Rückgang natürlicher Futterquellen Esterweger Imker wünscht sich mehr Blühstreifen

Von Mirco Moormann


Esterwegen. Heinrich Pöker ist Hobbyimker aus Leidenschaft. Der Vorsitzende des Imkervereins Esterwegen-Hümmling wünscht sich mehr Futtermöglichkeiten für die Insekten in der Region – durch Blühstreifen oder Obstbäume.

Seine Bienen sind bereits aus dem „Winterschlaf“ erwacht, erklärt Pöker. Bei steigenden Temperaturen kommen sie nun aus dem Bau und machen sich gleich auf die Futtersuche, so Pöker. Seiner Meinung nach könne man die Bienen bei der Suche unterstützen, in dem zusätzliches Futtermaterial angebaut werde, so der Hobbyimker. Das könne durch Blühstreifen an den Äckern oder zusätzliche Obstbäume an öffentlichen Wegen erreicht werden. Dort hätten die Bienen dann eine größere Auswahl an Nektar und Pollen.

Erstes Futter im Jahr

Das erste natürliche Futter im Jahr erhalten die Bienen von Krokussen, Haselnuss, Weiden und Raps. Von letzterem werde es in diesem Jahr für die Bienen in Esterwegen genug geben, so Pöker. „Ein Landwirt baut in diesem Jahr 17 Hektar Raps an. So viel hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Pöker, der sich mit seiner Frau Martina um 20 Bienenvölker kümmert. Aufgrund der langen Kältephase werde der Raps aber deutlich später reif sein als gewöhnlich. „Wohl erst Mitte oder Ende Mai“, meint Pöker.

Weite Strecken fliegen

Doch nicht überall gebe es diese Mengen an Futter für die Bienen wie neuerdings in Esterwegen. „Früher gab es noch überall Weideflächen, heute sind die fast alle verschwunden“. Damit sei dann auch ein großer Teil des natürlichen Futters weggefallen, so der Esterweger. Die Tiere müssten deshalb weite Strecken auf sich nehmen, um an die Rohstoffe, aus denen der Honig gemacht werde, zu gelangen. „Es heißt, dass Bienen nicht mehr als fünf Kilometer weit fliegen, aber es ist schon nachgewiesen, dass sie sieben oder acht Kilometer gefolgen sind“, berichtet Pöker.

Auch Menschen profitieren

Von Obstbäumen, die an Rad- oder Wanderwegen gepflanzt werden könnten, würden nach Meinung Pökers nicht nur die Bienen und andere Insekten profitieren, sondern auch die Menschen, die sich „einfach einen Apfel oder eine Birne pflücken können“, sagt der Hobbyimker, der auch im Kreisimkerverband Emsland als Kreiswanderwart aktiv ist.

In dieser Funktion ist er für die Imker zuständig, die mit ihren Völkern wandern, um an anderen Orten Blüten und Nektar für den Honig zu sammeln. Hier sei die Kontrolle der Volker wichtig, etwa um Bienenkrankheiten wie die Amerikanische Faulbrut zu verhindern.

Generell rät Pöker allen an der Imkerei Interessierten, einen Imker-Grundkurs zu belegen, bevor Bienen angeschafft würden. Bei falscher Haltung könnten die Völker sterben oder Abwandern. Zudem müssten die Völker fachgerecht vor Gefahren und Parasiten wie der Varroamilbe oder auch Mäusen geschützt werden.