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24.06.2018, 11:28 Uhr KOMMENTAR

Zu Forderung der Therapeuten: Gunst der Stunde nutzen

Kommentar von Daniel Gonzalez-Tepper

Physiotherapeuten aus ganz Deutschland fordern mit der Aktion „#OhnemeinenPhysiotherapeuten“ umfassende Reformen für ihre Branche. Symbolfoto: Armin Weigel/dpaPhysiotherapeuten aus ganz Deutschland fordern mit der Aktion „#OhnemeinenPhysiotherapeuten“ umfassende Reformen für ihre Branche. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Lorup/Papenburg. Die Physiotherapeutin Heike Hugenberg aus Lorup beteiligt sich an der Aktion „#OhnemeinenPhysiotherapeuten“. Von verschiedenen Seiten werden derzeit in Deutschland Forderungen nach mehr Geld und besseren Rahmenbedingungen wie einer kostenfreien schulischen Ausbildung laut. Ein Kommentar.

Vor wenigen Wochen waren es die Altenpfleger, nun die Physiotherapeuten, auch das Handwerk fordert seit Monaten, die Bedingungen zu verbessern, um mehr Nachwuchs zu bekommen.

Letztlich ist das Suchen der Öffentlichkeit und das Initiieren von Petitionen nichts anderes wie ein Streik bei Arbeitnehmern. Mit dem Unterschied, dass das Niederlegen von Arbeit, wie es Arbeitnehmer tun können, bei selbstständigen Therapeuten nicht so einfach ist, weil weitere Löcher in die ohnehin nicht prall gefüllten Kassen gerissen werden.

Dank der guten Konjunktur und angesichts der Milliarden-Überschüsse der Krankenkassen ist die Lage günstig, um derartige Forderungen durchzusetzen. Wenn die Therapeuten tatsächlich, wie sie sagen, in den vergangenen Jahren bei den Vergütungen durch die Krankenkassen lediglich mit Erhöhungen im Centbereich abgespeist wurden, sei es ihnen gegönnt. Sie sollten dann aber auch bereit sein, bei schlechterer Konjunkturlage bescheidener zu sein.


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