125 Jahre Hümmlinger Volksbank Vom „Kassenverein“ zum erfolgreichen Geldinstitut

Von Mirco Moormann


Werlte. Die Hümmlinger Volksbank in Werlte feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Die Vorstände Günther Scheffczyk und Edwin König geben einen Einblick in die Geschichte – und laden zu mehreren Jubiläumsveranstaltungen ein.

Die Bankchefs blicken nicht ohne Stolz auf die Historie ihres Hauses zurück – schließlich hat sich das Geldinstitut, das im Juli 1893 in Werlte gegründet wurde, seither gut gehalten. Aus diesem Grund wird das Jubiläum in diesem Jahr mit einem Unternehmerabend im April und einer Gala im August gebührend gefeiert.

Nach Aussagen der Vorstände geht die Bank auf den „Werlter Spar- und Darlehenskassenverein“ zurück, der vom damaligen Kaplan Anton Hellen ins Leben gerufen wurde. Am 23. Juli 1893 wurde nicht nur der Verein gegründet, sondern auch gleich die erste Generalversammlung einberaumt, auf der Vorsteher und Aufsichtsrat gewählt wurden. Die Männer der ersten Stunde hießen Cramer, Griep, Rühlander, Oldiges, Dröge oder Meistermann.

Sie haben laut Scheffczyk und König „das Fundament dafür gelegt, was heute die Hümmlinger Volksbank ist“. Der Verein sollte, so steht es in der 125 Jahre alten Gründungsurkunde, „der Erleichterung der Geldanlagen und Förderung des Sparsinns“ sowie „der Gewährung von Darlehen an die Genossen für ihre Wirtschaftsbetriebe“ dienen. Diese wurden bereits einen Tag später, am 24. Juli 1893, vom königlichen Amtsgericht zu Sögel abgesegnet.

Seither hat die Bank, die mit „Spar- und Darlehnskasse Werlte“ und „Volksbank Werlte“ schon mehrere Namen hatte, eine stetige Entwicklung erlebt. Während es zu Beginn etwa 30 Mitglieder waren, die sich dem Kassenverein“ angeschlossen hatten, waren es zum 75-jährigen Jubiläum 1968 bereits 774 Mitglieder und 1080 Kunden. Zum 100-jährigen Bestehen waren die Zahlen auf 1752 Mitglieder und 5762 Kunden angestiegen.

Den größten Schub hat es aber in den vergangenen 25 Jahren gegeben. Heute zählt die Hümmlinger Volksbank, die ihren Namen seit der Fusion mit der Raiffeisenbank Vrees-Rastdorf im Jahr 1996 trägt, knapp 4000 Mitglieder und mehr als 11.000 Kunden.

In den Zahlen der Bilanzsummen spiegelt sich dieses Wachstum deutlich wieder. 1968 noch mit umgerechnet 4,5 Millionen Euro stieg die Summe auf knapp 41 Millionen im Jahr 1993 an. Mittlerweile liegt sie bei etwa 288 Millionen Euro. Auch die Wirtschaftskrise vor zehn Jahren konnte dem Erfolg der Bank nichts anhaben, so die Vorstände.

Auch baulich hat sich die Bank stetig verändert. Anfangs mit Sitz an der Poststraße, zog das Geldinstitut an die Hauptstraße, bevor 1982 der heutige Firmensitz errichtet wurde. Seither wurde auch hier um- und angebaut. In diesem Jahr konnte der benachbarte Frisörsalon Sievers gekauft werden. Dieser soll im Sommer abgerissen werden, sodass Möglichkeiten für weitere Entwicklungen entstehen. Ihrer gesellschaftlichen Pflicht im Sinne des Genossenschaftsgründers Friedrich-Wilhelm Raiffeisen kommt die Bank nach Aussage der Vorstände ebenfalls nach. Jedes Jahr würden etwa 50.000 Euro aus Stiftungs- und Zweckerträgen für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt.

Gefeiert wird das Jubiläum in Werlte mit einem Unternehmerabend am Donnerstag, 5. April, im Trailer-Forum des Fahrzeugbauers Krone. Etwa 300 Gäste werden erwartet, darunter sind der niedersächische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann, der Landrat des Landkreises Emsland, Reinhard Winter, die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sowie der Europaabgeordnete Jens Giesecke. Es soll über die wirtschaftliche Situation in der Samtgemeinde Werlte, aber auch im Landkreis und dem Land diskutiert werden. Am 30. Mai folgt die Jubiläums-Generalversammlung im Saal Hahnenkamp, bevor im August eine Galaveranstaltung ansteht. 700 Gäste werden im Festzelt erwartet, laut Scheffczyk und König wird es „zahlreiche Highlights“ geben, auch aus dem Fernsehen bekannte Künstler werden erwartet.