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„Taxi wäre billiger“ Zusätzliche Schulbusse kosten Wallenhorst elf Euro pro Fahrgast

Von Joachim Dierks | 14.02.2017, 16:17 Uhr

Einstimmig sprach sich der Wallenhorster Gemeinderat in seiner letzten Sitzung dafür aus, das Angebot von zwei zusätzlichen Schulbussen ab Schulzentrum nach der 7. Unterrichtsstunde (in Richtung Hollage und Rulle) und eines zusätzlichen Busses nach der 8. Stunde (in Richtung Rulle) beizubehalten. Die Busse dürfen nicht nur von Schülern, sondern gegen normale Fahrpreisentrichtung von jedermann benutzt werden.

Dieses seit Mitte 2014 bestehende Angebot zielt darauf ab, einen „Wettbewerbsnachteil“ der Wallenhorster weiterführenden Schulen etwa gegenüber der Thomas-Morus-Oberschule in Osnabrück-Haste aufzuheben. Ohne dieses Angebot könnten nach Haste abgewanderte Schulkinder aus Hollage und Rulle schneller wieder am heimischen Mittagstisch sitzen als jene, die den Schulen in ihrer Heimatgemeinde die Treue halten.

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Weniger Abwanderer nach Osnabrück

Die Verwaltung bestätigt den Erfolg dieser Maßnahme: Die Anmeldezahlen an Alexanderschule und Realschule konnten gehalten werden, während die Abwanderungen nach Haste und an andere Oberschulen außerhalb Wallenhorsts von 15,6 auf 9,1 Prozent des Jahrgangs zurückgingen.

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Elf Euro pro Fahrt

Diskussionswürdig fanden die Ratsmitglieder nur die relativ hohen Kosten dieser Zusatzbusse. Umgelegt auf den einzelnen Fahrgast, fallen pro Fahrt elf Euro an. „Taxi wäre billiger, sobald mindestens zwei Schüler einsteigen“, konstatierte Ludger Meyer (WWG) und bat darum, auch alternative Beförderungsmittel zu erwägen. Gegen ein Anruf-Taxi spräche jedoch unter Umständen ein Verlust an Verlässlichkeit, wandte Bürgermeister Otto Steinkamp ein. Er wies darauf hin, dass die kalkulatorischen Einzelkosten sinken, wenn die allgemeine Bevölkerung diese Busse mehr nutzen würde.

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Mit dem Beschluss zur Beibehaltung der Mittagsbusse verknüpft war die Vorlage, auch die kostenlosen Schülerfreizeitkarten für das gesamte VOS- und Stadtwerke-Netz weiterzuführen. Nur dadurch werde eine Gleichstellung mit Thomas-Morus-Schülern erreicht, führte Anika Reinink (SPD) aus. Marlies Robben (CDU) wies auf die Wichtigkeit hin, die Kinder mit der Nutzung des ÖPNV vertraut zu machen. „Wenn wir die 32.000 Euro pro Jahr dafür verweigern, dann fahren sie per Anhalter“, meinte sie.

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