Auftaktforum in Werlte Erste Ideen für Naturparkplan auf dem Hümmling

Von Christian Belling


Werlte. Eineinhalb Jahre nach der offiziellen Ernennung zum Naturpark Hümmling, sind jetzt die Arbeiten für die Entwicklung eines ganzheitlichen Naturparkplans angelaufen. Dieser soll als Konzept zur Orientierung dienen und Zugänge zu Fördermitteln erleichtern.

Während des Auftaktforums zur Erstellung des Naturparkplans in Werlte erarbeiteten mehr als 100 geladene Gäste aus den am Naturpark Hümmling beteiligten Städten und Gemeinden erste Ideen und konkrete Vorschläge. „Was bislang fehlt und woran wir jetzt arbeiten, ist ein ganzheitliches Konzept. Mit diesem Leitfaden fällt es unter anderem leichter, Fördergelder zu beantragen und die bereits vorhandenen einzelnen Ideen zu koordinieren und unter einen Hut zu bringen“, machte der emsländische Landrat Reinhard Winter deutlich.

Konzept kein starres Instrument

In drei weiteren Foren in Sögel (5. März), Esterwegen (13. März) und Lähden (26. Juni) soll bis zum Sommer der Naturparkplan erarbeitet werden. Winter betonte aber, dass es sich bei dem Konzept um kein starres Instrument handelt. „Es lebt von der permanenten Weiterentwicklung.“ Der Landrat appellierte an die Teilnehmer, sich einzubringen, um gemeinsam Projekte zu entwickeln.

Naturpark dient vielen Interessengruppen

Uwe Carli, Geschäftsführer des Naturparks Hümmling, machte deutlich, dass der Naturpark vielen Interessengruppen zugutekommen kann. „Es ist nicht nur für Touristiker gedacht.“ Vielmehr gehe es nach seinen Worten um eine nachhaltige Regionalentwicklung. „Doch um das zu erreichen, brauchen wir einen Naturparkplan, wie es ihn für das Bourtanger Moor bereits erfolgreich gibt.“ Ein solcher Plan dient Carli zufolge auch als Plattform für den Aufbau eines Netzwerkes und zeige gemeinsame Ziele der Naturparkarbeit auf.

Drei Handlungsfelder

Fachlich begleitet wird Entwicklung des Konzeptes vom externen Beratungsbüro Koris aus Hannover. Wie Karen Dörrer und Julian David mitteilten, habe das Büro im Vorfeld bereits die Arbeit aufgenommen. So wurde eine Bestandsanalyse mit den Potenzialen und Herausforderungen des Naturparks vorgenommen. „Uns war es dabei wichtig zu sehen, worauf wir aufbauen können und in welchen Bereichen es eventuell noch hapert“, erklärte Dörrer. Dabei unterteilte das Beratungsbüro die gewonnenen Ergebnisse in die Handlungsfelder „Wirtschaft und Landnutzung“, „Natur und Klima“ und „Naherholung und Kultur“.

Regionale Identität stark ausgeprägt

Positiv hervor stach dabei David zufolge unter anderem die ausgeprägte regionale Identität sowie die vielfältige Landschaft und Kulturgeschichte. Optimierungsbedarf sehen die Berater hingegen in den Feldern „Attraktive Wegeführung“ und „Abgrenzung von Nutzungsansprüchen“. Als Beispiel nannte David einen Wanderweg, der unmittelbar an einem Schweinemaststall vorbeiführt.

In einer anschließenden Arbeitsphase waren die Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Kultur und Tourismus gefordert, eigene Ideen und Projekte zu den einzelnen Handlungsfeldern vorzubringen. Die dabei gewonnenen Anregungen werden laut Dörrer nun ausgewertet und in den nächsten Foren gemeinsam mit dem Plenum weiter ausgearbeitet.

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