Machbarkeitsstudie für Bauprojekt Betreutes Wohnen in Vrees auf dem Prüfstand

Von Mirco Moormann

Am geplanten Bauprojekt hinter dem Bürgerhaus in Vrees beteiligt sind (von links) Gerd Rieken, Ralph Deitermann, Heribert Kleene, Alfons Schrandt, Ingrid Heineking, Ludger Dierkes, Talke Hinrichs-Fehrendt und Wilhelm Sap. Foto: Mirco MoormannAm geplanten Bauprojekt hinter dem Bürgerhaus in Vrees beteiligt sind (von links) Gerd Rieken, Ralph Deitermann, Heribert Kleene, Alfons Schrandt, Ingrid Heineking, Ludger Dierkes, Talke Hinrichs-Fehrendt und Wilhelm Sap. Foto: Mirco Moormann

Vrees. In der Gemeinde Vrees wird der nächste Baustein des „Alt werden“-Projektes in Angriff genommen. Eine Machbarkeitsstudie für ein weiteres Gebäude, in dem betreutes Wohnen möglich sein soll, ist in Auftrag gegeben worden.

Hinter dem Bürgerhaus, in dessen Umgebung unlängst die neuen Seniorenwohnungen fertiggestellt worden sind, soll das Gebäude mit bis zu elf Wohneinheiten gebaut werden. Genauere Erkenntnisse über den Bedarf, die Finanzierung oder auch die Betreuungsart sollen mithilfe einer Machbarkeitsstudie erlangt werden.

Gebäude mit Multifunktionsräumen

Erstellt wird die Studie vom Planungsbüro „StadtUmLand“ aus Hannover, das den Zuschlag erhalten hat. Geografin Ingrid Heineking erläuterte, dass weder ein Seniorenheim noch klassische Mietwohnungen entstehen sollen. Vielmehr sei ein Gebäude mit einzelnen Wohneinheiten und zusätzlichen Multifunktionsräumen geplant. Dafür seien vorerst aber eine Bedarfsanalyse und eine Strategieentwicklung mit den Menschen vor Ort zu erstellen. Hierfür sei die Mitarbeit der Menschen unerlässlich. Für Interessierte gibt es am Mittwoch, 20. Juni 2018, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus eine Auftaktveranstaltung, auf der über die Planungen informiert werden soll. Bei der Betreuung ist das Projekt auf die Unterstützung der Bürger angewiesen, so Heineking. Deshalb soll es eine öffentliche Ideenwerkstatt zu den Mindestanforderungen und Qualitäten für ein bedarfsgerechtes Angebot für betreutes Wohnen geben. Es soll im Lauf des Jahres weitere Termine geben, eine Exkursion und ein Workshop sind angedacht. Im Frühjahr 2019 könne dann ein Fahrplan für die Umsetzung vorgestellt werden, so Heineking.

Bürger arbeiten mit

Bürgermeister Heribert Kleene ergänzte, dass derzeit in Abstimmung mit dem Arbeitskreis „Alt werden“ ein Verein für die Mitarbeit der Bürger gegründet werden soll. So soll allen Bürgern in Vrees ermöglicht werden, bis an das Lebensende im Ort zu bleiben. Ludger Dierkes vom Arbeitskreis ergänzte, dass es für alte Menschen oftmals sehr schwierig sei, bei einem Umzug ins Heim im hohen Alter noch neue Menschen kennenzulernen. In Vrees blieben die Menschen nun in der gewohnten Umgebung.

Musterbeispiel für andere Kommunen

Überzeugt vom „Alt werden“-Projekt zeigte sich Talke Hinrichs-Fahrendt, Dezernatsleiterin beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg. Auch das jetzt geplante Bauprojekt verfolge einen besonderen Ansatz. Mit der Idee, eine altersgerechte Lebensgestaltung im Dorf zu verwirklichen, gelte das Projekt schon jetzt als Musterbeispiel für viele andere Kommunen, die vor den Problemen des demografischen Wandels stehen, so Hinrichs-Fehrend. Aus diesen Grund sei die Studie, die 50.000 Euro kosten wird, mit knapp 19.000 Euro aus dem Förderprogramm für Demografieprojekte des Landes unterstützt worden.

Förderung aus Leader-Topf

Weitere 25.000 Euro kommen aus Mitteln der Leader-Förderung. Regionalamanager Ralph Deitermann bestätigte, dass die Fördergelder für die Studie gut angelegt seien, auch Wilhelm Sap vom ArL betonte den Vorzeige-Charakter für andere Kommunen, die laut Kleene bereits zahlreich in Vrees vorstellig werden.