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Ziel: Schulzentrum stärken Wallenhorster Politiker für zusätzliche Schulbusse

Von Sandra Dorn | 26.03.2014, 18:23 Uhr

Wallenhorst soll als Schulstandort attraktiver werden. Deshalb sprach sich der Schulausschuss jetzt einmütig dafür aus, in zusätzliche Busse zu investieren und die Kinder mit kostenlosen Schülerfreizeit-Tickets auszustatten. Ziel ist es, die Haupt- und Realschüler in der Gemeinde zu halten. Viele entscheiden sich nämlich für Schulen in Osnabrück.

Sowohl Eltern als auch die Schulleiter der Alexander- und der Realschule hatten sich dafür eingesetzt; mehr als 100 Unterschriften hatte der Schulelternrat der Realschule gesammelt. 

Derzeit brauchen einige Schüler aus Hollage bis zu einer Stunde für den Heimweg vom Schulzentrum, wenn sie nachmittags den Bus nehmen. Die Daten hatte die Gemeindeverwaltung erhoben und festgestellt, dass einige Schüler, die von Haste aus nach Hause fahren, teils im Vorteil sind. Zuständig für die Schülerbeförderung ist der Landkreis Osnabrück. Der wird in Wallenhorst allerdings nichts unternehmen, da sich die Fahrzeiten innerhalb der zulässigen Grenzen befinden. 970 Haupt- und Realschüler leben in der Gemeinde – 370 von ihnen fahren jeden Tag in die Stadt, etwa zur Thomas-Morus-Schule in Haste.

Sowohl die CDU als auch die Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft begrüßten den Vorschlag der Verwaltung, zu den kritischen Zeiten drei zusätzliche Schulbusse anzubieten – und kostenlose Schülertickets, wie sie die Osnabrücker Schüler bereits bekommen. „Es geht letztlich darum, unsere Schülerzahlen konstant zu halten oder sogar wieder hochzufahren“, sagte SPD-Ratsherr Hans Stegemann.

Kritik am Bürgermeister

Doch der Bürgermeisterwahlkampf machte auch vor dem Schulausschuss nicht halt. Vor zwei Wochen hatte Bürgermeister Ulrich Belde zu einem Pressetermin ins Rathaus eingeladen, um das Konzept vorzustellen, das erst jetzt Thema im Schulausschuss war. Stegemann kritisierte die Verwaltungsspitze: „Ich frage mich, was das soll. Das ist nichts anderes als eine Selbstdarstellung.“ Der Ausschussvorsitzende Mark Brockmeyer (CDU) hatte zuvor einen Brief des Realschulleiters Stefan Schmidt vorgelesen, der sich freute, auf welch positive Resonanz der entsprechende NOZ-Artikel gestoßen sei. Brockmeyer: „Ich bitte die Verwaltung, dass wir hier unbelastet diskutieren können.“ Belde war nicht anwesend. Zur Erinnerung: Alle im Rat vertretenen Parteien bis auf die Linke suchen einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten gegen Amtsinhaber Belde für die Wahl am 28. September.

Zurück zum Thema: Dirk Hagen (CDU) forderte, allen Wallenhorster Schülern die kostenlosen Bustickets auszustellen und nicht erst auf Anfrage, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Die Karten an alle zu verteilen – auch an die, die sie gar nicht nutzen –, „das wäre zu oberflächlich mit Steuergeldern umgegangen“, warnte Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann. Statt mit 95000 Euro (13 Euro pro Schüler) rechnet die Gemeinde mit Kosten von 47000 Euro, weil sie annimmt, dass nur die Hälfte der Schüler Karten beantragen wird. Auf einen Sonderpreis hätten sich die Stadtwerke nicht eingelassen.

Hagen äußerte bei der Gelegenheit erneut Kritik am neuen Wallenhorster ÖPNV-Konzept und bat darum, auch die Senioren zu berücksichtigen. Mittmann erläuterte, dass auch diese die Zusatzbusse nutzen können.

Am 1. April wird der Rat ab 19 Uhr im Rathaus über die Zusatz-Schulbusse und Bustickets abstimmen.