Stärken-Schwächen-Analyse Vorprüfung liefert Ergebnisse für Werlter Stadtumbau

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Für eine Verlegung und einen Rückbau der Bahnanlagen an der Sögeler Straße in Werlte spricht sich der Stadtplaner aus. Foto/Archiv: Mirco MoormannFür eine Verlegung und einen Rückbau der Bahnanlagen an der Sögeler Straße in Werlte spricht sich der Stadtplaner aus. Foto/Archiv: Mirco Moormann

Werlte. Erste Ergebnisse hat eine Vorprüfung für die geplante Stadtsanierung in Werlte hervorgebracht. Während der Sitzung des städtischen Bau- und Wirtschaftsausschusses gaben Vertreter der Planungsbüros einen aktuellen Sachstand.

Vor knapp einem Jahr hat die Stadt den Entschluss gefasst, sich für eine Teilnahme am Städtebauförderprogramm zu bewerben, um Gelder für die Umgestaltung des Ortskerns einzuwerben. Die jetzt von den begleitenden Planungsbüros DSK (Deutsche Städte- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft) aus Bremen und der IPW Ingenieurplanung aus Wallenhorst abgeschlossenen vorbereitenden Untersuchungen sind Voraussetzung für eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen. Das Untersuchungsgebiet ist etwa 43 Hektar groß und gliedert sich in drei Teile. Dazu gehört das Gebiet rund um das Rathaus, das Areal am St.-Rapahael-Stift sowie das Bahnhofsumfeld an der Sögeler Straße.

Erste Maßnahmen im Herbst 2019?

Torben Pöplow vom Büro DSK erklärte während der Sitzung die Rahmenbedingungen. Nach seinen Worten ist die Programmanmeldung mit Abgabe des Begründungskonzeptes zum 1. Juni vorgesehen. „Wir stellen einen Antrag für eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm für den Sommer 2019 und hoffen, dass erste Projekte im Sanierungsgebiet im Herbst nächsten Jahres gestartet werden können“, so Pöplow.

Kompaktes Stadtzentrum, hohes Arbeitsplatzangebot

Stadtplaner Matthias Desmarowitz von der IPW Ingenieurplanung stellte die Ergebnisse der für das gesamte Stadtgebiet geltenden durchgeführten Stärken-Schwächen-Analyse vor. Positiv hervorzuheben sind dabei nach seinen Worten unter anderem das kompakte Stadtzentrum, ein hohes Arbeitsplatzangebot, die zentrale Siedlungsstruktur, der vorhandene Bahnanschluss sowie die Vorreiterrolle Werltes im Klimaschutz.

Schlechte Straßen, brachliegender Bahnhof

Schwächen habe die Analyse laut Desmarowitz indes aufgrund der unklaren Nutzungsperspektive für das Rathausumfeld hervorgebracht. Auch im Stadtzentrum gebe es wegen der hohen Verkehrsbelastung, vorhandener Straßenschäden sowie der geringen Aufenthaltsqualität Verbesserungspotenziale. Zudem nannte der Stadtplaner die brachliegende Fläche am alten Bahnhof, die fehlende gymnasiale Oberstufe und die große Entfernung zu Oberzentren und Autobahnen als Schwachstellen.

Eigenentwicklung der Ortsteile im Blick behalten

Erste Vorschläge für eine Behebung der Schwächen lieferte Desmarowitz gleich mit. „Wir haben dabei verschiedene Handlungsschwerpunkte gesetzt. Aus unserer Sicht wäre eine Verlegung und Rückbau des Bahnhofsumfeldes sinnvoll. Zudem spricht viel für eine Sanierung von Straßen, Flächen und Grünanlagen sowie der Schaffung von zusätzlichen Wohnräumen für Ältere.“ Als städtebauliche Ziele nannte er die verkehrliche Entlastung des Stadtzentrums, die Weiterentwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten und den Ausbau des Freizeitangebots. Dabei dürfe die Eigenentwicklung der einzelnen Ortsteile aber nicht aus den Augen verloren werden.

Blick von außen als Diskussionsgrundlage

„Wir haben ein recht dickes Paket geschnürt, weil es sich hier um ein großes Untersuchungsgebiet handelt. Jetzt sind wir gespannt auf ihren Input“, so Desmarowitz. Für Stadtdirektor Ludger Kewe ist die externe Begleitung der Planer von großer Bedeutung, „weil sie uns einen Blick von außen gibt und eine gute Diskussionsgrundlage darstellt“. Mit den in der Prüfung festgestellten Defiziten im Untersuchungsgebiet würden sich laut Kewe nun die Fraktionen inhaltlich auseinandersetzen. „Vielleicht sehen wir ja Dinge anders oder haben noch Ergänzungsvorschläge“, so der Stadtdirektor. Maria Scholübbers von der SPD-Fraktion teilte mit, dass viele der genannten Baustellen dem Rat bekannt seien. „Weil es sich dabei aber um kostenintensive Maßnahmen handelt, wurden bislang keine Lösungen gefunden. Es wäre also gut, wenn wir in das Programm aufgenommen werden.“

Das mögliche Sanierungsgebiet Werltes teilt sich in drei Bereiche auf. Quelle: Stadt Werlte • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

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