Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Therapien und Ärzte Selbsthilfegruppe bringt Schmerzleitfaden heraus

Von Joachim Dierks | 21.09.2011, 13:28 Uhr

Unerträgliche Schmerzen müssen nicht sein. Während der akute Schmerz ein sinnvolles Warnsignal ist, der unserer Kommandozentrale im Gehirn meldet: „Hier läuft etwas schief, hier muss etwas unternommen werden“, hat der chronische Schmerz diese Funktion verloren. Er ist sozusagen sinnlos und kann dem Betroffenen das Leben zur Hölle machen.

Die moderne Schmerzheilkunde kennt Auswege, die noch zu wenig genutzt werden. Diese bekannter zu machen, ist die Selbsthilfegruppe für Stadt und Landkreis Osnabrück „Mit Schmerzen leben“ angetreten. Gründer und Vorsitzender Dieter Barlag hat es sich als selbst Betroffener zur Aufgabe gemacht, die oft beklagte „Ärzte-Odyssee“ seiner Leidensgenossen abzukürzen. Der jetzt in vierter Auflage aktualisiert herausgegebene „Leit(d)faden für Schmerzpatienten“ klärt auf 84 Seiten über neueste Wege der Schmerztherapie auf und benennt Kompetenzen in Ärzteschaft und Kliniken. Barlag und Mitherausgeberin Brigitte Teepe haben konkrete Informationen etwa zu Bandscheibenvorfällen oder Osteoporose zusammengetragen. Sie stellen verschiedene Typen von Medikamentenpumpen vor und nehmen mit einem Lexikon der schmerzmedizinischen Fachbegriffe die Angst vor Fremdwörtern. Immer wieder machen sie Mut, sich nicht mit seinem Schmerzproblem zu verkriechen, sondern die Erfahrungen anderer, die in der gleichen Lage sind, zu nutzen.

Bei ihren monatlichen Treffen tauscht die Selbsthilfegruppe Erfahrungen aus. Alle zwei bis drei Jahre organisiert sie die „Wallenhorster Schmerztage“, bei denen Fachleute neue Erkenntnisse in Therapie und Pflege einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Die achten Wallenhorster Schmerztage werden im Herbst 2012 im Rathaus stattfinden.

„Wir haben das große Glück, dass die Gemeinde Wallenhorst uns umfassend unterstützt, sei es in organisatorischer Hinsicht, beim Überlassen von Räumlichkeiten oder bei der Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen“, betont Barlag. Kornelia Böert, Beauftragte für Frauen, Familie und Senioren, habe stets ein offenes Ohr für die 1997 gegründete und mittlerweile auf 48 Mitglieder angewachsene Selbsthilfegruppe, die in den von Böert organisierten „Runden Tisch Selbsthilfe aktiv“ eingebunden ist. Auch die AOK leiste gern und oft Hilfe. Sie habe zum Beispiel die Druckkosten der Schmerzfibel übernommen.

Der „Leit(d)faden für Schmerzpatienten“ (Schutzgebühr 2 Euro) kann bei Dieter Barlag, Tel. 05407/4809, oder über das Internet unter www.mit-schmerzen-leben. de bezogen werden.