Kommunen informieren sich Gemeinde Vrees stellt altersgerechte Wohnungen vor

Von Nils Kögler

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koeg Vrees. Vertreter des Projektes „Demografiewerkstatt Kommunen“ (DWK) sind zu Gast in der Gemeinde Vrees gewesen. Die acht teilnehmenden Kommunen aus ganz Deutschland berieten sich mit Experten über Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels.

Im Vordergrund des Treffens stand die Präsentation von Praxisbeispielen, die bereits in den Kommunen umgesetzt wurden. So wurde die Gemeinde Vrees in Sachen Einsatz von technischen Assistenzsystemen beraten. Hierzu gehörten etwa ein Medikamentenspender, der die Arzneien automatisch richtig dosiert, die Patienten an die Einnahme erinnert und bei Nichteinnahme eine Zentrale informiert. Zudem werde ein Kommunikationssystem entwickelt, das wichtige Personen mit einem Foto abspeichere und diese per Klick auf das Foto kontaktiere, erklärte Bürgermeister Heribert Kleene.

Ziel der Systeme sei es, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Wie Kleene weiter erklärte, wolle die Gemeinde so auf eine Heimunterbringung verzichten, da diese Form der Unterbringung die kosten- und personalintensivste sowie von den meisten Betroffenen nicht gewünscht sei.

Aus diesem Grund hat die Gemeinde schon jetzt fünf barrierefreie Wohnungen errichtet, die im April eröffnet werden sollen. Die knapp 70 Quadratmeter großen Wohnungen können für ungefähr 500 Euro monatlicher Kaltmiete von Personen ab 60 Jahren oder Menschen mit starker Behinderung bewohnt werden. Zur Ausstattung wird unter anderem eine Küche mit höhenverstellbaren Schränken und Arbeitsflächen gehören, wie Kleene während einer Führung durch das Gebäude erklärte. Bei Bedarf sei die Errichtung weiterer Wohnungen durchaus möglich. Bauplätze gebe es hierfür bereits.

Auch die anderen Mitgliedsgemeinden konnten im Rahmen des Austauschtreffens von positiven Praxisbeispielen berichten. So präsentierten Vertreter der Gemeinde Lünne ihren „Dorfdialog“. Diese Methode für mehr Bürgerbeteiligung habe maßgeblich zum Sieg der Gemeinde beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im August des vergangen Jahres beigetragen, hieß es auf dem Treffen.

Kleene hatte neben den Vertretern der teilnehmenden Kommunen auch die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) begrüßt. Die Abgeordnete fand für das gesamte Projekt und insbesondere die Gemeinde Vrees lobende Worte. Auch von den anderen Gästen, darunter der stellvertretende Landrat Willfried Lübs und der Bürgermeister der Samtgemeinde Werlte, Ludger Kewe, erhielt das Projekt großes Lob. Andreas Kirner, Leiter des zuständigen Referats 316 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), welches das Projekt fördert, sagte, dass die Zusammenarbeit mit den Teilnehmerkommunen über fünf Jahre fortgesetzt werden soll.

Insgesamt zogen die Teilnehmer ein positives Zwischenfazit. So führten die Prozesse, die durch das Projekt angestoßen würden, zu übertragbaren Lösungen, die an die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden könnten. Der Blick in die Zukunft fällt ebenfalls optimistisch aus. Nach Angaben von Kirner sei die DWK im neuen Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert. Somit habe man die Perspektive, das Projekt auszubreiten, erklärte Kirner.


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