Platz für weitere Moorschnucken Zweiter Schafstall entsteht in der Bockholter Dose

Von Heinz Benken


Vrees. Die Hümmlinggemeinde Vrees bekommt einen zweiten Schafstall. Aktuell wird im Naturschutzgebiet (NSG) Bockholter Dose das Bauvorhaben vorangetrieben.

Beauftragt mit der Ausführung wurde die Zimmerei Norrenbrock aus Vrees. Die Gesamtkosten liegen bei rund 122.000 Euro. Im Vorfeld konnten Fördermittel von mehreren Stellen eingeworben werden. „Die Schafe gewährleisten den dauerhaften Erhalt des Naturschutzgebietes,“ betonte Bürgermeister Heribert Kleene (CDU) der bei der Besichtigung der Baustelle. Begleitet wurde er dabei von Ralph Deitermann, Regionalmanager der Lokalen Aktionsgruppe Hümmling (LAG), Wilhelm Sap vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) und Bernhard van der Ahe, Vorsitzender der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Diese beteiligt sich mit 20.000 Euro an den Gesamtkosten. Ein Großteil der Flächen in der Bockholter Dose ist im Besitz des Landkreises.

Schäfer steuert einiges bei

47.000 Euro kommen aus dem europäischen Leader-Programm über die Lokale Aktionsgruppe Hümmling, 20.000 Euro steuert die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung bei und 10.000 Euro übernimmt die Gemeinde Vrees. Ebenfalls mit 10.000 Euro beteiligt sich der Schäfer Hans Heymann, der zudem 15.000 Euro an Eigenleistungen beisteuert. „Das Vorhaben gehört zu den wenigen LAG-Projekten aus dem Handlungsfeld Natur,“ erklärte Deitermann. „Ich freue mich darüber, dass wir es über unsere lokale Aktionsgruppe unterstützen können.“

Tourismus wird belebt

Für die Gemeinde Vrees bedeute der neue Schafstall Bürgermeister Kleene zufolge auch eine weitere Belebung des sanften Tourismus. Die neue Emslandroute wird bald am Naturschutzgebiet entlang führen. Mit einem kleinen Abstecher von der Route könne dann vom neu errichteten Aussichtsturm das Moorgebiet in Augenschein genommen werden. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbildungszentrum in Vrees informiert die Gemeinde mit Hinweisschildern und Infotafeln über das rund 120 Hektar große Naturschutzgebiet.

Herde wird aufgestockt

Mit dem Bau eines zweiten Schafstalls soll die Zahl der weißen hornlosen Moorschnucken auf 350 Muttertiere erhöht werden. Schäfer Heymann übernimmt mit seinen Moorschnucken die Pflege der Naturschutzflächen. Da seine Schafe aber nicht das gesamte Gebiet beweiden könnten, soll die Herde aufgestockt werden. Dies erfordere den Neubau. Der vorhandene Stall wurde vor zwei Jahrzehnten errichtet. Die neue Herberge der Moorschnucken soll nicht nur als Winterquartier und Wetterschutz genutzt werden, sondern auch der Versorgung und Pflege der Schafe dienen und Unterstellmöglichkeiten für Geräte und Maschinen bieten.

1983 unter Schutz gestellt

Das feuchte Dauergrünland in der Bockholter Dose wird unter Berücksichtigung des Vogelschutzes bewirtschaftet und gehört zu den wichtigen Wiesenvogelbrutgebieten im Weser-Ems-Raum. Das Gebiet wurde 1983 unter Schutz gestellt und umfasst einen Hochmoorbereich, der früher ein noch größeres Moorgebiet bildete sowie Birkenwald- und Grünlandflächen. Diese Moorlebensräume wurden durch Handtorfstiche im vergangenen Jahrhundert stark verändert. Durch die heutigen Schutzmaßnahmen sollen die weitgehend erhaltenen Hochmoorheiden geschützt werden. Hier finden sich über Pfeifengrasstadien bis hin zu Moorbirkenwäldern verschiedene Lebensräume eines regenerierenden Hochmoores. Durch die Beweidung der Brachflächen durch Schafe soll die Landschaft offen gehalten werden und Wiesenvögeln Lebensraum bieten.


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