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Umgestaltung Ortsteingang Startschuss für Dorferneuerung in Wallenhorst-Rulle

Von Sandra Dorn | 25.08.2015, 13:33 Uhr

Nach monatelanger Hängepartie wird der Ortseingang von Rulle jetzt umgebaut. Am Montag richteten Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens Dieckmann die Baustelle ein. Damit beginnt die Dorferneuerung auch in diesem Wallenhorster Ortsteil. Anfang Oktober soll der Umbau der Kreuzung Nonnenpfad/Am Haupthügel fertig sein.

Zunächst wird der Abwasserkanal verlegt, dann wird der komplette Kreuzungsbereich erneuert. Ampeln regeln während dieser Zeit den Verkehr. Die Einmündung des Haupthügels in den Gruthügel wird gepflastert, und der Nonnenpfad wird so verschwenkt, dass er gegenüber der Bushaltestelle in den Gruthügel mündet – und nicht wie bislang in Höhe der Einmündung Haupthügel. Das Überqueren des Gruthügels wird Radfahrern und Fußgängern künftig mit einer Mittelinsel erleichtert. Die drei Eichen, die dort gepflanzt werden sollen, stehen schon bereit, erläuterte Ralf Klimpel, Oberbauführer bei der Firma Dieckmann.

Mehr als ein halbes Jahr lang hieß es warten. Zwar waren die Planungen zum Umbau der Kreuzung schon längst fertig, doch das Land Niedersachsen bewilligte die fest eingeplanten Fördermittel zunächst nicht. „Wir waren in einer blöden Zwischenphase zwischen zwei EU-Förderprogrammen“, erklärt Uwe-Heinz Bendig, Dezernatsteilleiter im Amt für regionale Landesentwicklung Niedersachsen. Seit das Alte Dorf Wallenhorst, sowie Rulle und das Nettetal 2010 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurden, ist das schon die dritte Amtsbezeichnung für die Fördermittelgeber. Erst war die GLL (Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften) zuständig, dann das LGLN (Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen), jetzt ist es das Amt für regionale Landesentwicklung.

Bundesmittel aufgetan

Kurzfristig habe sich nun ein Fördertopf des Bundes aufgetan, erläutert Bendig. „Wir hatten die Gemeinde Wallenhorst auch schon im Blick, da die Planungen hier bereits fertig waren.“ Beschlossen hatte der Gemeinderat die Beantragung der Fördermittel schon im Frühjahr 2014. 120000 Euro kostet der Kreuzungsumbau, sagt Wallenhorsts Bauamtsleiterin Claudia Broxtermann, gut 50000 Euro kommen von Bund und Land.

Dorferneuerung bis jetzt nur in Alten Dorf

Bislang hat nur das Alte Dorf vom Dorferneuerungsprogramm profitiert: Der Küppeldamm (Schleptruper Kirchweg) hinter der Alten Alexanderkirche wurde erneuert und auch die Parkplätze davor sowie die Straße „Im Alten Dorf“ erhielten eine Frischzellenkur.

Liste mit 41 Wunschprojekten

Das waren aber nur die ersten zwei von 41 Wunschprojekten. Erarbeitet hatte die Liste seinerzeit der Arbeitskreis Dorferneuerung mit Bürgern aus den drei Gemeindebereichen und seinem Sprecher Karl Burmeister. Zwei weitere Förderanträge befinden sich aktuell noch in der Warteschleife: Geplant ist eine Verschönerung der Kreuzung Stiegte/L109 (Vehrter Landstraße) zwischen Rulle und Icker sowie die Erneuerung des Stegs über die Ruller Flut am Erftenbecksweg in Rulle-Ost. Im nächsten Schritt dürften die Wallenhorster Politiker über eine verbesserte Verkehrsführung im Nettetal diskutieren – hierzu gibt es noch keine konkreten Planungen.

50 Prozent Förderung

Ursprünglich durfte die Gemeinde mit einer Übernahme von bis zu 40 Prozent der Kosten rechnen – jetzt sind es 50 Prozent, da sich Wallenhorst mit fünf anderen Kommunen im Speckgürtel Osnabrücks zur „ILEK-Hufeisen-Region“ zusammengetan hatte. Die Abkürzung „Ilek“ steht für „Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept“. Im Kern geht es auch hier darum, Fördertöpfe anzuzapfen. „Die Gemeinde hat noch bis Ende 2019 Zeit, Anträge zu stellen“, erläutert Bendig vom Landesamt. Aufgrund der jüngsten Verzögerungen könne es sein, dass diese Frist auch noch verlängert werde.

Auch Privatleute können profitieren

Privatleute, beispielsweise Eigentümer von sogenannten „ortsbildprägenden“ Gebäuden, können bei einer Sanierung ebenfalls Fördermittel beantragen – dank Ilek nun in Höhe von bis zu 30 statt wie bislang 25 Prozent. (Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.)