Fachkräfte und Digitalisierung Wirtschaftsforum in Werlte betont Teamarbeit in Betrieben

Von Insa Pölking


isp Werlte. Gewinnen und Binden von Fachkräften, flexible Arbeitszeiten, betriebliches Gesundheitsmanagement, Digitalisierung und ein ausgeprägter Teamgedanke: Das alles und noch viel mehr gehört zu einer modernen Unternehmensführung, wie gestern bei einem Wirtschaftsforum in Werlte deutlich wurde.

„Moderne Unternehmensführung – wie geht das?“ Unter dieser Fragestellung hatten die Gewerbevereine Sögel und Werlte sowie der Wirtschaftsverband Emsland zu einer ersten gemeinsamen Veranstaltung dieser Art eingeladen. Im Mittelpunkt standen ein Podiumsgespräch und Netzwerkarbeit. Schauplatz war das Panorama-Restaurant des Möbelhauses Wilken. Der Einladung waren mehr als 60 Interessierte gefolgt.

Auf dem Podium hatten Bernard Krone, Geschäftsführender Gesellschafter der Bernard Krone Holding, Bernd Knipper, Geschäftsführer von Bauxpert Knipper, Ursula Günster-Schöning, Unternehmenscoach der Emsländischen Stiftung für Familie und Beruf, Werltes Bürgermeister Daniel Thele (CDU) sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann Platz genommen. Moderiert wurde das Gespräch vom Redaktionsleiter der Ems-Zeitung, Gerd Schade. Der 45-Jährige löcherte die Podiumsteilnehmer mit einer Vielzahl von Fragen. Von Knipper wollte Schade beispielsweise wissen, wie sich flexible Arbeitszeitmodelle umsetzen lassen, ohne dass Produktivität und Leistungsfähigkeit leiden. Knipper berichtete, dass er in diesem Punkt gerade erste Erfahrungen sammele. „Das ist ein spannendes Thema. In einem Jahr kann ich dazu vielleicht mehr sagen.“

Günster-Schöning bescheinigte derweil nicht nur dem Bauzentrum Knipper, sondern auch zahlreichen anderen Betrieben im Emsland, dass sich in den vergangenen gut zehn Jahren in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Menge getan habe. Der Weg sei aber noch längst nicht zu Ende.

„Die Kultur und das Miteinander haben sich dynamisiert“, stellte Günster-Schöning fest. „Es wird innerhalb der Unternehmen viel mehr danach geschaut, was jeder einzelne Mitarbeiter braucht, um gut arbeiten und auch leben zu können, und nicht nur die breite Masse.“ In der Schichtarbeit herrscht nach Auffassung des Unternehmenscoaches hingegen noch Nachholbedarf. „Wir müssen Mitarbeiter, die in Schichten arbeiten, mehr unterstützen“, forderte Günster-Schöning.

Der Unternehmenscoach lenkten den Blick außerdem auf die Wichtigkeit der Kinderbetreuung – auch in den Ferien – sowie darauf, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bedeuten könne – und zwar auch schon in jungen Jahren. Hier sei in vielen Betrieben noch deutlich Luft nach oben.

Alle Gesprächsteilnehmer hoben die Bedeutung des Teamgedankens hervor. „Moderne Unternehmensführung heißt für mich ein gelungenes Miteinander von Mitarbeitern und Betriebsführung“, sagte Connemann. Mit einem guten Team lasse sich gemeinsam erfolgreich führen, fügte Thele hinzu.

Krone betonte, dass man Mitarbeiter „mitnehmen muss auf die Reise“. Führung bedeute außerdem, delegieren zu können. Darüber hinaus nannte Krone zudem die Offenheit gegenüber neuen Themen als eine elementare Grundlage. Außerdem werde sich in Zukunft immer mehr im digitalen Bereich abspielen.

Um Fachkräfte zu binden, ist es Connemann zufolge von Bedeutung, bezahlbare Mieträume und eine angemessene Gesundheits- und Pflegeversorgung zu schaffen. Außerdem brauche es eine intakte Infrastruktur. Dazu gehöre beispielsweise auch der vierspurige Ausbau der E 233. Aus Theles Sicht funktioniert die Zusammenarbeit mit der „großen Politik“, insbesondere auf CDU-Ebene, gut.