„Wissen nicht wohin“ Hilfsorganisation aus Lorup sucht neues Lager

Von Christian Belling


Lorup. Die Hilfsorganisation „Das Emsland hilft“ aus Lorup sucht dringend neue Lagerräume. Die derzeitige Bleibe am Osteresch muss sein Verein bis Mitte Februar verlassen.

„Wir haben noch allerhand hier stehen und müssen uns notgedrungen bereits von dem einen oder anderem Möbelstück verabschieden“, teilt Markus Hamacher mit Blick auf den georderten Schuttcontainer mit. Zwei Jahre hatte der die Hilfsorganisation, die Hamacher im Zuge der Hochwasserkatastrophe an der Elbe im Jahr 2013 gegründet hat, sein Domizil im hinteren Bereich des ehemaligen Supermarktes. „Wir sind dem Eigentümer sehr dankbar dafür, dass er uns in dieser Zeit alles zur Verfügung gestellt hat und sich auch finanziell mehr als großzügig zeigte“, so Hamacher. Doch aufgrund eines angekündigten Umbaus wurde dem Verein mitgeteilt, dass er dort die Zelte abbrechen muss.

„Wir haben alles da, um ein Haus einzurichten“

Für Hamacher und die weiteren zehn ehrenamtlichen Helfer drängt nun die Zeit. „Wir müssen hier jetzt raus, doch wissen nicht wohin mit den ganzen Sachen“, erklärt der 49-Jährige. Zwar habe sich das Lager bereits etwas geleert, weil einiges von Bedürftigen abgeholt oder anderen Organisationen gespendet wurde oder zum Teil auch im Container gelandet ist. „Das tut uns aber in der Seele weh, weil es ja eigentlich noch brauchbar ist“, macht Hamacher deutlich. Nach seinen Worten versorgt der Verein rund 300 Menschen, die ihre Bedürftigkeit nachweisen können und regelmäßig das Lager aufsuchen. „Im Prinzip haben wir alles da, um ein komplettes Haus einzurichten“, macht der 49-Jährige deutlich.

Im Angebot hat die Organisation außer Möbel auch Bekleidung, technische Geräte und Ausstattungen wie Geschirr, Besteck oder Dekoartikel. Die Spenden kommen dabei nach seinen Worten sowohl von Unternehmen als auch von Privatpersonen. „Wir sind allen sehr dankbar, die uns bis hierhin unterstützt haben.“

Helfer auch als Sozialarbeiter gefragt

Die Kundschaft, die die Hilfsorganisation aufsucht, ist nach Angaben Hamachers bunt gemischt. „Zu uns kommen gleichermaßen Deutsche wie Nichtdeutsche und suchen den Kontakt.“ Dabei komme es auch häufig vor, dass die Menschen nicht deshalb kommen, weil sie nur kostenlos etwas mitnehmen wollen. „Vielen fehlen auch soziale Kontakte. Die kommen dann, um einfach mal zu reden.“ So seien die Helfer des Vereins durchaus auch als Sozialarbeiter unterwegs. „Was wir schon für Schicksale gehört haben, ist enorm. Nicht selten bekommt man dabei Gänsehaut“, berichtet Hamacher, der beruflich im Sicherheitsdienst tätig ist.

Finanzielle Mittel begrenzt

Bei der Suche nach einer neuen Bleibe ist die Hilfsorganisation für vieles offen. „Wir würden schon gerne auf dem Hümmling bleiben. Das kann aber auch in Werlte, Sögel oder Esterwegen sein“, erklärt der Vereinsgründer. Es ist überzeugt, dass es genug freie Flächen gibt, die als Lager infrage kommen. Da sich der Verein lediglich über die Mitgliedsbeiträge finanziert und für die Ausgabe an die Bedürftigen kein Geld nimmt, ist der finanzielle Spielraum allerdings begrenzt. „Die anfallenden Energiekosten könnten wir übernehmen. Alles was darüber hinaus kommt, ist schwierig“, weiß Hamacher.

Für weitere Informationen oder eine Kontaktaufnahme steht der 49-Jährige per E-Mail an dasemslandhilft@web.de zur Verfügung. Auch auf der Facebook-Seite „Das Emsland hilft e.V.“ kann eine Nachricht hinterlassen werden. Vor Ort in Lorup sind die Vereinsmitglieder in den nächsten beiden Wochen noch zu den regulären Öffnungszeiten am Mittwoch von 13 bis 17 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 17 Uhr anzutreffen.

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