Neues Oberflächenzentrum eingeweiht Krone: Klares Bekenntnis zu Standorten im Emsland

Meine Nachrichten

Um das Thema Werlte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Werlte. Mit einem großen Festakt ist am Mittwoch das neue Oberflächenzentrum des Fahrzeugherstellers Krone am Standort Werlte eingeweiht worden. Im Anschluss gab es ein Expertengespräch über die Zukunft der Logistik, an dem auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) teilgenommen hat.

Ein Teil der neuen, 16.500 Quadratmeter großen und 20 Meter hohen Halle war für den Festakt hergerichtet worden. Wie Firmenchef Bernard Krone vor etwa 400 geladenen Gästen mitteilte, habe das Unternehmen mit dem Oberflächenzentrum die höchste Einzelinvestition (40 Millionen Euro) in der 110-jährigen Geschichte der Firma Krone getätigt. Insgesamt seien in den vergangenen acht Jahren 150 Millionen Euro in die Standorte in der Region – vorrangig in Werlte und Spelle – geflossen.

Klares Bekenntnis

„Wir bekennen uns ganz klar zu den Standorten in der Region“, sagte Bernard Krone und betonte, dass das Familienunternehmen „bestens aufgestellt“ sei. Im vergangenen Geschäftsjahr habe man erneut einen Rekord eingestellt. Nach einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2016/17 sei der Umsatz im Jahr 2017/18 nochmals gestiegen auf nun 2,1 Milliarden Euro. Dieser Erfolg fuße nicht zuletzt auf dem Einsatz der Angestellten, die sich laut Krone „durch Fleiß und außerordentliche Loyalität“ auszeichneten.

Weltweit einzigartige Anlage

Im Neubau werden Fahrgestelle für Sattelauflieger tauchlackiert und pulverbeschichtet, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. Man habe in modernste Verfahren mit hoher Automation investiert, so Krone. Die neue Oberflächenversiegelung biete Wertbeständigkeit und für Kunden hohen Investitionsschutz. „Die Inbetriebnahme des neuen Oberflächenzentrums ist ein wichtiger Meilenstein unserer Qualitätsoffensive. Die neue Oberflächenversiegelung ist ,State of the art‘ – eine modernere Anlage gibt es weltweit nicht“, so der Firmenchef, der zudem auf die modernen Umweltschutzgesichtspunkte bei der Produktion hinwies.

Energie wird gespart

Denn die Produktion spare Energie, Ressourcen und mindere den Emissionsausstoß. Unlängst habe die Deutsche Energie-Agentur die Anlage als Leuchtturmprojekt für die energieeffiziente Nutzung der Abwärme ausgezeichnet. Pro Fahrgestell reduziere sich der Kohlendioxidausstoß um mehr als 30 Prozent. Zugleich würden 12,6 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr gespart.

Bundesminister beeindruckt

Zahlen, die auch Bundesverkehrsminister Scheuer beeindruckten. In seiner Ansprache ging er zudem auf die Herausforderungen in der Logistik in Deutschland ein. Er wisse, dass er bei den Spediteuren mit der Maut, die dem Bund im Jahr 7,7 Milliarden Euro einbringe, nicht immer auf Gegenliebe stoße. Doch würden diese Mittel „auf Rekordniveau wieder reinvestiert“, so Scheuer. Neben Instandhaltungsmaßnahmen würde auch auf Forschung und Innovation gesetzt. Im Vergleich müsse Deutschland aber schneller bei der Umsetzung von Projekten sein, so der Minister. Auch für den Einsatz der Lang-Lkw setze er sich ein. „Alle Bundesländer stehen dem positiv gegenüber, außer Berlin“, so Scheuer.

Zukunft der Logistik

In einem abschließenden Expertengespräch, dem „Future Lab“, sprachen neben Krone und Scheuer weitere Logistiker aus Wissenschaft und Praxis über die Zukunft der Transportbranche. Dabei ging es um das autonome Fahren, den dazugehörigen technischen Voraussetzungen oder auch den Fachkräftemangel. In den kommenden Jahren fehlten bis zu 150.000 Fahrer. Einhellige Meinung aller war, den Beruf des Kraftfahrers wieder positiver zu besetzen. Dies könne laut Krone auch über eine gute Infrastruktur erfolgen. Einen kleinen Seitenhieb gab er dem Minister mit und gab zu bedenken, dass Baustellen an der Autobahn auch nachts durchgeführt werden könnten, „und nicht zu Beginn der Ferienzeit“, so Krone. Scheuer hingegen betonte, dass es in Deutschland zahlreiche Nachtbaustellen gebe, aber letztlich nur über die gesprochen würde, die nicht so gut funktionierten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN