22 neue Zimmer und Konferenzraum African-Sky-Hotel in Werlte wird für Millionenbetrag erweitert

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Werlte. Gut zehn Jahre nach der Eröffnung an der Harrenstätter Straße wird das African-Sky-Hotel für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag erweitert.

Seit Mitte Juni rollen im hinteren Bereich des Grundstücks, das bereits beim Bezug des Hotels im Jahr 2008 als Erweiterungsfläche vorgesehen war, die Bagger. Hotelchef Mark Finke, der mit seiner Ehefrau Sarah van Helt seit inzwischen zehn Jahren das Gästehaus betreibt, rechnet mit einer Fertigstellung im Januar 2019. Das auf Geschäftsreisende spezialisierte Hotel sei nicht zuletzt wegen der florierenden Wirtschaft in der Stadt Werlte und der engen Kooperation mit dem Fahrzeugwerk Krone zuletzt immer mehr an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, verdeutlichte Finke im Gespräch mit unserer Redaktion.

Daher wird das African-Sky-Hotel nun um insgesamt 1200 Quadratmeter erweitert. In dem zweigeschossigen Gebäude, auf denen jeweils etwa 600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, werden 22 Zimmer sowie ein größerer Tagungsraum untergebracht, der im jetzigen Haus fehlt. Die Betreiber haben sich bewusst gegen eine Aufstockung des Bestandsgebäudes oder einen Anbau entschieden, um dessen Flair zu erhalten. „Eigentlich wollten wir bereits vor zwei Jahren mit dem Neubau beginnen“, sagt der 34-jährige Direktor, der gelernter Koch ist, aber auch Tourismusmanagement und Betriebswirtschaft studiert hat. Doch dann kündigte sich zum zweiten Mal Nachwuchs im Hause Finke/van Helt an und die Eheleute entschieden sich, den Start des Projektes noch einmal aufzuschieben.

So wird der Neubau des African-Sky-Hotels aussehen. Er entsteht auf einem Grundstück hinter dem jetzigen Parkplatz, der bereits bei der Eröffnung des Haupthauses im Jahr 2008 als Erweiterungsfläche vorgesehen war. Grafik: Architekturbüro Kieselhorst Werlte

Englischer Kolonialstil und afrikanische Einflüsse

Ähnlich wie im Haupthaus soll der Neubau optisch im englischen Kolonialstil daherkommen, dazu wird wie im Haupthaus im Eingangsbereich eine große Freitreppe gehören. Bei den Tapeten, den Stoffen und der Dekoration wird es viele afrikanische Einflüsse geben, kündigt Mark Finke an. Viele der Wandgemälde, Holzskulpturen oder Flechtkunstwerke im Haupthaus sind Originale aus afrikanischen Ländern. Sie wurden von Mark Finke und Sarah van Helt, die bis 2008 selber in Pretoria in Südafrika gelebt haben, teils selber ins Emsland gebracht, einige wurden über Lieferanten bezogen.

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Das soll sich beim Neubau nicht ändern. Dort sollen allerdings die Hotelzimmer mit jeweils etwa 30 Quadratmetern etwas geräumiger werden, was auch für die Badezimmer gilt. Geplant ist, im Neubau vornehmlich Langzeit- und Stammgäste unterzubringen, während im Haupthaus Gäste mit kürzeren Aufenthalten übernachten sollen. Unverändert bleibt das Restaurant Simola, das unter anderem Strauß- und Krokodilfleisch, aber auch europäische Gerichte auf der Speisekarte hat. Es wird künftig lediglich zwischen den beiden Hoteltrakten liegen. In der dortigen Küche arbeitet im übrigen Ralf Finke, der Bruder des Hoteldirektors und passionierter Rugbyspieler bei Sparta Werlte.

Vater Franz van Helt gebürtiger Werlter

Das Hotel in Werlte gehört zur African-Sky-Hotelgruppe mit Sitz in Pretoria in Südafrika, hinter dem Franz van Helt, Vater von Sarah van Helt, steht. Franz van Helt ist gebürtiger Werlter, der gelernte Koch und Hotelfachwirt wanderte Mitte der 1970er Jahre nach Südafrika aus und baute dort seit Anfang der 1990er Jahre die Hotelgruppe auf, zu der derzeit fünf African-Sky-Hotels mit rund 600 Betten und 350 Angestellten. Den Kontakt ins Emsland ließ Franz van Helt aber nie abreißen und wagte 2007, das Konzept seiner Häuser in Südafrika nach Werlte zu übertragen. Den laufenden Betrieb übernahmen nach der Eröffnung 2008 seine Tochter und sein Schwiegersohn, die dafür das Leben am Rande des Krüger Nationalparks aufgaben und nach Werlte zogen. „Franz steht uns noch immer mit Rat und Tat zur Seite, auch jetzt bei der Erweiterung“, wie Mark Finke berichtet.

Wie hoch die Investition der Familie van Helt/Finke sein wird, kann der Hoteldirektor noch gar nicht exakt benennen, weil noch nicht alle Aufträge erteilt beziehungsweise Dekorationsartikel besorgt sind. Die Millionengrenze werde sie jedenfalls überschreiten, so Finke.


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