EZ-Porträtserie „Der rote Faden“ Bernd Schuckenbrock aus Lahn findet Ruhe beim Pflügen

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Die Kirche und seine Familie sind der rote Faden im Leben von Kirchenvorstand Bernd Schuckenbrock. Foto: Susanne Risius-HartwigDie Kirche und seine Familie sind der rote Faden im Leben von Kirchenvorstand Bernd Schuckenbrock. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Lahn. In der EZ-Porträtserie „Der rote Faden“ spricht in dieser Folge Bernd Schuckenbrock aus Lahn über sein Leben und seine Liebe zur Heimat.

Bernd Schuckenbrock sagt von sich: „Mein Leben ist unspektakulär.“ Sein Lebenslauf sei typisch für einen Emsländer, meint der 62-Jährige und zählt auf: Schule, Fußball, Landjugend, Freiwillige Feuerwehr. Der Fußball war für Schuckenbrock verbunden mit Höhen und Tiefen, erinnert er sich. Er habe immer gerne gespielt aber „Andere waren besser“.

Eine Lehre als „Bankkaufmann mit Warenverkehr“ hat Schuckenbrock absolviert. Das ist eine Besonderheit, denn „Ich war der Letzte mit diesem Ausbildungsweg.“ Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war der Emsländer, 1977 Eintritt in die freiwillige Feuerwehr Werlte/Lorup.

Weil er selbst schon als Kind Fußball gespielt und gut betreut worden sei, habe er das auch für die Kinder gemacht, sie gefahren zum Beispiel. „Um zurückzugeben, was ich als Kind erlebt habe.“ Ganz ähnlich war das mit dem Auftrag als Nikolaus. Zwei Nächte lang hat Bernd Schuckenbrock überlegt, ob er das wirklich machen soll. Als er gefragt wurde, habe er sich gefragt: „Kann ich das? Dann habe ich es ein Jahr gemacht. 1994 am 5. Dezember abends.“ Und es hat ihm Spaß gemacht. Denn nur an diesem Datum ist der Nikolaus gefragt, findet der Emsländer, so ist es Tradition.

Grundwehrdienst in Werlte abgeleistet

„Die Bundeswehr-Zeit ist mir im Kopf geblieben“, erzählt der Bankkaufmann weiter. „Wir hatten eine gute Stube, also eine gute Kameradschaft und echten Zusammenhalt. 1975/76 war das.“ Den Grundwehrdienst konnte er in Werlte ableisten. Dort habe er fürs Leben gelernt, „nicht nur, den Schrank richtig aufzuräumen,“ sagt er mit einem Augenzwinkern.

„Und dann musste man sich schon umsehen nach einer Lebenspartnerin“, erinnert sich der 62-Jährige. Seine Frau lernte er 1976 beim Werlter Schützenfest kennen, eine Krankenschwester, ebenfalls aus Lahn. Schuckenbocks haben drei Kinder und zwei Enkelkinder. Wenn die Eltern mal feiern gehen wollten, haben sich die Großeltern um die Kinder gekümmert. „Jetzt nehmen wir die Enkelkinder, auch hier ist es ein Nehmen und Geben“, erklärt der Emsländer.

Kassenwart beim SV Lahn

Nach dem aktiven Fußball ließ sich Schuckenbrock in die Pflicht nehmen mit einem Vorstandsposten als Kassenwart beim SV Lahn. Seit 1989 hat er dort mitgewirkt. Bis heute, aber jetzt möchte er das Amt in jüngere Hände legen. „Die Jungen haben neue Ideen,“ findet er.

Seine Mitarbeit im Kirchenvorstand macht dem 62-jährigen viel Spaß: „Ich lasse mich wieder aufstellen“, bestätigt er. Denn dann kann er mitentscheiden, wo in der Gemeinde investiert wird, neue Heizung, Behindertentoiletten, den Kirchturm neu einfugen. „Gelder dafür mussten gesammelt werden und die Gemeinde hat uns nicht im Regen stehen lassen.“ Auch die Hege und Pflege der besonders schönen Weihnachtskrippe ist ihm ein Anliegen.

Die Landwirtschaft ist inzwischen ein Hobby von Bernd Schuckenbrock. Aber die Bürokratie nimmt überhand, findet der Emsländer. „Ackerbau habe ich immer gerne gemacht.“ Meist samstags oder am Wochenende. Ohne Handy dafür mit Ruhe beim Pflügen und Eggen „auf dem Trecker sitzen, in der Natur sein, das ist eine schöne Sache.“ Wenn die Enkel soweit sind, möchte Schuckenbrock mit der Kindergartengruppe einen Besuch im Kuh- und Schweinestall unternehmen, um den kleinen Emsländern die Landwirtschaft nahe zu bringen.

Wollte nie aus Lahn wegziehen

„Freundeskreis und Zusammenhalt auf dem Dorf sind wichtig,“ betont Bernd Schuckenbrock. Beim Frühschoppen jeden Sonntag nach dem Hochamt wird alles besprochen, man trifft sich, ist informiert. Er wollte aus nie Lahn wegziehen und legt Wert auf hiesige Brauchtums-Pflege. „Kein Halloween, lieber Laterne-Singen, Wärpelraut für die Freunde als Neujahrsgruß“, erklärt er und zeigt eine selbst geschnitzte Tunschere.


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