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Wallenhorster Rat lehnt Antrag ab Zoff um Zuschuss fürs Ruller Haus

Von Sandra Dorn | 13.03.2015, 18:01 Uhr

Die Wellen der Empörung wegen eines Zuschuss-Antrages des Ruller Hauses schlugen schon hoch im Wallenhorster Rat, als sich CDU-Politiker Alfred Lindner zu Wort meldete: „Es geht hier um 6500 Euro und nicht um Leben oder Tod!“ Doch das Geld für die Veranstaltung „Couchzone“ bekommt der Kulturverein nicht. Eine Mehrheit aus SPD, Grünen, WWG und CDW lehnte den Antrag ab.

Allerdings nehmen die Wallenhorster Kommunalpolitiker die heftige Debatte zum Anlass, ihre knapp zehn Jahre alte Zuschussrichtlinie nun zu überarbeiten. Sie bietet keinen Spielraum, eine solche Summe zu gewähren. Für die Auffrischung plädierte Stefan Düing (CDU). „Alle sollen davon profitieren, nicht nur das Ruller Haus.“ Im vorliegenden Fall aber halte er es für „eine Schande“, dem Kulturverein die 6500 Euro zu versagen.

Mit dem Projekt „Couchzone – Ruller Wohnzimmergeschichten“ wollte das Team des Kulturvereins im Juli Vorführungen in Höfen, Gärten und Wohnzimmern realisieren. Schon im Kulturausschuss war wegen des Antrages heftig diskutiert worden. Die CDU war dafür, eine Ausnahme zu machen, die übrigen Fraktionen waren dagegen. Und so ging es in der Ratssitzung am Donnerstagabend weiter. Ludger Meyer (WWG) betonte erneut, dass alle Vereine gleichbehandelt werden müssen. Er wies den Vorwurf des Ruller Hauses zurück, er und seine Kooperationskollegen von SPD und Grünen hätten „Angst vor einer Neiddebatte“. Und er rechnete vor, dass der Verein in den vergangenen drei Jahren mehr als 60000 Euro an Fördermitteln erhalten habe – so viel wie sonst keiner. Dem Team vom Ruller Haus warf Meyer vor, die Gemeinde in ein schlechtes Licht zu rücken. In einer Pressemitteilung hatten die Kulturschaffenden kritisiert, in Wallenhorst gelte das Motto „Bloß nichts Neues“.

Michael Riemann (Linke) betonte, das Projekt „Couchzone“ sei ein „großartiges Geschenk an die Gemeinde. Wir sollten es nicht mit Füßen treten, sondern dankbar annehmen.“ Eine lebendige Kulturszene sei Ausdruck einer lebendigen Kommune. Das sah Clemens Lammerskitten (CDU) genauso. „Unsere Richtlinien passen nicht.“ Die Gemeinde müsse eine Ausnahme machen. Marlene Posnin (CDW, „Christlich, Demokratisch für Wallenhorst“) wiederum warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. Und Bürgermeister Otto Steinkamp (parteilos) betonte, dass das Ruller Haus über die Kultur-Card ja 2300 Euro regulär abrechnen könne. Diese Summe sei Ausdruck der „Wertschätzung der Gemeinde Wallenhorst zum kulturellen Angebot“.

Alfred Lindner appellierte an Kooperation und CDW: „Zeigt nicht die Muskeln, sondern Verständnis!“ Doch die blieben konsequent und lehnten den Förderantrag ab.

Ganz gestorben sei das vom Landkreis und Landschaftsverband mit 11000 Euro unterstützte Projekt „Couchzone“ damit noch nicht, sagt die Projektverantwortliche Elisabeth Lumme. Zwei Gespräche mit potenziellen Sponsoren stünden noch aus. Zu den von Meyer zitierten 60000 Euro sagt sie: „Wir sind sehr dankbar, dass die Gemeinde uns immer so gut unterstützt hat – wir haben aber auch unendlich viel ehrenamtliche Arbeitszeit hineingesteckt.“