FDP-Politiker informieren sich Hümmlinger Wasser noch mit wenig Nitratbelastungen

Über die Qualität des Trinkwassers im nördlichen Emsland informierte (von links) Verbands-Geschäftsführer Thomas Rakers die FDP-Politiker Franz-Josef Bruns, Hermann Grupe, Rainer Levelink und Marion Terhalle. Foto: Christian BellingÜber die Qualität des Trinkwassers im nördlichen Emsland informierte (von links) Verbands-Geschäftsführer Thomas Rakers die FDP-Politiker Franz-Josef Bruns, Hermann Grupe, Rainer Levelink und Marion Terhalle. Foto: Christian Belling

Werlte. Die zunehmenden Belastungen durch Nitrat oder Pflanzenschutzmittel haben noch keine Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers im nördlichen Emsland. Das machte Thomas Rakers, Geschäftsführer des Wasserverbandes Hümmling, bei einem Besuch von FDP-Politikern am Montag in Werlte deutlich.

Noch sei der Boden ist durch seine Inhaltsstoffe in der Lage, Nitrat auf dem Weg in das tiefere Grundwasser aufzuspalten und umzuwandeln. „Diese Pufferfunktion ist jedoch begrenzt, und es ist schwer vorherzusagen, wie lange wir noch davon profitieren werden“, so Rakers. In den Entnahmebrunnen, die in 40 bis 75 Metern Tiefe liegen, werden nach seinen Worten Nitratwerte von 10 Milligramm je Liter gemessen. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm. In oberen Schichten sehe es allerdings schon anders aus. „Hier ist die Qualität definitiv verbesserungswürdig“, betonte Rakers.

Zunehmender Mais- und Kartoffelanbau als Ursache

Die Ursache für die steigenden Werte im oberen Grundwasser sieht der Geschäftsführer in dem zunehmenden Mais- und Kartoffelanbau. „Ganz neu ist die Diskussion allerdings nicht. Geführt wird diese schon seit den 1990er-Jahren, doch erst in den vergangenen Jahren findet diese auch in der Öffentlichkeit statt.“ Die Aufgabe, die daraus resultiert, bezeichnet Rakers als groß.

Akzeptanz in der Landwirtschaft nimmt zu

Nach seinen Worten gibt es bereits Maßnahmen, um dieser Entwicklung gegenzusteuern. „Die Akzeptanz dafür nimmt insbesondere in der Landwirtschaft zu. Doch auf Dauer werden die derzeitigen Bemühungen nicht ausreichen, um dauerhaft einen Nitratwert von unter 50 Milligramm je Liter im Sickerwasser einzuhalten.“ Auch die neue Düngemittelverordnung reicht nach seiner Einschätzung nicht für das Weser-Ems-Gebiet aus. „Es werden weitere gesetzliche Regelungen notwendig sein“, ist sich Rakers sicher. Unerlässlich sei dabei die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. „Es geht nur miteinander.“

„Genannten Probleme sind lösbar“

Hermann Grupe, landwirtschaftlicher Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, machte deutlich, dass Landwirte und Wasserverbände als Partner fungieren müssen. Er bedankte sich bei Rakers für die Erläuterungen und lobte, dass diese keine Schuldzuweisungen beinhalteten. „Es ist alles eine Frage der Dosis. Die genannten Probleme sind lösbar und es gibt bereits sehr viele Bestrebungen“, so Grupe, der im südlichen Niedersachsen selbst eine Landwirtschaft betreibt.

„Ich prangere die Skandalisierungen an“

Der FDP-Politiker kritisierte eine nach seinen Worten stattfindende Zuspitzung der Debatte. „Ich verstehe diese nicht und prangere die Skandalisierungen von Umweltverbänden und anderen Parteien an.“ Grupe sprach sich dafür aus, zu einer Versachlichung zu kommen und Scheuklappen fallen zu lassen.

Die neue Düngeverordnung macht es nach seinen Worten dabei allerdings unnötig kompliziert. „Die Bürokratie nimmt immer weiter zu und die neuen Regelungen wirken nicht an den Stellen, an denen wir Probleme haben.“

Im Anschluss an die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Nitrat-Problematik stand für die FDP-Delegation auch eine Besichtigung des Wasserwerkes Werlte an. In den vergangenen Jahren hat der Wasserverband aufgrund eines stetig steigenden Wasserverbrauches eine Erweiterung vorgenommen und seine Kapazitäten verdoppelt.

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