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Wasserfeste Heimatfreunde unterwegs Radtour durch Hollage führte zu erneuerbaren Energiequellen

Von Joachim Dierks | 07.09.2015, 16:40 Uhr

Die 15. Auflage der Radtour durch die Hollager Ortsteile litt unter einer dichten Abfolge kräftiger Regenschauer. Da diese vorher angekündigt waren, kamen weit weniger Radel- und Heimatfreunde als in vergangenen Jahren mit auf Tour. Die Wetterfesten, die dabei waren, bereuten es nicht. Denn das Vorbereitungsteam um den Historiker Franz-Josef Landwehr hatte wiederum für informative Zwischenstopps gesorgt.

Wie gleich zu Beginn am Schwarzen See. Dabei handelt es sich um eine ausgebeutete Tongrube, die später mit Wasser voll lief. Ältere Mitradler erinnerten sich noch an die Feldbahnschienen, die hier vom „Poller“ zur Ziegelei führten. Darauf verkehrten Loren, die den Grundstoff für die Hollager Ziegelwerke , gegründet 1910, transportierten. Der Weg führte auch am Reiterhof Bohnenkämper vorbei. Dass sich auf dem Anwesen die älteste Hollager Wassermühle befindet, ist kaum bekannt. „Feldmöllers Mühle“ wird erstmals 1388 erwähnt. Das heutige Mühlengebäude stammt von 1849. Bis 1955 wurde hier gewerblich Getreide gemahlen, danach noch etwa weitere fünf Jahre für den Eigenbedarf.

„Früher wurde hier um die Staurechte gestritten, und jetzt haben wir ein kleines Stück weiter einen ganz aktuellen Streitpunkt, in dem auch wieder ‚Mühlen‘ eine Rolle spielen“, leitete Landwehr zum nächsten Halt über. Er sprach die drei Windkraftanlagen an, die einerseits so viel Strom produzieren, dass rechnerisch 4500 Haushalte damit versorgt werden können, andererseits aber die Entwicklung des hier von der Gemeinde geplanten 36 Hektar großen Gewerbegebiets erschweren. „Denn welcher Unternehmer will schon sein Bürogebäude unter so einen Propeller stellen, der mit 90 Meter Durchmesser und Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern an den Flügelspitzen durch die Luft saust?“ merkte Landwehr, der für die CDU im Gemeinderat sitzt, an.

Er machte aus seiner skeptischen Einstellung gegenüber der Vereinbarkeit von Windvorrang- und Gewerbefläche und gegenüber der Windenergie generell keinen Hehl. Was wiederum den mitradelnden Ratsherrn Hubert Pohlmann (SPD-Fraktion) auf den Plan rief, der „freundschaftlich ergänzend“ seine weniger kritische Sicht beisteuerte. Seiner Meinung nach sei es keinesfalls sicher, dass die bestehende Hochspannungsleitung auf Kosten der Gemeinde verlegt werden müsse, bevor der erste Gewerbebetrieb sich ansiedeln dürfe. „Das wird zurzeit von der Niedersächsischen Landgesellschaft geprüft“, sagt er.

Über den „Niehaus-Kirchweg“ und durch die Königstannen führte die Tour weiter zum Kanal, an der Marina des Osnabrücker Motor-Yacht-Clubs vorbei, der in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen feiert, und in den Ortsteil Dörnte, um das nach den Bauarbeiten nun wieder installierte Begrüßungsschild mit dem bepflanzten Ruderboot zu inspizieren. Ein weiterer Halt galt dem Ortsteil Brockhausen und seinem schön gestalteten Bürgerbrunnen, bevor die Gruppe zum gemütlichen Abschluss im Heimathaus Hollager Hof einkehrte.

Hier ging Landwehr auf die neue Holzskulptur namens „Doppel-Helix“ ein, die der Heimathausverein den Bürgern aus Anlass des 25. Jahrestages der „Wiedergeburt“ des Hollager Heimathauses geschenkt hat. Die in sich gewundene Sprossenleiter ähnelt der gängigen Darstellung des DNA-Moleküls, bezieht sich hier aber auf die neun Ortsteile Hollages, erläuterte Landwehr. Sie soll ein nachhaltiges Zeichen der Verbundenheit des Hollager Hofes mit den Bürgern setzen.