Investitionen von 1,9 Millionen Euro Kitabau macht Loruper Haushalt zu schaffen

Von Mirco Moormann

Ein neuer Kindergartenbau belastet den Loruper Haushalt für die nächsten Jahre. Foto: Gemeinde LorupEin neuer Kindergartenbau belastet den Loruper Haushalt für die nächsten Jahre. Foto: Gemeinde Lorup

Lorup. Der Bau des neuen Kindergartens in Lorup lässt die Verschuldung der Gemeinde nach oben schnellen.

Der größte Posten im Investitionsplan für dieses Jahr ist der Neubau des Kindergartens, der mit einer Million Euro veranschlagt wird. Im kommenden Jahr wird noch einmal die selbe Summe anstehen. Weiter werden 250.000 Euro in den Erwerb von Grundvermögen zur Wohnbauförderung und 200.000 in den Breitbandausbau investiert. Die Neugestaltung des Kirchenumfeldes wird mit 172.500 Euro angegeben.

Wie der Kämmerer der Samtgemeinde Werlte, Wilfried Meerpohl, ausführte, werden insgesamt in diesem Jahr 1.876.000 Euro investiert, bestehend aus Haushaltsresten des vergangenen Jahres in Höhe von 245.000 Euro und 1.631.000 Euro neuer Investitionen. Deshalb müsse ein Kredit in Höhe von einer Million Euro aufgenommen werden.

Pro-Kopf-Verschuldung steigt stark an

Die Verschuldung steige demnach von 190.000 Euro zum Ende 2017 auf knapp 1,8 Millionen Ende 2018 an, so Meerpohl. 2019 müssten voraussichtlich erneut 630.000 Euro Schulden aufgenommen werden. Bei einer Tilgungsleistung von etwa 37.000 Euro habe die Gemeinde Ende 2019 einen Schuldenstand von knapp 2,4 Millionen Euro. 2020 und 2021 seien keine weiteren Kredite vorgesehen, insgesamt würden gut 100.000 Euro an Schulden getilgt. Die daraus resultierende Pro-Kopf-Verschuldung steige laut Meerpohl von 60 Euro Ende 2017 auf 555 Euro Ende 2018 und 740 Euro Ende 2019 an. Der Landesdurchschnitt liege derzeit bei 211 Euro.

Wie Bürgermeister Wilhelm Helmer (CDU) sagte, seien die Investitionen notwendig, auch wenn ihm die hohe Verschuldung Sorgen bereite, so Helmer. Die Gemeinde müsse deshalb auch immer auf den Abbau dieser Schulden achten. Hans Wilmes (CDU) betonte, dass man mit dem Kindergarten in die Zukunft investiere, gleichzeitig aber auch eine Steuererhöhung in Betracht ziehen müsse. Dies sah auch Heiner Gerdes (UWG) so. Die Hebesätze für die Steuern müssten gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden angeglichen werden. Zudem hätte er sich mehr Geld für Umweltmaßnahmen gewünscht, so Gerdes.

Anhebung der Steuersätze nötig

Helmer betonte, dass die Anhebung der Steuersätze im vergangenen Jahr zu keiner Übereinstimmung mit den Nachbarkommunen geführt habe. Für 2019 sei dies aber „dringend nötig“, so der Bürgermeister. Johannes Rieken (Einzelkandidat) sagte, dass die Umgestaltung des Kirchenumfeldes „der einzige Luxus“ sei, den sich die Gemeinde neben den Pflichtaufgaben leiste.

Der Ergebnishaushalt der Gemeinde wird in diesem Jahr laut Meerpohl mit einem Minus von gut 400.000 Euro abschließen. Auf der Einnahmenseite plane er mit 1,6 Millionen Euro bei den Gewerbesteuern, wobei dieser Wert in den vergangenen zwei Jahren zum Jahresende die Zwei-Millionen-Marke überschritten habe.

Unterhaltskosten für Kitas steigen weiter

Bei den Transferaufwendungen schlage der Posten für die Kita aufgrund von Neueinstellungen und Tarifangleichungen hingegen deutlich höher zu Buche. Die Gemeinde bezuschusse die Einrichtung mit 353.000 Euro. Wie Helmer mitteilte, würden diese Kosten durch den neuen Kindergarten künftig auf mehr als eine halbe Million Euro ansteigen. „Und das ohne die weiteren Kostensteigerungen für den beitragsfreien Kindergarten“, so der Bürgermeister.