In 25 Fällen Kaufmann aus dem Emsland wegen Internetbetrugs verurteilt

Von Katharina Preuth

Das Amtsgericht Meppen hat einen Kaufmann aus dem nördlichen Emsland verurteilt. Foto: Volker Hartmann/dpaDas Amtsgericht Meppen hat einen Kaufmann aus dem nördlichen Emsland verurteilt. Foto: Volker Hartmann/dpa

Meppen. Ein Einzelhandelskaufmann aus dem nördlichen Emsland ist wegen des Betrugs im Onlinehandel vor dem Amtsgericht Meppen zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er seine Kunden um insgesamt 2073 Euro betrogen hat.

Der Angeklagte führte ein Geschäft für Schreibwaren und Bürobedarf im nördlichen Emsland. Seine Waren bot er zusätzlich im Internet an. Die Staatsanwaltschaft warf im vor, in 25 Fällen zwar die Vorauszahlungen seiner Kunden angenommen, die Waren jedoch nicht geliefert zu haben. Zudem habe der Angeklagte bereits vor dem Eingang der Onlinebestellungen laut Staatsanwaltschaft Schulden von 100.000 Euro angehäuft. Er sei somit gar nicht in der Lage gewesen, die Waren tatsächlich auszuliefern.

Der Angeklagte habe nach eigener Aussage nicht vorsätzlich betrügen wollen. Er sei lediglich „durcheinander gekommen“. Die Gedankenlosigkeit führe er vor allem auf einen Pflegefall in der Familie zurück.

Schaden von 2073 Euro

Insgesamt sei durch nicht gelieferte Schulranzen, Schultüten, Sporttaschen oder Schreibtischunterlagen ein Schaden von 2073 Euro entstanden. Bis auf drei übrig gebliebene Posten habe der Angeklagte das Geld bereits zurückgezahlt, so der Verteidiger. Somit bleibe zum jetzigen Zeitpunkt einzig die Summe von 94 Euro zurück.

„Das ist Betrug“

In seiner Stellungnahme sagte der zuständige Oberstaatsanwalt, dass es sich trotz des geringen Betrages nicht um einen geringfügigen Betrug handele, sondern um einen gewerbsmäßigen, da der Angeklagte über einen fortlaufenden Zeitraum von neun Monaten Bestellungen und Geld entgegengenommen habe, ohne Ware dafür zu liefern. „Das ist Betrug“, sagte er. Er forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Außerdem plädierte er für eine „fühlbare Strafe“ von 180 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Auch der Verteidiger zog angesichts der finanziellen Situation des Angeklagten eine Freiheitsstrafe einer Geldstrafe vor. „Das ist ungewöhnlich für einen Verteidiger“, sagte er. Er forderte 13 Monate auf Bewährung.

Zwölf Monate auf Bewährung

Das Gericht entschied sich für zwölf Monate auf Bewährung und 180 Arbeitsstunden. Obwohl laut dem Richter ein Betrugsvorsatz vorliegt und das Gericht dem Angeklagten nicht glaube, dass er „durcheinander gekommen“ sei, habe er den entstandenen Schaden weitestgehend wieder ausgeglichen. Für die Bewährungszeit von drei Jahren stellte das Gericht dem Angeklagten einen Bewährungshelfer zur Seite, der zum einen bei der Jobsuche, als auch bei der Regelung der finanziellen Situation behilflich sein könne.