Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Wallenhorster Kolping Karneval 270 Jecken feiern Kolping Kostümfest in Hollage

Von Claudia Sarrazin | 26.02.2017, 18:04 Uhr

Gut gelaunt und verkleidet feierten rund 270 Narren am Freitag beim Kostümfest des Kolping Karneval Clubs (KKC) in der Gaststätte Barlag in Hollage.

„Manege frei“, lautete in diesem Jahr das Motto des KKC-Karnevals beim Kostümfest. Dementsprechende kam der Elferrat der Hollager Karnevalisten als Zirkusdirektor mit Frack und rotem Glitzerzylinder, während Sitzungspräsident Ansgar Speer eine rot-schwarze Uniformjacke und einen beeindruckenden, aufgemalten, gezwirbelten Schnäuzer trug.

Verkleidung muss sein

Wie immer beim Kostümfest der Hollager kam kein Gast völlig unverkleidet – im Gegenteil: Viele hatten sich mit ihren Kostümen sichtlich Mühe gegeben. Zum Zirkusvolk des KKC gehörten unter anderen ein Einhorn, Zebras, Schlümpfe, Robin Hoods, Piraten, Cowboys, Wikinger, Schlafmützen und viele Clowns. Einer davon war André Schwegmann: „Schließlich heißt das Motto ja: Manege frei“, begründete er seine Kostümauswahl und erklärte auf Nachfrage mit Blick auf die übergroßen Schuhe: „Damit kann man eigentlich ganz gut gehen.“ Und wie fand er das Programm? „Hertha war super, Schwickel und Schwager auch – und meine Tochter tanzt in der ältesten Tanzgruppe mit“, so Schwegmann. Gut zufrieden waren auch zwei der Zebras: „Es ist super, wie jedes Jahr. Die Stimmung ist spitze“, fanden Tanja Lange und Axel Feldkamp. Martina und Gerd Sandmann wiederum feierten mit: „Weil es toll ist, hier kommt Lokales auf den Tisch und man trifft viele Leute.“ Ihr Kostüm hatten die beiden auch extra passend zum Motto gewählt: „Wir sind afrikanische Leoparden – doch die Füße sind eher Tiger“, verkündete Gerd Sandmann schmunzelnd und zeigte auf überdimensional große Tigerfußpuschen.

Hertha kommt

Die erste Büttenrednerin des Abends war Hertha alias Angelika Gausmann. Ihre Themen waren wie immer: Liebesdinge und Figurprobleme und ihr Pech mit den Männern: „Der erste Mann ist abgehauen. Und der zweite Mann ist geblieben.“ Letzter war Göttergatte Ambrosius. Und der habe die Männergrippe gehabt, so Hertha. Die nach einer Woche Männergrippe selbst fix und fertig zum Arzt gegangen war.

Ganz unterschiedliche Tanzdarbietungen

Wie immer beim Kolping Karneval in Hollage durften natürlich die Auftritte der Tanzgruppen nicht fehlen. Das Dreigestirn Prinz Werner I. (Lührmann), Ritter Burkhard (Böwer) und Bauer Albin (Sonneck) zog mit Funkenmariechen Antonia und der Prinzengarde Sweet Sixteen ein. Die Prinzengarde hatte später zudem noch einen umjubelten Auftritt als CanCan-Tänzerinnen. Aber auch die Crazy Girls begeisterten mit ihren roten Puscheln, während Tanzgruppe „Fanta 8“ Hochzeitspaare darstellten und Rock´n´Roll-Elemente in ihre Choreografie eingebaut hatten. Allerdings hatten die Tanzgruppen ähnlich wie Hertha und Ambrosius teilweise mit der Grippe zu kämpfen. Damit eine „Fanta 8“-Tänzerin am Ende nicht als einzige ohne Verehrer und Blumenstrauß dastand, sprang ein Mitglied des Elferrats ein, was das Publikum mit Lachern und Applaus belohnte.

Lokale Themen kommen an

Auch Maik Hörnschemeyer und Ansgar Speer alias „Schwickel und Schwager“ ernteten für ihren Blick auf das Wallenhorster Ortsgeschehen viel Applaus und Lacher. Dabei bekam jeder sein Fett weg: Die Bewohner der anderen Ortsteile, Prinz Werner, der sich leider nichts gescheites bei einer Fee wünschte und Clemens Lammerskitten von der CDU, der „im Vorfeld der Kommunalwahl mit der Partei der Linken kuschelte“. „Das die CDU links ist, war ja allen klar, aber dass sie einen Linken aufnimmt“, erstaunte „Schwickel und Schwager“ dann doch. Und Bürgermeister Otto Steinkamp attestierten die beiden mit Blick auf die neue Mitte und den Bürgerentscheid: „Auch der flotte Otto hat nichts handfestes produziert.“

Gesangseinlagen, die begeistern

Das Trio Fatal alias  Jockel Steinmeister, Jörg Riepe und Thomas Torbecke lud die Narren zum Mitsingen ein und riss in seinen Songtexten ebenfalls Wallenhorster Themen wie die Wahl und die grüne Mitte an – „die is nun mal vorbei“. Für die Lechtinger, die nun eine Fahrradstraße bekommen, hatten die drei KKCler eigens ein Lied namens „Licht am Fahrrad – Dynamo“ getextet. Auf den Stühlen standen ihre Zuschauer jedoch spätens bei „Dat ist Heimat, hier in Hollage“ ihrem Songtext für Rod Stewards „We are Sailing“. Während bei Stephan Rodefeld zuvor die Feuerzeuge rausgeholt und so manches Teelicht zu „Time to say goodbye“ geschwungen wurde, hatte das Trio Fatal Knicklichter verteilen lassen und sorgte so für den Hauch einer sentimentale Stimmung. Sie schlossen somit an Rodefeld perfekt an, der ebenfalls einerseits für viele Lacher gesorgt hatte, bevor er anderseits mit seiner Version vom Song Tonight aus dem Musical West Side Story, Titelsong von „Phantom der Oper“ und besagtem „Time to say good by“ beeindruckte. „Ihr in Hollage seid mit Abstand das beste Publikum! Wenn ich die Wahl hätte zwischen euch und fünf Wochen Malediven – ich würde euch sehr vermissen“, erklärte Rodefeld zum Abschied, und Petra Wiebracht fand: „Es ist hier einfach nur super, der Bauch tut schon weh vor Lachen.“

Das Finale

Vor dem Finale stand noch ein Klassiker auf dem Programm: Die  Männertanzgruppe HKT. In Charleston-Kostümen inklusive Stirnband und teilweise auch mit echten Charleston-Tanzschritten begeisterte das Männerballet seine Zuschauer, wobei ihre Hebefigur zum Schluss besonders umjubelt wurde. Und was meinten die Profis von der Prinzengarde zum Tanz der Männer? „Gut“, antwortete Sarah (26). Sie streckte den Daumen hoch, und fügte hinzu: „Sehr gut.“