Gegen Sterben auf dem Mittelmeer Verein aus Werlte beteiligt sich am Aktionstag „Day Orange“

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Werlte. Der Verein „Flüchtlingshilfe auf dem Hümmling“ hat sich an dem bundesweiten Aktionstag „Day Orange“ beteiligt, der sich gegen das massenhafte Sterben von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer einsetzt. An der Aktion auf dem Marktplatz Werlte waren auch Geflüchtete beteiligt, die die gefährliche Fahrt überlebt haben.

Organisiert hat den Tag die Werlterin Jessica Lindholz. Sie war auf den Aufruf der Kampagne „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ aufmerksam geworden, die sich für die Fortsetzung der Seennotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer einsetzt. Die Kampagne selber hatte Aktionen und Proteste in rund 50 Städten in Deutschland organisiert, in Köln beispielsweise auf der Deutzer Rheinbrücke und der Uferpromenade, wo es eine Menschenkette gab. Die Farbe Orange steht dabei symbolisch für die Seenotrettungswesten von Geflüchteten.

In Werlte sollte die Aktion bewusst in kleinem Rahmen bleiben, deshalb hatte Lindholz nicht öffentlich um eine Teilnahme geworben. Allerdings fragte sie bei Gabriela Diekmann und Chris Zankl vom Verein Flüchtlingshilfe auf dem Hümmling an, ob sich der Verein nicht beteiligen möchte. „Da ist sie bei uns natürlich auf offene Ohren gestoßen“, berichtete Zankl im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch die Stadt Werlte sagte zu, dass der Marktplatz der Kommune am Samstag für eine kleine Aktion genutzt werden dürfe.

Drei Geflüchtete vor Ort

Der Verein fragte bei drei Geflüchteten an, die in den vergangenen Monaten von den Ehrenamtlern auf dem Hümmling betreut worden waren und die die beschwerliche Reise über das Mittelmeer überlebt hatten, bevor sie ins Emsland gekommen waren. Die insgesamt acht Aktionstagteilnehmer stellten auf dem Markt eine Blumenschale auf, die mit organgefarbenen Blumen bestückt worden waren. In dieser lagen kleine Papierboote. Neben einem kleinen Holzkreuz, das mit einem organgefarbenen Trauerflor versehen war, lag ein Schild, auf dem stand: „Wir gedenken den mehr als 1400 im Mittelmeer ertrunkenen Kinder, Frauen und Männer.“

„Das Sterben auf dem Mittelmeer muss ein Ende haben. Seenotrettung ist kein Verbrechen“, erklärte Zankl und sprach damit nach eigenem Bekunden auch im Namen der anderen Teilnehmer in Werlte.


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