Baukosten von 3,5 Millionen Euro Wasserverband erhält neues Verwaltungsgebäude in Werlte

Von Mirco Moormann


Werlte. Nach der Erweiterung des Wasserwerkes in Werlte wird nun das Verwaltungsgebäude des Wasserverbandes Hümmling auf neuesten Stand gebracht. 3,5 Millionen Euro werden für Neubau und Sanierung fällig. Derzeit wird ein alter Gebäudeteil bereits abgerissen.

Wie Thomas Rakers, Geschäftsführer des Wasserverbandes, auf Anfrage mitteilt, wurde durch den Ausbau des Wasserwerkes, der von 2014 bis 2017 durchgeführt wurde (wir berichteten), ein Teilbereich des alten Wasserwerkes aus den 1960er-Jahren frei. Das bestehende Verwaltungsgebäude wurde demgegenüber zuletzt Anfang der 1990er-Jahre erweitert.

„Durch die dynamische Entwicklung im Verbandsgebiet ist seit dieser Erweiterung der Wasserbedarf um 50 Prozent gestiegen“, so Rakers. Dementsprechend seien auch die Anlagen und der Aufgabenumfang beim Verband gewachsen. Zusätzlicher Raumbedarf habe sich so gegeben. „Das Verwaltungsgebäude ist während dieser Zeit aber nicht mitgewachsen“, erklärt Rakers weiter. Und so fehle es inzwischen an Räumlichkeiten, was schon dazu geführt hat, dass ein Besprechungsraum provisorisch zu einem Büroraum umfunktioniert werden musste.

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Start für Neubau noch im August

Deshalb werde nach dem Abriss noch in diesem Monat mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen. Dieses soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertiggestellt werden. Die Modernisierung des bestehenden Verwaltungsgebäudes schließt sich 2019/2020 an, sodass Ende 2020 alle Arbeiten abgeschlossen sein sollen. Die Gesamtkosten für alle Maßnahmen mit Außenanlagen und Nebenkosten belaufen sich nach heutigem Kenntnisstand auf rund 3,5 Millionen Euro, so Rakers. Die derzeitige Fläche von 550 Quadratmetern wird durch den Anbau um 600 Quadratmeter vergrößert.

Bei dem Gebäudekomplex links des Eingangsbereiches handelt es sich um das neue Verwaltungsgebäude, der rechte Teil davon zeigt das zur Modernisierung vorgesehene, bestehende Verwaltungsgebäude. Quelle: Wasserverband Hümmling

Auch die energetische und technische Anpassung des bestehenden Verwaltungsgebäudes an den heutigen Standard sowie die Modernisierung von Böden, Decken und Wänden steht nach über 25 Jahren wieder einmal an, so Rakers. Teilbereiche stammten auch hier noch aus den 1960er-Jahren.

Auch für Abwasserrechnung zuständig

Außerdem hat der Verband vor nunmehr fast zwei Jahren die Abwasserabrechnung für einige seiner Mitglieder als zusätzliche Aufgabe übernommen und in diesem Zuge ein Abrechnungssystem angeschafft. Das System ist auch darauf ausgelegt, künftig die Wassergeldabrechnung, die aktuell von der EWE zusammen mit Strom und Gas durchgeführt wird, zum Verband zurückzuholen. Die Kunden werden zu gegebener Zeit hierüber noch ausführlich informiert, berichtet Rakers. Hieraus resultierten weitere Arbeitsplätze mit entsprechendem Platzbedarf.

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Zur Erweiterung der Verwaltung soll der aus dem Ausbau des Wasserwerkes resultierende freigewordene Teil genutzt werden. Da ein Umbau dieses ehemals technisch genutzten Gebäudes unwirtschaftlich ist, wird dieser Teil abgebrochen. Der Keller soll erhalten bleiben. Darauf wird im Anschluss dann ein modernes zweigeschossiges Bürogebäude entstehen, das das vorhandene Verwaltungsgebäude mit dem Wasserwerk verbinden wird.

Mit Photovoltaikanlage

Dieses Gebäude wird auf dem Dach auch eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromproduktion erhalten, denn der Verband ist energiezertifiziert nach der DIN und verbessert stets seinen spezifischen Energieverbrauch, was laut Rakers allen Kunden zugutekomme. Das neue Gebäude wird entsprechend der Energieeinsparverordnung mit dem KFW-Standard 55 ausgebaut.

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Sobald dieses Gebäude fertiggestellt ist, wird die Verwaltung dort provisorisch einziehen, damit das bestehende Verwaltungsgebäude frei wird, entkernt und modernisiert werden kann. Die Verwaltung erhält mit den Baumaßnahmen auch einen neuen Eingangsbereich zwischen diesen beiden Gebäuden. Wenn auch im vorhandenen Gebäude die Arbeiten abgeschlossen sind, werden alle Räumlichkeiten ihrer geplanten Nutzung entsprechend in Betrieb genommen.

Gesamtinvestition von zehn Millionen Euro

Nach dem Abschluss der Arbeiten Ende 2020 sind die größten Investitionen vorerst vom Tisch. Zusammen mit der Erweiterung des Wasserwerks, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde und 6,5 Millionen Euro gekostet hat, wurden insgesamt zehn Millionen Euro in Werlte verbaut.


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