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Projektarbeit mit Schulen Ruller Haus bekommt 22000 Euro Fördermittel

Von Sandra Dorn | 09.08.2013, 11:30 Uhr

Das Niveau im Ruller Haus soll hoch bleiben – aber das soll jüngere Zielgruppen nicht länger abschrecken. So lässt sich auf den Punkt bringen, was die Kulturverantwortlichen mit der Veranstaltungsstätte vorhaben. Für ein Kunstprojekt mit Schülern haben sie nun 22000 Euro Fördermittel bewilligt bekommen.

„Das Ruller Haus wirkte immer etwas elitär“, urteilt der Vereinsvorsitzende Arno Weerd. Das sei nicht per se schlecht. „Wir wollen das anspruchsvolle Programm beibehalten, das Angebot aber auch erweitern.“ Im Fokus: Kinder und Jugendliche – und deren Eltern. Für ein Jugendkunstprojekt hat sich das Team des Ruller Hauses nun im deutschlandweiten Wettbewerb um einen satten Förderbetrag behaupten können: 22000 Euro an Bundesmitteln habe die Bundesvereinigung soziokultureller Zentren bewilligt, sagt Elisabeth Lumme, Leiterin des Forums Kunst im Ruller Haus.

„Wir haben uns schlicht einfach mal beworben“, so Lumme. Mit Erfolg. „Wir können jetzt ein Jahr lang Kunstprojekte mit Schülern aus Wallenhorst und Haste machen“, freut sie sich. Geplant ist, dass Künstler aus der Region an der Realschule Wallenhorst und der Thomas-Morus-Schule in Haste sowie im Wallenhorster Jugendzentrum JAB2 und im Kinder- und Jugendtreff Haste Workshops mit den Jugendlichen durchführen. Unterstützt wir das Ruller Haus dabei vom Medienzentrum Osnabrück.

Festival zum Auftakt

Neben den 22000 Euro hat das Team des Ruller Hauses noch weitere Fördermittel generieren können, die vor allem in das vom 16. bis 18. August stattfindende Kunstfestival „Loop-Pool“ fließen sollen: 4000 Euro vom Landschaftsverband Osnabrücker Land, 3000 Euro vom Landkreis Osnabrück, „und etwas von der Gemeinde Wallenhorst“, zählt Lumme auf. Hinter all dem steckt viel Schreibtischarbeit, die das Team ehrenamtlich neben den normalen Berufen erledigt.

Fest steht für Arno Weerd, Lumme und die anderen Ehrenamtlichen daher: „Bestimmte Ziele können wir ohne Professionalisierung nicht erreichen.“

Bei der Mitgliederversammlung im Mai hatte der Verein die Einstellung eines Kulturmanagers gefordert, der von der Gemeinde Wallenhorst bezahlt werden sollte. Gemeinderatspolitiker und auch Bürgermeister Ulrich Belde zeigten sich allerdings skeptisch. Derzeit liefen weitere Gespräche, sagt Arno Weerd, ohne aber weitere Forderungen stellen zu wollen.

Noch ist das Team nach dem Generationenwechsel im Ruller Haus ganz frisch und voller Elan dabei. Auf Dauer würde sich die hohe Schlagzahl durch rein ehrenamtliche Arbeit aber wohl nicht halten lassen, fürchtet der Leiter des Klassikforums, Thomas Leuschner. „Auch die Iburger Schlosskonzerte sind aus der Ehrenamtlichkeit heraus entstanden“, betont die stellvertretende Vorsitzende des Ruller Hauses, Gerda Fleddermann-Albes.

Neues Programm

Im neuen Halbjahresprogramm schlägt sich bereits die neue Ausrichtung des Kulturhauses nieder. Natürlich gibt es die altbewährten hochklassigen Klassik- und Folkkonzerte ebenso wie die Montagskinos und Lesungen für Kinder. Doch schon im Festival „Loop-Pool“ zum Auftakt der Saison am übernächsten Wochenende soll es um Begegnung gehen. „Die Künstler werden hier vor Ort ihre Kunstwerke herstellen und die Besucher mit einbeziehen“, kündigt Organisatorin Lumme an. Das solle auch Schwellenängste zur Kunst abbauen. Zusammen mit einem Kunstpädagogen könnten Kinder zudem den ganzen Tag auf einer Leinwand mitmalen.