Weiterbetrieb möglich Entscheidung über Munitionslager Lorup fällt im September

Von Mirco Moormann

Über den aktuellen Stand der Prüfung des Munitionslagers Lorup hat Gitta Connemann mit (vorne von links) Klaus Steinl und Peter Hauck berichtet. Foto: Mirco MoormannÜber den aktuellen Stand der Prüfung des Munitionslagers Lorup hat Gitta Connemann mit (vorne von links) Klaus Steinl und Peter Hauck berichtet. Foto: Mirco Moormann

Lorup. Eigentlich wollte das Bundesverteidigungsministerium erst Mitte des kommenden Jahres über die Schließung oder den Weiterbetrieb des Bundeswehr-Munitionslagers in Lorup entscheiden. Nun wird dies schon Ende September erfolgen.

Das teilte die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann bei einem Besuch im Munitionslager am Dienstag mit. Im Zuge der Neustrukturierung der Bundeswehr sei die Entscheidung gefallen, dass das Lager geschlossen werden soll. Und schon davor habe es „viel Auf und Ab“ gegeben, was den Erhalt des Lagers angehe. Nun stehe das Lager aufgrund der Änderung der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen wieder zur Disposition.

„Die Dauer der Entscheidung war jedoch nicht akzeptabel“, so Connemann, die das Gespräch mit dem Verteidigungsministerium gesucht habe. Gemeinsam mit dem zuständigen Staatssekretär Gerd Hoofe habe man sich darauf einigen können, schon zum Ende des dritten Quartals 2018 eine Entscheidung herbeizuführen, sagte Connemann. Auch mit Blick auf die Angestellten sei diese Entscheidung wichtig.

Dass das Lager im Fall einer Reaktivierung sofort wieder einsatzfähig wäre, das bestätigte der Kommandant Klaus Steinl, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Leer, welches seit etwa einem Jahr die Liegenschaft übernommen hat. Ursprünglich war das Dienstleistungszentrum dafür auserkoren, die Schließung bis zum Ende des Jahres 2018 vorzubereiten. Derzeit laufe die sogeannten Stillstandswartung. Der Betrieb könne aber jeder zeit wieder aufgenommen werden, so Steinl: „Das Licht kann jederzeit wieder eingeschaltet werden.“

Dies bestätigte auch Peter Hauck, Leiter des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit Sitz in Hannover. Alle Bauwerke auf dem gut 70 Hektar großen Gelände befänden sich „in einem Top-Zustand“, so Hauck. Womöglich seien bei einer Reaktivierung noch kleinere Umbaumaßnahmen nötig, grundsätzlich sei das Gelände aber einsatzbereit. Geklärt werden müsse dann zudem, wer Nutzer wird und welche Munition gelagert werden soll. Dies werde dann vom Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt geplant.

Froh über diese Entwicklung zeigten sich auch Lorups Bürgermeister Wilhelm Helmer und Werltes Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe. Helmer betonte, dass er sich über den vorgezogenen Termin der Entscheidung freue. Mit einer „Hängepartie“ könne man nicht leben, ebenso wenig wie „mit einer Ruine im Wald“, so Helmer.

Zahlreiche Gespräche mit möglichen Nachnutzern habe man geführt, aber bislang sei noch kein geeignetes Konzept auf den Tisch gekommen. Kewe zeigte sich zuversichtlich, dass im September eine positive Entscheidung fallen könne. Etwas besseres als eine Nutzung durch die Bundeswehr könne man sich nicht wünschen, so der Verwaltungschef – die Pläne für eine zivile Nachnutzung würden aber deshalb nicht begraben. Genehmigungstechnisch sei dies aber schwierig, sagte Kewe weiter, der Connemann für die Unterstützung seit Bekanntwerden der Schließungspläne des Bundes dankte.

Im Munitionslager Lorup sind derzeit noch drei zivile Angestellte der Bundeswehr, elf private Sicherheitsleute mit vier Hunden tätig. Die Verträge mit dem Sicherheitspersonal, so wurde es im Gespräch weiter deutlich, werden ebenfalls für zwei Jahre verlängert. Zu Hochzeiten in den 1980er-Jahren, als der Standort noch den Status eines Munitionsdepots hatte, waren bis zu 160 Personen in Lorup tätig. Die Patriot-Abwehrraketen, die bis vor zwei Jahren dort eingelagert waren, befinden sich derzeit in einem Munitionslager in Seltz (Mecklenburg-Vorpommern).


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