Politik sagt Unterstützung zu Erste Jugendprojekte in Werlte sollen umgesetzt werden

Von Mirco Moormann

Gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern und Verwaltungschefs haben die Jugendlichen in Werlte über künftige Projekte gesprochen. Foto: Mirco MoormannGemeinsam mit den Ausschussmitgliedern und Verwaltungschefs haben die Jugendlichen in Werlte über künftige Projekte gesprochen. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Die ersten Schritte für die neue Jugendarbeit in der Stadt Werlte sind getan. Gleich fünf Projekte haben die Jugendlichen gemeinsam mit der Politik in Form gegossen.

Die Themen wurden im Vorfeld auf der Jugendkonferenz im Oktober und bei anderen vorherigen Aktionen wie der Arbeit mit dem Stadtplan auf den Weg gebracht. Auf dem jüngsten Treffen am Dienstagabend, das vom Jugendpfleger Michael Krauß und dem Schulsozialpädagogen Rainer Lüker moderiert wurde, ging es um die Konkretisierung von fünf Anliegen, die auch zeitnah umgesetzt werden sollen. Etwa 20Jugendliche waren erschienen, um sich mit den Mitgliedern des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport sowie Vertretern der Stadtverwaltung über Projekte zu unterhalten. 6000 Euro sollen hierfür in die Hand genommen werden.

Veranstaltungs-App entwickeln

So wurde eine Veranstaltungs-App für Jugendliche in der Samtgemeinde vorgestellt. Wie Initiator aus den Reihen der Jugendlichen, Steven Kern, mitteilte, sollen mithilfe der App die Veranstaltungen sämtlicher Vereine und Jugendgruppen bekannter gemacht werden und auch zeitlich besser aufeinander abzustimmen seien. Wie Kern weiter ausführte, könnten auch weitere Inhalte wie eine Jobbörse oder ein Forum integriert werden. Lüker wies darauf hin, dass die App professionell programmiert werden müsse, um stabil auf allen Mobiltelefonen zu laufen.

Der Ausschussvorsitzende Wilhelm Goldschmidt sagte nach einer kurzen Beratungsphase des Ausschusses, dass die Stadt 2500 Euro für die App bereitstellen soll. Gewährleistet sein müsse eine ständige Aktualisierung der Inhalte, bei der Programmierung müssten Fachleute involviert werden. Ein Ansprechpartner, der sich um die Jobbörse kümmert, müsse aus den Reihen der Jugendlichen noch gefunden werden.

Sitz im Ausschuss

Weiter zur Debatte stand ein ständiger Sitz im Ausschuss für Familie, Jugend und Sport. Hier einigten sich die Beteiligten, dass es eine Person sei, die an den Sitzungen teilnehme. Diese könne einen Begleiter mitbringen und sich vorab mit einem Team über Projekte austauschen. Die Person muss jedoch noch benannt werden. Dies soll, so sagte Lüker, auf der nächsten Sitzung des Jugendnetzwerkes am 16. Mai um 19 Uhr im Jugendheim in Bockholte geschehen. Ausschussmitglied Johanna Albers betonte: „Wir wollen mit euch zusammenarbeiten.“ Aus rechtlichen Gründen habe der Vertreter der Jugendlichen kein Stimmrecht, er könne aber, so ergänzte es Werltes stellvertretender Stadtdirektor Christian Rüve, „mitdiskutieren und so auch Einfluss nehmen“. Der Ausschuss befürwortete dieses Vorgehen.

Jugendraum in Wieste

Das gleiche galt für das nächste Projekt, den Jugendraum in Wieste. Wie einige Jugendliche mitteilten, gäbe es kaum freie Kapazitäten für sie, da viele andere Gruppen und Vereine auf den Raum zugriffen. Vom Ausschuss kam daher der Vorschlag, alle Nutzer der Räumlichkeiten schnell an einen Tisch zu bringen und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Ferienprogramm für Ältere

Mehrere Vorschläge kamen auch zum nächsten Projekt, einem Ferienangebot für ältere Jugendliche. Die Jugendlichen wünschten sich in den Ferien Angebote für ältere Jugendliche ab 14 Jahren, da der Ferienpass als Zielgruppe Kinder und Jugendliche bis 14 vorsieht. Organisiert werden könnten nach Auffassung der Jugendlichen Kartfahrten, Lasertag, Fahrten zu Konzerten und Sportveranstaltungen oder auch Wasserski. Auch hier stellt der Ausschuss eine Unterstützung von 3000 Euro in Aussicht. Voraussetzung sei laut Goldschmidt aber die Bereitschaft der jungen Leute, bei der Organisation zu helfen und dafür zu sorgen, dass die Fahrten etwa zu Konzerten auch angenommen würden. „Wir wollen euch helfen und nehmen dafür auch Geld in die Hand“, sagte Goldschmidt, „es funktioniert aber nur, wenn ihr auch mitmacht“.

Kunstprojekt mit dem Jugendpfleger

Mitstreiter sucht auch Jugendpfleger Michael Kraß bei seinem Kunstprojekt. In vielen Gesprächen sei immer wieder deutlich geworden, dass in Werlte der kulturelle Bereich (Kunst, Musik und Theater) wenig gefördert wird und es in diesem Bereich wenig niederschwellige Angebote gibt, so Krauß. Als erstes kleines Projekt möchte er in den Sommerferien ein Kunstprojekt über mehrere Tage durchführen. Auch der Planung sollen schon interessierte Jugendliche einbezogen werden. Hier fanden sich gleich Interessierte, so dass der Ausschuss für dieses Projekt 500 Euro versprach. Das Geld, so Goldschmidt, werde es aber erst geben, nachdem der Stadtrat den Vorschlägen zugestimmt habe. Doch er sei zuversichtlich, dass die Zustimmung komme, so der Vorsitzende.

Zusätzliches Projekt für Sparta Werlte

Ein weiteres Projekt stieß Goldschmidt darüber hinaus als Vorsitzender des Sportvereins Sparta Werlte an. Im Rahmen des Kunstprojektes könnten sich die Jugendlichen überlegen, einen Entwurf zur Verschönerung der Tribünenrückseite zur Straße Markuslustweg zu fertigen. Nach Abstimmung mit dem Sportverein könne dann schon bald ein Kunstwerk auf dem laut Goldschmidt „derzeit nicht sehr ansehnlichen“ Bauwerk zu sehen sein. Auch für dieses Projekt hätten sich bereits Mitstreiter gefunden, teilte Krauß mit. Das weitere Vorgehen wird dann mit dem Sportverein abgestimmt.