Neue Heimat in Kalifornien Paar erfüllt sich den „Amerikanischen Traum“

Von Mirco Moormann


Werlte/Los Angeles. Tony Schulte, gebürtiger Papenburger, ist schon seit seiner Kindheit ein absoluter USA-Fan. Schon mehr als 100 Mal war er in Nordamerika – und wird nun mit seiner Frau Wiebke nach Kalifornien auswandern.

Seit mehr als 30 Jahren ist Schulte regelmäßig in den Staaten. Durch einen Bekannten, der Pferde von Deutschland in die USA transportiert hat, ist er auf den Geschmack gekommen. „Ich konnte als Transportbegleitung immer kostenlos mitreisen“, erklärt der 64-Jährige, der bürgerlich Anton Schulte heißt. So haben sich im Laufe der Jahre schon mehr als 100 Reisen in das sogenannte „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ergeben.

„Amerikanischen Traum“ umsetzen

Nun folgt für Schulte und seine Frau Wiebke (55) der nächste Schritt, den „amerikanischen Traum“ umzusetzen. Das Paar, das in Löningen lebt, wird nach Los Angeles in Kalifornien auswandern. Am kommenden Donnerstag geht der Flieger in Richtung Sonne. Wiebke Schulte hat sich in den vergangenen Jahren von ihrem Mann anstecken lassen. „In den vergangenen fünf Jahren sind wir mindestens einmal im Jahr dort gewesen“, so die Ehefrau. Beide freuen sich sehr, auch wenn etwas Aufregung mit dabei ist. „Vor allem das Wetter ist super“, meint Tony Schulte. Derzeit seien es in Los Angeles etwa 24 Grad, wobei das Thermometer nur selten unter die 20-Grad-Marke sinke. Die 35 Grad im Sommer ließen sich aber aufgrund des Pazifik-Windes gut aushalten, weiß Tony Schulte aus Erfahrung.

Vorliebe für „Line-Dance“

Bei ihren zahlreichen Reisen haben sich die zwei in die landschaftliche Vielfalt und die Kultur verguckt. Zudem teilen sie die Vorliebe für einen speziellen amerikanischen Tanz. Am „Line-Dance“ zu moderner Country-Musik haben sie viel Freude. Dieses Hobby üben die zwei auch hier in Deutschland aus. Bei einem Besuch auf der Werlter Woche vor einigen Jahren haben sie die „Hot Fire Boots“, eine Tanzgruppe des Werlter Rodeo-Clubs, entdeckt. Es dauerte nicht lange, da waren die Schultes Mitglieder im Verein. Auch aktiv haben sie mitgestaltet, Wiebke Schulte übernahm die Leitung der Tanzgruppe, Tony engagierte sich im Vorstand. Diese Aufgaben haben sie, ebenso wie ihre Jobs aufgegeben.

Verbindung zum Werlter Verein

„Den Verein in Werlte zu verlassen, das war schon nicht so einfach“, sagt Wiebke Schulte. Man habe ein besonderes Verhältnis zu den neuen Freunden aufgebaut. Doch ganz verschwinden wollen die Auswanderer nicht. Zwar erlaubt ihnen die gewonnenen „Green Card“ einen unbegrenzten Aufenthalt im Land. Regelmäßig wiederkommen wollen sie dann aber doch. Tony Schultes Eltern und Tochter leben noch hier. Die Tochter wird auch das Haus der beiden übernehmen, sodass sie es nicht haben verkaufen müssen, erklärt Tony Schulte. Deshalb werden sie mit lediglich vier Koffern die Heimat verlassen. Für die „Green Card“ hatten sie sich seit 2013 beworben, im vergangenen Jahr hat es dann geklappt.

Zuerst Arbeit suchen

In den USA wollen sie sich Arbeit suchen und mittelfristig nicht in Los Angeles wohnen bleiben. „Für die erste Zeit kommen wir in der Wohnung einer Bekannten in San Pedro unter“, sagt Tony Schulte. Von dort aus wollen sie alles Weitere planen. Wiebke Schulte, die gelernte biologisch-technische Angestellte ist, hat kurz nach der Ankunft schon zwei Bewerbungsgespräche in Labors, um die sie sich schon von Deutschland aus gekümmert hat. Tony nimmt die Sache lockerer und will erst mal sehen, was sich ergibt. Aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten werde sich schon etwas ergeben, meint er.

Traumwohnort im Süden

Ihr Traumwohnort liegt aber auch in Kalifornien, allerdings etwas weiter südlich zwischen Los Angeles und San Diego: „Temecula oder Escondido wäre schön“, meint Wiebke Schulte. Doch zuerst wollen sie in das „richtige Leben“ einsteigen, bevor sie sich konkrete Gedanken darüber machen. Langfristig stehe auch die amerikanische Staatsbürgerschaft auf dem Plan des Paares. Dann könne man im Sommer in Deutschland sein und im Winter in Kalifornien, so Tony Schultes Plan.

Vermissen werden sie die Heimat schon, meinen die zwei. Doch schon bald, so erzählen sie, kommt der erste Besuch. Im April werden Freunde aus dem Werlter Rodeo-Club nach Kalifornien kommen.