Ein Artikel der Redaktion

Wallenhorst Lebensfreude in Acryl

23.10.2009, 20:00 Uhr

Das Motto der Ausstellung „Lebensfreude“, die jetzt im Heimathaus Hollager Hof zu sehen ist, taugt zum Lebensmotto des Künstlers Günter Schamel. An jeder Stelle der Biografie des 73-jährigen pensionierten Lehrers blitzt dieses Motto durch. Was er auch unternahm in Familie, Freizeit und Beruf – er tat es gern, es erfüllte ihn, und es geriet ihm gut.

Schamels Hobbys sind vielfältig. Als Reiter auf Islandpferden brachte er es auf vordere Ränge bei Deutschen Meisterschaften. Vielen jungen Menschen gab er die Freude am Tanzen mit auf den Lebensweg. Und relativ spät, nämlich nachdem er bereits 30 Jahre lang seine Ruller Schüler unter anderem in Kunst unterrichtet hatte, entdeckte er plötzlich, dass Selber-Malen auch sehr viel Spaß macht.

„Meine Bilder entwickeln sich überwiegend spontan durch die aufgetragene Farbe, durch entstandene Li- nien, Formen und Flächen“, sagt Schamel. Er malt in Acryl, kleinere Formate auf Leinwand, größere auf Tischlerplatten. Keines der 40 gehängten Bilder trägt einen Titel. „Ich hab’s nicht so mit Festlegungen“, begründet der Künstler. Der Betrachter solle in keine bestimmte Richtung gedrängt werden. Jeder möge seinen eigenen Empfindungen folgen und seiner Fantasie freien Lauf lassen, empfiehlt Schamel.

In seinen Begrüßungsworten beschreibt Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Lindner die „ideale Symbiose“, die nach seinem Eindruck die farbkräftigen Werke mit dem eher schwarz-weiß gestimmten Innenraum der 353 Jahre alten Hofstelle eingingen. Zuvor hatte „Hausherr“ Josef Pott, der Vorsitzende des Heimathaus-Vereins, auch auf die Außen-Kunstwerke Schamels hingewiesen: das auffällig farbenfroh gestaltete Varus-Feldzeichen im Vorgarten sowie fünf Eichenpfähle mit eingeschnitzten Gesichtern. „Damit hat Günter aber nicht den Vorstand verewigen wollen“, ergänzt Pott verschmitzt.

Dennis Schratz, der den Künstler zwei Jahre als Klassenlehrer erlebte, trug amüsante Details aus dem Le- bens- und Schaffensweg Schamels bei und ließ dabei nicht den Spitznamen aus, den ihm die Schüler damals beigelegt hatten: „Er war unser ‚Ruller Winnetou‘, weil wir ihn außerhalb der Schule nur zu Pferde sahen, und seine Haarpracht ging natürlich auch in die Richtung.“

Den großen Abend der bildenden Kunst umrahmten die darstellenden Künste in Form von Auftritten der „Irish Tap Dancers“ des TuS Eintracht Rulle. Ein Herr und sieben Damen, darunter Schamels Tochter Carolin, steppten den „Riverdance“. Einstudiert, wie könnte es anders sein, von Günter Schamel.