinker und Volkhard Binner für erfolgreiche Vorstandsarbeit im Ortsverein Sögel/Werlte geehrt.

„Es ist für uns eine große Ehre und nicht selbstverständlich, dass uns der Präsident des Naturschutzbundes besucht“, sagte der Vorsitzende der Ortsgruppe, Hermann Brinker. Tschimpke, der vom Moorexperten der Nabu-Stiftung, Felix Grützmacher, und dem Naturschutzreferenten Ralf Schulte begleitet wurde, zog nach der Begrüßung gleich seine Gummistiefel an und machte sich gleich ein Bild von den bisherigen Maßnahmen. Er betonte, dass die positive Entwicklung bei der Wiedervernässung und den Pflegemaßnahmen am Theikenmeer "ein Vorzeigeprojekt mit Vorbildfunktion über die Landesgrenzen hinaus" sei.  


Die neuesten Pläne für den Umbaus des Landschaftspflegehofes präsentierten Hermann Brinker (links) und Manfred Neubert (rechts) dem Gast aus Berlin. Foto: Brand


Seit vielen Jahren verfolge er in seinen verschiedenen Funktionen im Nabu den Werdegang am Theikenmeer und sei immer wieder begeistert vom erfolgreichen Verlauf des Projekts. Das sei nicht zuletzt ein Verdienst der Aktivitäten der Ortsgruppe. Neben dem Engagement der örtlichen Naturschützer unter Federführung des Projektleiters Manfred Neubert seien erhebliche finanzielle Mittel erforderlich, die seitens des Nabu, der öffentlichen Hand und auch von Wirtschaftsunternehmen bereitgestellt würden und weiterhin notwendig seien. „Wir müssen den Geldgebern immer wieder vor Ort zeigen, was wir geschaffen haben“, machte Tschimpke deutlich. Die Weiterentwicklung des Theikenmeers sei schließlich "ein Jahrhundertprojekt".

Die Auszeichnung des Vorsitzenden Brinker mit der Ehrennadel in Silber und des Kassenwartes Volkhard Binner mit der Nadel in Bronze sei Anerkennung der örtlichen Arbeit, betonte der Präsident unter dem Beifall der Vorstands- und Projektkollegen Manfred Neubert, Irmgard Neubert, Bernd Meyerrenken, Rolf Grave, Frank Kröger und Friedhelm Lake. Sowohl Brinker als auch Binner blickten auf langjährige Vorstandsarbeit zurück.

Ein aktuelles in Planung befindliches Projekt wurde dem Präsidenten von Manfred Neubert und Hermann Brinker vorgestellt. Der Landschaftspflegehof, der vor 15 Jahren eingeweiht worden war, soll umgestaltet werden. Neben der verstärkten Nutzung für touristische Zwecke soll der Hof ein Naturschutzzentrum werden und in seiner Funktion als Landschaftspflegehof ausgebaut werden. Mit an Bord bei den Planungen seien neben der Stadt Werlte auch der Landkreis Emsland, der Naturpark Hümmling und zahlreiche andere Akteure.

In den weiteren Gesprächen ging Olaf Tschimpke auf die aktuellen Themen des Naturschutzbundes ein wie die Auswirkungen der Energiewende, das Insektensterben und die Folgen der Klimawandels.


Das Torfmoos ist wegen der Trockenheit gelblich geworden, wird sich aber nach Meinung der Experten wieder erholen. Foto: Brand


Während vor allem in der Landwirtschaft die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit und Dürre zum Teil dramatisch seien, blickten die Verantwortlichen des Wiedervernässungsprojektes am Theikenmeer gelassen auf die bisherige und weitere Entwicklung.

Wie Projektleiter Neubert mitteilte, sei der Wasserspiegel des Theikenmeer um rund 40 Zentimeter gesunken. Über das Meer werde die Wasserzufuhr zu den wiedervernässten Poldern geregelt. In diesen eingedeichten Bereichen sei der Wasserstand zurzeit auch niedriger als bei normalen Witterungsverhältnissen, die Oberfläche aber noch weitgehend nass. Problematisch sei eher, wenn zu viel Wasser nachgeführt werde, was man dann ableiten müsse, so Neubert. Die Bedingungen für die Moorbildung seien optimal. „Die Trockenheit hatte somit keine negativen Auswirkungen auf das Theikenmeer“, betonte Neubert.

Außerhalb der Polder konnte der Gast beobachten, dass fast alles grün geblieben ist, das Torfmoos allerdings stellenweise ein gelblich trockenes Bild zeigte. Das sei nicht weiter schlimm, so Binner. Die Pflanze werde sich schnell erholen.

Im Jahr 1959, als eine vergleichbare Dürre wie in diesem Sommer das Land im Griff hatte, standen weite Flächen des damals trockengelegten Theikenmeers in Flammen. Wie der Chronik der Feuerwehr Sögel zu entnehmen ist, konnte die Löschfahrzeugen durch das Meer hindurch fahren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN