Neuer Standort für das Rathaus Gewinner des Werlter Architekturwettbewerbs steht fest

Von Katharina Preuth


Werlte. Ein städtebaulicher Wettbewerb zum Rathausumfeld in Werlte hat einen Sieger hervorgebracht. Die Stadt stellte den Entwurf des Octagon Architekturkollektivs aus Leipzig vor. Die größte Veränderung ist dabei der Standort des Rathauses.

Aus 23 Bewerbungen, die sich mit der Umgestaltung des Rathausumfeldes auseinandergesetzt hatten, schafften es 15 in die engere Auswahl. Eine Jury aus externen Fachpreis- und Werlter Sachpreisrichtern einigte sich auf die Arbeit des Leipziger Architekturkollektivs. Zur Begründung sagte Frank Pantel, Vorsitzender des Auswahlkomitees, dass sich in dem Entwurf eine Mischung aus Pragmatismus und „etwas, wofür man sich begeistern kann“ finde.

Die Gewinner hätten sowohl die Stärkung des Einzelhandels, wie auch die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Blick. Dabei bilde die Position des Rathauses den Eckpfeiler für weitere Planungen. „Werlte fehlt eine emotionale Mitte“, so Pantel. Laut Plan der Leipziger soll das Rathaus an die Albert-Trautmann-Straße versetzt werden. Daraus ergebe sich ein Marktplatz am vorherigen Standort des Rathauses, wobei gleichzeitig der Baumbestand hinter dem jetzigen Rathaus erhalten und ausgebaut werden könnte. Um ein Marktcaree unterhalb des Marktplatzes könnte sich Gastronomie etablieren.

Gutes Gesamtkonzept

„Das Konzept fügt sich gut in die Gesamtsituation der Stadt ein. Dies gelingt durch das Aufgreifen der Raumstrukturen an der Loruper Straße, die Öffnung in Richtung Kirche, Loruper Straße und Kirchstraße durch herausgearbeitete Wegebeziehungen“, hieß es in der Stellungnahme der Jury. Kritisch bewertet sie indes die Parkplatzsituation. Zwar würde sich eine Tiefgarage unter dem Rathaus für die Gemeindemitarbeiter anbieten, diese Idee sei aber „keine annehmbare Option für Einzelhandelskunden“, hieß es weiter.

Gewinner Markus Wiese zählte vier Punkte auf, die ihnen in ihrem Entwurf besonders wichtig waren. Zum einen war ihnen daran gelegen, mit dem Rathaus einen zentralen Platz zu schaffen, der „von der Struktur her funktioniert“, so der Architekt. Außerdem hätten sie eine Trennung von öffentlichen und privatem Raum geschaffen, ebenso wie eine Achse zwischen Kirche und Rathaus. Dann sei ihnen daran gelegen gewesen, dass sich die vorhandenen Bäume einfügten.

Startschuss für Planungen

Werltes Bürgermeister Daniel Thele betonte, dass die Skizze ein Entwurf sei, für dessen Umsetung mit verschiedenen Parteien noch gearbeitet werden müsse. Dennoch soll die Preisverleihung als Startschuss für weitere Planungen gelten. Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe hoffte, dass bis zum Ende des Jahres ein Planungskonzept stehe und Werlte 2019 in das Förderprogramm Städtebau aufgenommen werde. „Das wäre der Optimalfall“, so Kewe. Sollte die Bewerbung für die Förderung erfolgreich sein, würde die Stadt für die Gebiete Rathausumfeld, Bahnhofsumfeld an der Sögeler Straße und dem Areal am St.-Raphael-Stift 66 Prozent der Baumaßnahmen (33 Prozent zahlt der Bund, 33 Prozent das Land) erstattet bekommen.

Die weiteren, in die engere Auswahl gekommenen Entwürfe stehen derzeit in einer Ausstellung im Rathaus zur Ansicht bereit. Außerdem sind die Entwürfe mit Erklärungen und Begründungen der Jury auf der extra für diesen Wettbewerb ins Leben gerufenen Internetseite werlte-city.de abrufbar.