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Wallenhorster Ehrenamtsgala „Stein des Anstoßes“ für Malteser-Leiterin Mauter

Von Joachim Dierks | 06.11.2016, 15:20 Uhr

Der „Stein des Anstoßes 2016“ als Ehrenpreis der Gemeinde Wallenhorst für herausragende Verdienste im Ehrenamt ist Jacqueline Mauter verliehen worden. Die zehnköpfige Jury hatte einstimmig für die Ortsbeauftragte des Malteser-Hilfsdienstes votiert, weil sie seit 19 Jahren völlig selbstlos den Dienst am Nächsten zu ihrem Lebensinhalt gemacht hat.

750 Wallenhorster feierten die Preisträgerin stehend mit großem Applaus. Die Verleihung fand im Rahmen einer Abend-Gala mit buntem Unterhaltungsprogramm in der Sporthalle von Alt-Wallenhorst statt. Seit 2001 wird der „Stein des Anstoßes“ jährlich an einen Menschen verliehen, der sich zum jeweiligen Jahresthema ehrenamtlich besonders verdient gemacht hat. Bisherige Themen waren unter anderen der Einsatz für Behinderte, der Sport, der Umweltschutz, die Seniorenarbeit, die musikalische Erziehung oder die Integration von Migranten.

Imagefilme der Bewerber

Schon im Vorprogramm flimmerten Imagefilme verschiedenster Wallenhorster Jugendgruppen wie der Messdiener Wallenhorst und Rulle, der Freiwilligen Feuerwehr Rulle, der Kolpingsfamilie Hollage und der Trampolingruppe des TSV Wallenhorst über die Leinwand, mit denen sie sich um den Ehrenamtspreis beworben hatten. Sie alle hätten ihn eigentlich verdient, sagte Bürgermeister Otto Steinkamp, sodass die Jury vor einer schwierigen Aufgabe gestanden hätte. Aber nur einer könne eben gewinnen. Die Gemeinde habe halt ein „Luxusproblem“ mit der Auswahl, weil von 24000 Einwohnern rund 8000 auf die eine oder andere Weise ehrenamtlich im Einsatz seien. Die vielen Jugendlichen im Ehrenamt stimmten ihn dabei besonders hoffnungsfroh, weil sie einen längerfristigen Fortbestand des Engagements versprächen. Klagen über „die Jugend von heute“, sie sei gleichgültig, verwöhnt, respektlos und von schlechten Manieren, hätten zwar seit Sokrates‘ Zeiten Konjunktur, aber er, Steinkamp, könne derartiges für Wallenhorst nicht feststellen.

Mit dem Denken und Fühlen der Jugend vertraut

Dem pflichtete Weihbischof Johannes Wübbe in seinem Grußwort bei. Der 50-jährige gebürtige Emsländer ist als langjähriger Diözesanjugendseelsorger und Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum eng mit dem Denken und Fühlen der Jugend vertraut. Sehr viele seien bereit, schon mit jungen Jahren etwa als Gruppenleiter Verantwortung zu übernehmen. Dabei sei die Frage „Was habe ich denn davon?“ durchaus legitim. Eine Antwort darauf bekämen junge Leute immer häufiger in Vorstellungsgesprächen. Viele Personalverantwortlichen ließen nämlich erkennen, dass ihnen gesellschaftliches Engagement wichtiger sei als fachliche Vorkenntnisse. Ein „Gegenwert“ für Einsatz im Ehrenamt sei in jedem Fall die Erweiterung des persönlichen Umfelds, die einen in der Persönlichkeitsentwicklung weiterbringe. Sorge bereitet dem Weihbischof allerdings die Verknappung der „Ressource Zeit“, seitdem die Reformen im Bildungssystem den Schülern weniger freie Zeit am Nachmittag ließen. „In Konkurrenz zu den vielen anderen Angeboten müssen wir die Profile unserer kirchlichen Gruppen schärfen“, mahnte Wübbe an.

Auftritt Robert Redweik

 Moderator Sven Lake verkörperte in seiner Person das Motto des Abends: Er ist mit seinen 28 Lenzen jung an Jahren und ehrenamtlich aktiv im Ruller Kolping. Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Akteure des bunten Showprogramms vorzustellen. Zusammen mit dem anschließenden Essen ist es das Dankeschön der Gemeinde an die vielen Ehrenamtlichen. Der Münchner Singer-Songwriter Robert Redweik eröffnete den Reigen mit dem sanften Deutsch-Rock-Titel „Zeit zu leben“ und glänzte später im Programm mit „Chapeau“. Redweik gastierte nicht zum ersten Mal in Wallenhorst. Im Dienst des Kinderhilfswerks „Plan International“ arbeitete er ehrenamtlich mit Schülern der Realschule kompositorisch an dem Lied „Zeit zu leben“. Das sympathische Multitalent – der promovierte Volkswirtschaftler agiert auch als Uni-Dozent, Unternehmer und TV-Moderator – erhielt für seine Auftritte viel Beifall.

Standards aus der Jazz-Bibel

Das Wiebke-Schröder-Trio mit der Namensgeberin am Keyboard, Matthias Kleiner am gezupften Bass und Silas Jakob am Schlagzeug überzeugte mit sanften Standards aus der Jazz-Bibel, dem „Real Book“. Wiebke Schröder flogen die Sympathien des Publikums auch deshalb zu, weil sie in Lechtingen aufgewachsen ist und bei den Pfadfinderinnen aktiv war. Auf jeden Fall zahlenmäßig sorgten die Jazz-Tänzerinnen des Jugendzentrums „JAB 2“ für den stärksten Auftritt. Unter Anleitung von Musical-Darstellerin Gisa Wilfarth tanzten acht Mädchen zum fetzigen Country-Pop-Titel „Mean“ von Taylor Swift und brachten mit Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns“ die ganze Halle zum Mitklatschen.

Inklusion nächste Jahresthema

Zum Abschluss gab Sven Lake das Jahresthema zum „Tag des Anstoßes 2017“ bekannt: „Inklusion – Gemeinsam stark in Wallenhorst“.