EZ-Porträtserie „Der rote Faden“ Monika Fortwengel aus Lahn hat ein Herz für Jersey-Rinder

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Monika Fortwengel hat sich mit der Haltung der anhänglichen Jersey-Rinder einen Traum erfüllt. Foto: Susanne Risius-HartwigMonika Fortwengel hat sich mit der Haltung der anhänglichen Jersey-Rinder einen Traum erfüllt. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Lahn. Monika Fortwengel steht einmal im Jahr für mehrere Vorstellungen mit der Theatergruppe Lahn/Ostenwalde auf der Bühne. In diesem Frühjahr verkörpert sie eine resolute Ortsbrandmeisterin.

Die neugierige Nachbarin hat die 49-Jährige auch schon gegeben und sie mag diese speziellen Rollen. „Wir bringen nur lustige Stücke auf die Bühne und lachen selber viel bei den Proben“, erzählt die Landwirtin. Das sei ein toller Ausgleich zum Alltag.

Die Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „De Grillvereen un ehr rodet Auto“ wird dieses Jahr am 10. März für Kinder gespielt, am 12. März ist der Abend der Senioren geplant. Nach der letzten Aufführung feiert das Ensemble mit ausgelassenem Tanz und DJ. Darauf freut sich Fortwengel schon jetzt.

Herzklopfen muss dabei sein

Obwohl sie bereits seit länger Zeit bei der Theatergruppe aktiv ist, hat die vierfache Mutter aus Lahn immer noch Lampenfieber. „Ein bisschen Herzklopfen muss dabei sein, dann wird es besser“, weiß sie. Vor zwei Jahren spielte sie mit einer Partnerin ein Schwesterpaar, das vor dem Fernseher sitzt, Chips futtert und dabei auch noch jede Menge Text zu sprechen hat. „Nach der Aufführung haben mich Zuschauer gefragt, wie man gleichzeitig so viel essen und reden kann,“ erinnert sich Fortwengel lachend.

Monika Fortwengel hat vier Kinder im Alter von 23 und 31 Jahren und zwei Enkelkinder. In ihrem Leben sei in erster Linie die Familie wichtig, betont Fortwengel. Durch die Partner ihrer Kinder sei diese noch gewachsen. Es sei ihr ein Anliegen, mit Angehörigen persönlich am Tisch zu sitzen und sich zu unterhalten. „Wir müssen uns auch nicht jeden zweiten Tag anrufen, aber informieren, wenn etwas los ist. Das geht zwischendurch auch mal über Whatsapp.“

Alle Kühe haben Namen

Die Arbeit auf dem Hof in Lahn ist ihr Traumberuf, sagt Fortwengel. Es ist abwechslungsreich und sie liebt es, die Kälber aufwachsen zu sehen. „Die Kühe haben alle einen Namen, die Bindung ist dann eine andere,“ weiß die Emsländerin. Seit knapp zehn Jahren finden sich auf dem Hof auch Jersey-Rinder neben den Schwarzbunten. „Sie sind anhänglich, werden gerne gestreichelt und haben braunes glattes Fell“, beschreibt sie die Rasse.

Bei einer Ausstellung hatte Fortwengel die Rinder von der Insel Jersey gesehen und sich direkt „verliebt“. Zum 40. Geburtstag hat der Züchterclub ihr dann zwei Kälber mitgebracht. Inzwischen hat sie weitere Tiere dazu gekauft. „Sie sind klein und anhänglich und eigentlich ist es mehr ein Hobby“, erklärt die Landwirtin. Die Kühe geben weniger Milch, diese sei dafür aber höher im Eiweiß- und Fettgehalt.

Freue an der Landwirtschaft

Ein Aspekt, der ihr am Leben auf dem Hof besonders gefällt ist die Tatsache, dass oft junge Leute zum Praktikum da sind oder Helfer, die teilhaben aus Freude an der Landwirtschaft: „Sie kommen wie unsere eigenen Kinder mit an den Tisch und werden im Betrieb genauso angewiesen und integriert.“

Mit den jungen Leuten bestehe eine gute Verbindung: „Jungs, die öfter kommen, räumen auch schon mal die Spülmaschine aus.“ Dadurch, dass immer viele Menschen auf dem Hof seien, bekomme sie andere Einsichten. „Junge Leute haben teilweise ganz andere Ideen, es ist schön, das mitzukriegen,“ findet Fortwengel.


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