Opfer in Werlte geschlagen und getreten? Festnahme nach Tod eines 31-Jährigen aus Börger

Von Gerd Schade

Schläge und Tritte sollen zum Tod eines 31-jährigen Mannes aus Börger in Werlte geführt haben. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaSchläge und Tritte sollen zum Tod eines 31-jährigen Mannes aus Börger in Werlte geführt haben. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Werlte/Börger. Mehr als vier Monate nach dem Tod eines während des Werlter Herbstmarktes 2017 aufgefundenen Mannes hat die Polizei einen 33-Jährigen festgenommen. Er steht nach Angaben der Ermittlungsbehörden von Dienstag im Verdacht, den Mann nach an einen Streit mit Schlägen und Tritten angegriffen und ihm dadurch tödliche Verletzungen zugefügt zu haben.

Das Opfer, ein 31 Jahre alter Mann aus Börger, war nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei in den frühen Morgenstunden des 24. September 2017 zunächst bewusstlos in der Nähe des Werlter Kirmesgeländes aufgefunden worden. Drei Tage später verstarb er im Krankenhaus. Zuvor war er laut Polizei in ein künstliches Koma versetzt worden. Zunächst hatte es den Ermittlern zufolge keine konkreten Hinweise auf ein Fremdverschulden gegeben. Das hatte die Polizei seinerzeit auch auf Anfrage unserer Redaktion angegeben.

Gehirnuntersuchung gibt Aufschluss

Die Staatsanwaltschaft hatte nach eigenen Angaben unmittelbar nach dem Auffinden des Mannes eine körperliche Untersuchung und nach dessen Tod eine Obduktion des Leichnams angeordnet. Erst eine abschließend ebenfalls durch die Staatsanwaltschaft verfügte neuropathologische Untersuchung des Gehirns habe dann jedoch ergeben, dass das Opfer infolge von schweren Gewalteinwirkungen auf den Kopf verstorben sein dürfte. Wie die Ermittler weiter mitteilten, führten die umfangreiche Nachforschungen von Staatsanwaltschaft und Polizei nun zur Identifizierung und Festnahme des 33-jährigen Beschuldigten. Er ist den Angaben zufolge dringend verdächtig, das Opfer körperlich so malträtiert zu haben, dass die Verletzungen letztlich tödlich waren.

Haftbefehl außer Vollzug gesetzt

Der Beschuldigte wurde laut Staatsanwaltschaft bereits am vergangenen Mittwoch dem Haftrichter am Amtsgericht Meppen vorgeführt. Er habe einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge erlassen. Der Haftbefehl sei durch das Gericht unter Auflagen aber außer Vollzug gesetzt worden.

Im Netz über Straftat spekuliert

Nach der Obduktion im rechtsmedizinischen Institut in Oldenburg war die Polizei zunächst davon ausgegangen, dass entweder eine frühere Unfallverletzung oder ein akuter Krankheitsfall zum Tod des 31-Jährigen geführt habe. „Das ist nicht abschließend geklärt, ändert aber nichts an der Tatsache, dass in diesem Fall kein mögliches Verschulden Dritter vorliegt“, sagte ein Polizeisprecher damals. Wie er seinerzeit weiter betonte, seien mit dem Ergebnis der Obduktion sowohl die polizeilichen als auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen abgeschlossen. Die Beamten waren mit ihrer Einschätzung auch Kommentaren im sozialen Netzwerk Facebook entgegengetreten, in denen über eine Straftat spekuliert worden war.