Emslandweites Netzwerk geplant Neue Technik soll das Leben im Eigenheim verbessern

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Unternehmer aus verschiedenen Branchen sind beim ersten Netzwerktreffen des Landkreises in Vrees zusammengekommen. Sie wollen sich stärker mit der „unterstützenden Haustechnik“ befassen und diese auch den Bürgern nahebringen. Foto: Mirco MoormannUnternehmer aus verschiedenen Branchen sind beim ersten Netzwerktreffen des Landkreises in Vrees zusammengekommen. Sie wollen sich stärker mit der „unterstützenden Haustechnik“ befassen und diese auch den Bürgern nahebringen. Foto: Mirco Moormann

Vrees. Um Menschen auch im höheren Alter das Leben im Eigenheim zu ermöglichen, plant der Landkreis Emsland das Unternehmernetzwerk „Wohnen mit Zukunft“.

Bei einem ersten Treffen in Vrees sind Unternehmer der Bereiche Gebäudeausrüstung, Sanitär, Heizung, IT, Küchen- und Möbelbau und Elektrotechnik zusammengekommen. Gemeinsam mit dem Landkreis soll im Rahmen des Interreg-Projektes „Vitale Regionen“ erarbeitet werden, wie sich die Unternehmer auf dem Gebiet der „unterstützenden Haustechnik“ besser aufstellen können.

Michael Steffens, zuständiger Dezernent beim Landkreis, erklärt: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem Wunsch vieler älterer Menschen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, ist es notwendig, ein entsprechendes Wohnumfeld zu schaffen, das im Alltag durch spezielle Elektronik und Technik unterstützt sowie komfortabel gestaltet ist.“

Neue Wohnungen in Vrees

Einen Einblick in moderne Seniorenwohnungen konnten die Teilnehmer in Vrees erhalten. Die Gemeinde hat im Ortskern ein Gebäude errichtet, in dem sich fünf seniorengerechte Wohnungen zur Vermietung befinden. Wie Bürgermeister Heribert Kleene erläutert, gibt es in diesen Wohnungen neben der Barrierefreiheit und automatischer Tür- und Jalousienöffner weitere Hilfen. Dazu zählt er einen Sensor, der bemerkt, wenn jemand gestützt ist und sich eine gewisse Zeit nicht mehr bewegt. Dann wird ein Alarm ausgelöst, dessen Signal an Mitarbeiter im benachbarten Gemeindebüro geht – und dann nach dem Rechten geschaut werden kann. Ebenfalls elektronisch gesteuert wird die Medikamentenausgabe. Auch hier gibt es einen Alarm, falls ein Bewohner seine Medikamtene nicht genommen hat.

Neue Kommunikationsmöglichkeiten

In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Phillips wird eine Technik installiert, die die Kommunikation der Bewohner mit der Außenwelt erleichtern soll. So könne man sich in Zukunft vorstellen, so Kleene, dass die Bewohner mithilfe eines Tabletcomputers mit einfachen und großen Touch-Symbolen Kontakt zum Arzt, zum Lebensmittelhändler oder den Familienangehörigen aufnehmen kann. In der Küche etwa sind Wandschränke und Arbeitsplatten höhenverstellbar. Da laut Kleene noch nicht alle Wohnungen vermietet sind, könne er sich auch vorstellen, eine Wohnung abwechselnd für einige Wochen an Senioren zur Verfügung zu stellen, um sie zu testen. Weiter teilte der Bürgermeister mit, dass die Wohnungen, die ursprüngliich nur für Vreeser Bürger gedacht waren, nun auch für Senioren anderer Kommunen zur Vermietung zur Verfügung stehen.

Mobile Präsentation möglich

Diese Möglichkeiten, die ein modernes Heim bieten kann, sollen zudem in einem mobilen Präsentationsraum im Kreisgebiet ausgestellt werden. Dieser „Show-to-do-Raum“, der in Form eines Containers entstehen könnte, würde mit zahlreichen dieser Techniken ausgestattet und dann im Kreisgebiet ausgestellt, damit sie vor Ort von den Menschen getestet werden können. „Angesichts der hohen Eigenheimrate und einer deutlich alternden Gesellschaft im Emsland sehen wir hier ein erhöhtes Handlungspotenzial“, so Steffens.

In einem weiteren Treffen wollen die Beteiligten tiefer ins Detail gehen und bereits Bedarfe abfragen, was das Interesse an diesen technischen Möglichkeiten betrifft. Mit dem ersten Treffen zeigte sich Steffens sehr zufrieden, er wies aber darauf hin, dass sich noch weitere Unternehmen am Netzwerk beteiligen können.

Für Informationen stehen Walter Pengemann und Wilfried Gravel vom Landkreis zur Verfügung. Sie sind telefonisch erreichbar unter 05931/441325 (Pengemann) und 05931/444068 (Gravel). Kontakt per E-Mail kann an walter.pengemann@emsland oder wilfried.gravel@emsland.de erfolgen.


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