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Wallenhorster Rat: Christdemokraten und SPD verpassen Wahlziele deutlich – Linke holen einen Sitz CDU will mit Grünen zusammenarbeiten

Von Erhard Böhmer | 11.09.2011, 22:33 Uhr

Die Grünen und mit Abstrichen die Wählergemeinschaft sind die Gewinner der Wallenhorster Ratswahl. Sowohl CDU als auch SPD verpassten die gesteckten Wahlziele deutlich. Überraschungserfolg: Sebastian Riemann schaffte für die Linke bei der Premiere den Sprung in den Rat.

Die Mehrheit wollten die Christdemokraten zurückerobern. Der CDU-Vorsitzende und Clemens Lammerskitten überraschte am späten Abend: „Wir streben jetzt eine Koalition mit den Grünen an. Was ich vor zwei Jahren schon angestrebt habe, ist jetzt möglich: Zusammen eine stabile Mehrheit stellen und in Wallenhorst Politik gestalten.“

Die SPD wollte das 2006er Ergebnis (38,5 Prozent) übertreffen, blieb aber mit etwas mehr als 31 Prozent hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Wallenhorster SPD-Parteichef Jochen Klein: „Wir sind nicht zufrieden, keine Frage. An einem solchen Abend gehört es sich auch, den Grünen und der Wählergemeinschaft zu gratulieren, genauso dem neuen Landrat Lübbersmann.“

Jubelstimmung herrschte bei den Grünen: Mehr als doppelt so viele Prozentpunkte fuhr die Partei ein. „Das ist ganz erstaunlich. Wir sind total zufrieden“, kommentierte ein entspannter Sprecher Arnulf Nüßlein. Statt bisher zwei, werden die Grünen künftig mit vier Sitzen im Rat vertreten sein.

Vollends bestätigt sieht Ludger Meyer den Kurs der Wallenhorster Wählergemeinschaft: „Wir stehen für Sachpolitik statt Parteigezerre. Ich glaube, diese Botschaft ist bei den Wählern angekommen.“ Besonders freute sich der WWG-Fraktionssprecher, dass seiner Gruppe auch im Wahlbereich Hollage ein gutes Ergebnis gelang. Unter dem Strich bleibt die Fraktion aber mit drei Sitzen so stark wie zuvor.

Für die Wahlhelfer war es ein langer Abend. Nach den Stimmzetteln für den Landrat und Kreistag stand der Gemeinderat erst auf Platz drei der Prioritätenliste. Während in anderen Gemeinden schon mehr als die Hälfte der Wahlbüros durch waren, kam aus Lechtingen erst um kurz 21 Uhr die erste Ratsmeldung. Überraschung dort: Die Piraten kommen auf 2,86 Prozent. Am Ende reichte es aber nicht für den Sprung in den Rat.