Bewerbung vor 34 Jahren geplant Rastdorfer zeigt seltene Pläne für Olympia im Ruhrgebiet

Von Mirco Moormann


Rastdorf. In der Region Rhein-Ruhr wird derzeit mächtig die Werbetrommel gerührt für die Olympischen Sommerspiele 2032. Dass es bereits 1984 Bestrebungen gab, die Spiele ins Ruhrgebiet zu holen, davon zeugen seltene Unterlagen, die der ehemalige Rastdorfer Bürgermeister Hans Flüteotte besitzt.

Seit Monaten ist die „Rhein Ruhr Olympic City“-Initiative des Sportmanagers Michael Mronz mit einer möglichen Bewerbung Nordrhein-Westfalens für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2032 beschäftigt. Bereits 34 Jahre zuvor, so Flüteotte, habe der Kommunalverband Ruhegebiet bereits eine Broschüre erstellt, um auf die Vorzüge des Ruhrgebietes für die Olympischen Spiele hinzuweisen.

Gute Kontakte in der Region

„Alle Sportstätten mit Kapazitäten und auch die Infrastruktur wurden auf Karten dargestellt“, sagt Flüteotte, der von 1980 bis 1986 als stellvertretender Bataillonskommandeur der Bundeswehr in Unna stationiert war. In dieser Zeit habe er viele Kontakte in der Region gepflegt, sodass er zum Abschied 1986 die Broschüre von einem Vertreter des Kommunalverbands geschenkt bekam. Neben der Beschreibung der olympischen Sportarten der Zeit wurden alle austragenden Städte samt sportlicher Einrichtungen aufgelistet und den entsprechenden Wettkämpfen zugeordnet.

Mit alten Klischees aufräumen

Ein Resümee wurde ebenfalls gezogen: „Aufgrund der dargestellten Ausgangssituation ist das Ruhrgebiet ein optimaler Standort für die Durchführung Olympischer Sommerspiele. Auf keinem anderen Wege könnte das wirklichkeitsgetreue Bild vom Ruhrgebiet besser vermittelt werden und damit eine Veränderung alter und falscher Klischeevorstellungen bewirken als durch eine Olympiade in dieser Region.“

Parkstadion größte Sportstätte

Was laut Flüteotte auffalle, sei die damalige Situation der Besucherkapazitäten. Die meisten Menschen wären laut Stand von 1984 in Essen in den Sportstätten untergekommen, gefolgt von Dortmund, Gelsenkirchen und Duisburg. Die größte Sportstätte war damals das Parkstadion in Gelsenkirchen, in dem der FC Schalke 04 spielte und das 70.000 Menschen fasste. Es folgte das Westfalen-Stadion in Dortmund mit 54.000 Plätzen vor dem Ruhrstadion in Bochum (50.000) und dem Uhlenkrug-Stadion in Essen (42.000).

Gute Infrastruktur

All diese Merkmale seien ausreichend gewesen, um die Spiele erfolgreich durchzuführen, meint Flüteotte. Nach wie vor sei das Ruhrgebiet mit seinen Sportstätten und der guten Infrastruktur in der Lage dazu, so der Oberstleutnant im Ruhestand. Leider sei das Ruhrgebiet nicht die engere Auswahl für die Ausrichtung der Olympischen Spiele gekommen, sodass auch nur wenige seiner Broschüren noch im Umlauf seien, meint Flüteotte.

Mit der jetzigen Bewerbung soll das Ruhrgebiet wieder ins Rennen gehen, gemeinsam mit der Rhein-Region und Städten wie Köln und Bonn. Der früheste Termin für die nächsten Spiele ist im Jahr 2032. Bis dahin finden die nächsten Sommerspiele nach Rio de Janeiro (2016) in Tokio (2020), Paris (2024) und Los Angeles (2028) statt.