Ein Grund für leere Kirchen KFD-Frauen kritisieren Sonntagsarbeit auf Tagung in Vrees

Protagonisten der KFD-Konferenz in Vrees: Das Foto zeigt (von links) Monika Jansen, Leni Schmits, Annette Hilmes, Marlies Etmann, Thekla Antons und Elisabeth Revermann. Foto: KFDProtagonisten der KFD-Konferenz in Vrees: Das Foto zeigt (von links) Monika Jansen, Leni Schmits, Annette Hilmes, Marlies Etmann, Thekla Antons und Elisabeth Revermann. Foto: KFD

Vrees. Auf der Hümmlinger Regionalkonferenz der Katholischen Frauen Deutschland (KFD) in Vrees hat Monika Jansen, Delegierte der Landesallianz für den freien Sonntag Niedersachsen, zum Thema „Sonntag – Ein Geschenk des Himmels?“ referiert.

Die Landesallianz für den freien Sonntag in Niedersachsen mit ihren zehn Organisatoren, darunter auch die KFD, gibt es Jansen zufolge bereits seit 2006. Das Bestreben der Allianz sei der Schutz der Sonn- und Feiertage mit Sicherstellung der Arbeitsruhe. Die Arbeit am Sonntag müsse auf den gesellschaftlich notwendigen Umfang begrenzt bleiben. „Der Sonntag steckt schwer in der Krise. Er ist kein Tag zur freien Verfügung mehr“, so die Referentin.

Zeit und Ruhe fehlen

Auch das ist nach ihren Worten ein Grund für leere Kirchen. Vielen Menschen würden Zeit und Ruhe fehlen, eine Stunde in der Kirche zu verbringen. Das Ladenöffnungsgesetz lasse laut Jansen jährlich vier Öffnungen am Sonntag zu. Eine fünfte werde von vielen Kirchen abgelehnt. In Niedersachsen müssten Arbeitnehmer immer häufiger an Sonn- und Feiertagen arbeiten. „Wir von der Allianz engagieren uns gegen die schleichende Aushöhlung des bestehenden Sonn- und Feiertagsschutzes und für den freien Sonntag als gemeinsamen Zeitanker für uns Menschen. Wir haben den Gesetzgebern klar gemacht, dass noch einiges verschärft werden muss, wie die Anlassbezogenzeit“, betonte Jansen. Im Grundgesetz sei der Sonntag fest verankert als einen Tag der Ruhe. „Gemeinsame freie Zeit ist ein Stück Lebensqualität, die nicht verloren gehen sollte“, sagte Jansen.

Sonntagszuschlag erhalten

Bei der sich anschließenden Diskussion ging es um die Frage: „Was hat unser Leben so verändert, dass es für viele nicht mehr möglich ist, einen Tag in der Woche ohne Verpflichtung auszukommen?“ Viele Alleinerziehende würden am Sonntag arbeiten, um den Sonntagszuschlag zu erhalten, meinten einige Frauen. Zudem arbeiteten viele Frauen am Sonntag, da dann die Kinderbetreuung durch den Ehepartner sichergestellt sei.

Erschöpfungszustände als Folge

Beängstigend sei jedoch auch, dass mittlerweile von vielen Arbeitnehmern das Arbeiten am Sonntag als Normalität empfunden werde. Erschöpfungszustände seien die Folge und würden weiter zunehmen. Zum Abschluss der Diskussion waren sich die Konferenzteilnehmer einig, dass der Sonntag als Ruhetag unbedingt erhalten bleiben sollte.

Geistlicher Impuls

Begonnen hatte die Konferenz mit einem geistlichen Impuls in der Vreeser St. Nikolaus-Kirche. Anschließend begrüßte Regionalvorsitzende Marlies Etmann die verantwortlichen KFD-Frauen der 26 Gemeinden aus dem Dekanat Emsland-Nord im Heimathaus der Hümmlinggemeinde und verwies auf bevorstehende Termine, wie die Frauenkundgebungen in Ahmsen am 23. und 24. Mai mit der KFD-Bundesvorsitzenden Mechthild Heil als Rednerin sowie den Diözesantag am 25. August auf der Landesgartenschau in Bad Iburg.