Vortrag in Werlte Wirtschaftsminister Althusmann macht sich für E 233 stark

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Werlte. Der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann (CDU), setzt sich für eine stärkere Digitalisierung im Land ein. Das teilte er als Gastredner auf einem Unternehmerabend anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Hümmlinger Volksbank in Werlte mit.

In allen Bereichen Niedersachsens, auch in ländlichen Regionen wie dem Emsland, wolle er den Breitbandausbau, das Mobilfunknetz oder auch die Konnektivität von Fahrzeugen verbessern, sagte Althusmann im Trailer-Forum des Fahrzeugherstellers Krone im Werlter Industriegebiet. Aus diesem Grund werde das Land Niedersachsen bis zum Jahr 2025 eine Milliarde Euro in die Digitalisierung investieren. Hierfür werde ein Sondervermögen angelegt. Derzeit liege man bei der Internetgeschwindigkeit im Gigabit-Bereich bei einer Versorgung im Land von drei Prozent, so Althusmann.

Zwölf Milliarden vom Bund

Die bis zu zwölf Millionen Euro vom Bund für den Ausbau des Breitbandnetzes sollte nicht über komplizierte Antragsverfahren für die Kommunen vergeben werden, sondern ein Teil davon in das niedersächsische Sondervermögen eingezahlt werden, um es anschließend einfacher zu verteilen, so der 51-jährige CDU-Politiker.

Eine weitere Herausforderung sei für ihn neben der digitalen Infrastruktur auch der Straßenbau. Der Ausbau der Europastraße 233 sei ein wichtiges Vorhaben. „Wir brauchen die E 233“, so der Minister, der sich zudem stark für den Abbau der Bürokratie für den Mittelstand machte. Beim Thema Fachkräftemangel forderte Althusmann eine Verbesserung der Berufsorientierung in allen Schulen, „auch in den Gymnasien“. Auch über ein Fachkräftezuwanderungsgesetz könnte den derzeit 74.000 offenen Stellen im Land entgegengewirkt werden.

Emsland „Blaupause für das Land“

Als gutes Beispiel und „Blaupause für das Land“ bezeichnete Althusmann die wirtschaftliche Entwicklung des Emslandes. „Die Unternehmer investieren, die Verwaltungen agieren unternehmerfreundlich, und die Politik zieht an einem Strang“, so der Wirtschaftsminister. Doch auch bei den guten wirtschaftlichen Aussichten warnte Althusmann davor, sich nicht zurückzulehnen. Das niedrige Zinsniveau sei „nicht für immer festgeschrieben“.

Beim Thema E 233 stieß der Minister in Werlte offene Türen auf. Bei einem kurzen Treffen vor dem Festakt hatte bereits Werltes Stadtdirektor Ludger Kewe auf die Bedeutung der Straße hingewiesen. Zusätzlich zum Ausbau der Europastraße sei aber eine Anbindung an diese von Nöten – womöglich über eine neue Bundesstraße, so Kewe. Der Stadtdirektor begründete die Anbindung an die überregionale Trasse mit der starken Entwicklung der jungen Stadt. Seit 1990 sei die Bevölkerung um mehr als 50 Prozent gewachsen, die Beschäftigungszahlen sogar um mehr als 100 Prozent, so Kewe. Das mehr als 200 Hektar große Industriegebiet werde derzeit um weitere 70 Hektar vergrößert.

Kooperation zwischen Bank und Kommune

Ebenfalls verdeutlichten Kewe und die Vorstandsmitglieder der Bank, Günther Scheffczyk und Edwin König, die Zusammenarbeit der Kommune mit der Bank, etwa beim Bau eines Gesundheitszentrums, in welches ein in städtischer Trägerschaft geführtes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) einziehen werde.

Auch Landrat Reinhard Winter betonte die Wichtigkeit des vierspurigen Ausbaus der E 233. Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt von der A 31 bis zur B 70 in Meppen soll noch vor den Sommerferien eingeleitet werden. Die Kosten für die größte Infrastrukturmaßnahme bezifferte er mit 760 Millionen Euro. Nur so könnten sich die Unternehmen im Emsland, zu denen er viele branchenspezifische Marktführer zählte, entwickeln. Zuletzt sprach er damit auch den Hausherren des Unternehmerabends, Bernard Krone, an.

„Paradebeispiel“ für Entwicklung

Krone nannte die Hümmlinger Volksbank, die nur wenige Jahre älter sei als sein Unternehmen, als „Paradebeispiel“ für die Entwicklung des Emslandes. Grundlage jeder Entwicklung sei die Bereitstellung der Infrastruktur wie der Bau der E 233. So bat er die Politik, die Unternehmen hierzulande weiter zu begleiten und zu unterstützen.


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