Kostensteigerung um 4,5 Prozent Neubau der Grundschule in Werlte soll im Herbst starten

Von Christian Belling


Werlte. Wenn alles nach Plan läuft, soll noch in diesem Jahr mit dem Bau der neuen Grundschule in Werlte begonnen werden. Das teilte Erster Samtgemeinderat Christian Rüve am Dienstag auf der Sitzung des Schulausschusses der SG Werlte mit.

„Wir sind in den vergangenen Wochen ein gutes Stück vorangekommen und haben die Entwurfsplanung abgeschlossen“, so Rüve. Jetzt gehe es vorbehaltlich eines entsprechenden Beschlusses des SG-Rates an die Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie die Vorbereitung der Vergabe. „Mit dem jetzigen Stand sind wir sehr zufrieden. Wir sind optimistisch, den Bau im Herbst/Winter starten zu können.“ Intensiv beschäftigte sich Rüve zufolge die Lenkungsgruppe, die den Bau der neuen Grundschule koordiniert, mit den Inhalten der Entwurfsplanung. Dazu zählen nach Worten des Ersten SG-Rates unter anderem die Grundrisse und Schnitte, die Kostenberechnung, sowie die Gebäudesteuerung.

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Hinsichtlich der Kosten teilte Rüve mit, dass sich die im Jahr 2015 kalkulierte Summe in Höhe von 7,52 Millionen Euro für die Konstruktion des Bauwerkes, die Haustechnik und die Honorare für die Fachplaner um 4,5 Prozent auf knapp 7,9 Millionen Euro steigern wird. Er begründete dies in der Sitzung mit dem Baupreisindex. Der wird laut Rüve seit Jahren vom Bundesamt statistisch erhoben und ermittelt die Kostensteigerungen bei den Bauleistungen. Laut Rüve liegt die Preissteigerungsrate bei sechs Prozent. „Mit unseren 4,5 Prozent liegen wir noch unter diesem Wert.“ Er machte aber auch deutlich, dass es sich nach wie vor um Kalkulationen handelt. „Wo die Reise genau hingeht, wissen wir erst, wenn die Angebote auf unsere Ausschreibungen vorliegen.“

Lenkungsgruppe sieht Einsparpotenziale

Aufgrund der Kostensteigerung habe sich die Lenkungsgruppe nach Angaben des Ersten SG-Rates vor Verabschiedung der Entwurfsplanung noch intensiv mit möglichen Einsparpotenzialen befasst. Herausgekommen ist dabei eine Reduzierung der Kosten um 114.500 Euro. So sollen im Vorfeld eingeplante Punkte wie die Wandverkleidung der Flure mit einem sogenannten Rammschutz ebenso nicht mehr ausgeführt werden wie die Trittdämmung auf dem Dachboden und die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die Mensa.

„Reduzierung nicht auf Kosten der Schüler“

Lehrervertreter Hendrik Flatken regte an, über die Wandverkleidung der Flure noch mal nachzudenken. „Das Zerstörungspotenzial durch die Schulranzen ist enorm hoch.“ Rüve zufolge wolle man erst die Entwicklung abwarten. „Wir sehen uns das an, haben aber immer die Möglichkeit nachzurüsten.“ Jörg Schmalfeldt von der CDU-Fraktion lobte die Planung und die vorsehenen Einsparungen. „Die Reduzierung geht aber nicht auf Kosten der Schüler und Lehrer oder des Unterrichtes. Das ist dabei wichtig.“

Neubau soll im Sommer 2020 fertig sein

Der Neubau der Grundschule am Hilligenweg soll im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Das Gesamtinvestitionsvolumen mitsamt Außenanlagen, Inneneinrichtung und Umzug liegt bei rund zehn Millionen Euro. Entstehen soll ein 80 mal 60 Meter großes, zweigeschossiges Schulgebäude in T-Form und massiver Bauweise. Im Ganztagsbereich wird es eine Mensa, einen Mehrzweckraum oder etwa einen Musikraum geben, der an eine Bühne grenzt und bei Konzerten oder Theateraufführungen als Backstage-Raum genutzt werden kann. Eine Küche mit Essensausgabe sowie weitere Sozial- und Nebenräume sind ebenfalls eingeplant. Im Obergeschoss sollen neben den Klassenräumen auch die Verwaltung und das Lehrerzimmer mit Bibliothek und Arbeitsbereichen untergebracht werden. Insgesamt beträgt die Fläche rund 4300 Quadratmeter.

Haltezone für Elterntaxis geplant

Im Außenbereich vor der Schule soll ein Parkplatz sowie eine Haltezone für Elterntaxis eingerichtet werden. Der Hilligenweg soll nur im vorderen Bereich von der Loruper Straße aus für Autos befahrbar sein. Die Autos könnten dann auf dem Parkplatz wenden und wieder über die Loruper Straße abfahren. Eine Bushaltestelle soll ebenfalls am Hilligenweg eingerichtet werden. Weitere Zuwegungen für Radfahrer und Fußgänger sollen den Planungen zufolge mithilfe eines neuen Verkehrskonzeptes getrennt voneinander auf das Schulgelände führen. Zudem sind neben dem 1100 Quadratmeter großen Schulhof weitere Freiflächen und ein künstlich angelegter Berg auf dem etwa 20.000 Quadratmeter großen Gelände geplant.

Am Hilligenweg wird die neue Grundschule gebaut. Quelle: Hambrock/Gerdes & Breer/Weber · Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

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