Reduzierung der Tierzahlen Tierwohl-Vorschriften bringen Landwirten Probleme

Von Mirco Moormann

In Lorup stellte sich der neue Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes, Georg Meiners (Mitte), vor. Begrüßt wurde er von (von links) Wilhelm Munk, Thomas Korte, Georg Brüning und Wilhelm Schomakers vom Kreisverein Aschendorf Hümmling. Foto: Mirco MoormannIn Lorup stellte sich der neue Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes, Georg Meiners (Mitte), vor. Begrüßt wurde er von (von links) Wilhelm Munk, Thomas Korte, Georg Brüning und Wilhelm Schomakers vom Kreisverein Aschendorf Hümmling. Foto: Mirco Moormann

Lorup. Die Landwirte im nördlichen Emsland stehen nach Aussage des Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Aschendorf-Hümmling, Thomas Korte aus Surwold, vor einem Problem: Sie dürfen ihre Ställe nach den Vorgaben des Tierwohls nur umbauen, wenn sie danach 30 Prozent weniger Tiere darin unterbrächten.

Wie Korte auf der jüngsten Kreisausschusssitzung in Lorup mitteilte, seien die Landwirte dazu bereit, ihre älteren Ställe zu modernisieren, eine Reduzierung der Tierzahl sei hingegen nicht gewollt. Mit Blick auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Tierzahlen im Landkreis sei klar, dass eine Zunahme der Tierzahlen nicht möglich sei. Die vorhandenen Bestände sollten aber gehalten werden. Derzeit gelte, dass bei einer wesentlichen baulichen Änderung am Stall die Reduzierung der Bestände nötig werde. Weniger Tiere bedeute auch weniger Umsatz, und auch die Stallumbauten müssten bezahlt werden, so Korte.

Auch die Kennzeichnung von Fleisch aus der Tierwohl-Haltung sei wichtig und werde noch nicht genügend umgesetzt, so Korte. Etwa in Mensen oder Kantinen finde keine Deklarierung statt. „Dann kommt das Fleisch halt aus Argentinien, wo es um 25 Cent pro Kilo günstiger hergestellt werden kann“, so Korte, der sich eine Kennzeichnung wünschte, die „über den Ladentresen hinaus“ gehe.

Änderungen bei Gülle-Lagerung gefordert

Eine Änderung der Regeln und Gesetze forderte Korte auch bei der Lagerung von Gülle. An jedem Stallstandort sei es Pflicht, eine Güllelagerung für neun Monate zu gewährleisten, eine Zusammenlegung an einem zentralen Ort sei nicht möglich. Und wer als Landwirt keine Tiere halte, habe auch keine Möglichkeit, Gülle unterzubringen. Um hier eine Änderung herbeizuführen, würden auf Bundesebene Lösungen mit Juristen erarbeitet. Man rechne hier auch mit Unterstützung durch die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten aus der Region, Gitta Connemann und Albert Stegemann, so Korte.

Wie der Kreisvereinsvorsitzende weiter ausführte, wolle er den Dialog mit den Jägern suchen. Er habe bereits erste Gespräche mit dem Vorsitzenden der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling, Lambert Fischer, geführt. Es sei nicht gut, wenn sich Jäger und Landwirte ständig öffentlich kritisierten und gegenseitig für Probleme verantwortlich machten, so Korte. Aus der Versammlung gab es Zustimmung für das weitere Vorgehen. So wie es derzeit sei, gehe es nicht weiter, sagte ein Teilnehmer.

Einbrüche in Ställe

Als Erfolg verbuchte Korte die Tatsache, dass der Landkreis nun nach TÜV-Prüfungen von Biogasanlagen keine mangelfreien Berichte mehr einfordere. Alle drei Jahre erfolge die Prüfung, und kleine Mängel müssten nun erst beim darauffolgenden Besuch beseitigt sein. Bislang hätten alle Mängel sofort beseitigt und dann erneut ein Prüfer auf den Hof kommen müssen, was zu nicht unerheblichen Mehrkosten für die Betriebe geführt hätte.

Nach wie vor ein Problem seien die Einbrüche in Ställe, sagte Korte. Dabei würden „selbst ernannte Tierschützer“ illegal in Tierställe eindringen und auch Kameras installieren. Diese habe er auch schon in den Umkleideräumen gefunden, in denen sich auch seine Frau und Tochter umzögen, was er scharf kritisierte.

Neuer Präsident stellt sich vor

Mit Georg Meiners hat sich auch der neue Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes (VEL) beim Kreisverein vorgestellt. Der 58-jährige Milchviehhalter und Schweinemäster lebt in Freren und betreibt dort zusammen mit seinem ältesten Sohn einen Hof, auf dem drei Generationen mit anpackten. Meiners ist verheiratet und hat vier Kinder. Er stellte die Imagekampagne „Echt Grün“ vor, die von neun Kreislandvolkverbänden gemeinsam finanziert werde.

Meiners stimmte Korte zu, dass bei den Tierzahlen im Landkreis, die seit 15 Jahren stark angestiegen seien, „das Ende der Fahnenstange erreicht“ sei. Die Landwirte bräuchten aber Möglichkeiten, sich zukünftig etwa mit Blick auf das Tierwohl in Sachen Stallumbau besser entwickeln zu können.