EU-Abgeordnete besuchen E-Gas-Anlage Audi wirbt in Werlte für alternative Autoantriebe



Werlte. Die Europaparlamentarier Jens Gieseke und Werner Kuhn (beide CDU) haben die E-Gas-Anlage von Audi in Werlte besucht. Dabei haben die Verantwortlichen aus Ingolstadt ihre neuen Technologien beworben.

Beim Rundgang über die Anlage, die seit knapp fünf Jahren in Werlte betrieben wird, erklärte Betriebsleiter Tolga Akertek die Funktionsweise. Im Rahmen des E-Gas-Projekts wird mithilfe von Ökostrom aus der Windkraft per Elektrolyse zunächst Wasserstoff produziert. Mit diesem klimafreundlich erzeugten Energieträger lassen sich mittelfristig Brennstoffzellenautos betreiben. Installiert werden soll zudem eine neue Anlage, mit der das E-Gas durch Kühlung verflüssigt werde, um es so besser transportieren zu können.

E-Gas aus Ökostrom und CO²

In Werlte wird mithilfe von Ökostrom aus Windkraft per Elektrolyse Wasserstoff produziert. Der Wasserstoff wird genutzt, um daraus unter Zuführung von Kohlenstoffdioxid, das aus einer benachbarten Biogaslange kommt, Methan zu erzeugen. Das hinzugefügte Kohlenstoffdioxid wird aus Biogasanlagen gewonnen, in denen nur Reststoffe wie etwa Schlachtabfälle verwertet werden. Dieses Methan ist synthetisches Erdgas, das bei Audi E-Gas genannt wird. Das Gas wird in das Erdgasnetz eingespeist. Da die Anlage nur läuft, wenn ein Stromüberschuss im Netz vorhanden ist, kann das Projekt laut Betriebsleiter dazu beitragen, das Problem der Speicherung überschüssigen Wind- oder Solarstroms zu lösen.

350 Kubikmeter pro Stunde

Pro Stunde produziert die Anlage laut Akertek etwa 350 Kubikmeter E-Gas und 1300 Kubikmeter Wasserstoff. Jedoch sei es nach wie vor so, dass die Energiegewinnungstechnik in der „Power to Gas“-Anlage in Werlte nicht im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als zu fördernde Technologie genannt wird. Dies würde sich Audi wünschen, so Akertek. Auch Kuhn bezeichnete dies als „absolut unfair“.

In einem anschließenden Gespräch der Europaparlamentarier stellten der Leiter der E-Fuels-Projekte von Audi, Hermann Pengg und der Leiter Politik der Audi AG, Brian Rampp, die neuen Technologien auf dem Gebiet der alternativen Antriebe und Energieträger genauer vor. Auch die sogenannte Lebenszyklenanalyse von Fahrzeugen wurde erläutert. Dabei wird die Menge an Kohlendioxid berechnet, die von der Herstellung bis zur Verschrottung eines Autos anfällt.

Gute Klimabilanz

Laut Pengg habe ein mit E-Gas betriebenes Fahrzeug nach einer Laufleistung von 200.000 Kilometern eine ebenso gute Klimabilanz wie ein Elektroauto, bei dem während der Herstellung doppelt so viel Kohlendioxid anfalle wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Sie gaben den Parlamentariern den Wunsch mit auf den Weg, dass dieses Gesamt-Berechnungssystem bei der Gesetzgebung auf europäischer Ebene Berücksichtigung findet.


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