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Pläne für das Alte Dorf Wallenhorst. Dorferneuerung geht nach Streit um Kreuzungsumbau in die nächste Runde

Von Sandra Dorn | 23.05.2013, 08:05 Uhr

Der Wallenhorster Arbeitskreis Dorferneuerung und die Ratspolitiker blicken wieder nach vorne. Nach heftigen Auseinandersetzungen über die Kosten liegen für die Sanierung der Fünfer-Kreuzung im Ruller Norden jetzt neue Pläne vor. Der für rund 40000 Euro erneuerte Schleptruper Kirchweg wurde bereits eingeweiht, als Nächstes steht im Alten Dorf die Parkplatzsituation auf der Agenda.

Knüppeldamm: Die Bezeichnung „Knüppeldamm“ trifft auf den Schleptruper Kirchweg im Alten Dorf nicht mehr zu. Statt alter morscher Holzbalken finden Wanderer und Radfahrer jetzt akkurat verlegte Holzlatten auf dem historischen Weg hinter der Alten Kirche vor. Nach 120 Metern geht es allerdings auf einem Feldweg weiter, der bei Regen zu einem Matschweg werden kann. Ursprünglich war geplant, die restlichen Meter bis zu einem neu angelegten Rastplatz vor dem Hammweg mit Schotter zu bedecken. Doch aus Kostengründen entschied sich der Gemeinderat dagegen und sparte nach Schätzungen von Planer Jürgen Bührmann etwa 6500 Euro ein.

Die Kostenfrage sorgte also schon bei diesem ersten Projekt der Dorferneuerung Rulle/Altes Dorf für Unmut. In einer ersten groben Schätzung hatte das Planungsbüro Seling, Bührmann und Partner 40000 Euro für die Stegerneuerung, den Schotterweg und einen kleinen Rastplatz veranschlagt. Bei der nächsten Schätzung waren es dann fast 70000 Euro, und die Wallenhorster Ratskooperation aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft stimmt schließlich für die abgespeckte Variante.

Ruller Kreuzung: Der nächste Ärger nach der Debatte um den Knüppeldamm kam mit der Kreuzung Barenauer Weg/Dörper Damm/ Auf der Heide in Rulle. Ihr Umbau steht mit hoher Priorität im Dorferneuerungsplan, den der Gemeinderat im Mai 2012 durchwinkte. Die Kreuzung soll sicherer werden. Doch als im März dieses Jahres die Details auf der Tagesordnung der Ratsmitglieder standen, war nicht mehr von den ursprünglich geschätzten 71000 Euro die Rede, sondern von 109000 Euro – plus Mehrwertsteuer wären es 130000 Euro. Zu viel Geld für die Kooperation, auch wenn ein Teil vom Land Niedersachsen gefördert wird. Während die CDU-Fraktion darauf verwies, dass der Arbeitskreis das Konzept beschlossen habe und man dem folgen solle, sagte Andreas Lucht (WWG): „Da würden es drei Stoppschilder auch tun.“ Das Thema wurde vertagt, an einem Schlichtungstermin mit dem Arbeitskreis nahm aber nur die CDU teil. Die Kooperation beschwerte sich darüber, dass der Termin ungünstig gewählt worden sei. Ludger Meyer (WWG) sagte zudem, er wolle sich nicht auf die Anklagebank setzen.

Ein zweiter Anlauf ist nun gelungen. Sowohl SPD-Fraktionschef Guido Pott und Grünen-Ratsmitglieder nahmen an der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises teil als auch CDU-Fraktionschef Clemens Lammerskitten. Jürgen Bührmann legte mehrere Varianten für die Kreuzung vor, von denen zwei in die engere Auswahl kamen – eine förderfähige für bis zu 98000 Euro, wie Arbeitskreissprecher Karl Burmeister hinterher erläuterte, und eine nicht förderfähige für 44000 Euro. Welche es wird, darüber werden die Politiker in den kommenden Fachausschüssen beraten.

Altes Dorf: Bei Hochzeiten in der Alten Kirche wird es jedes Mal eng mit dem Parkraum. Bührmann habe nun einen Entwurf vorgelegt, laut dem 27 Stellplätze hinzukämen – und zwar auf der Wiese hinter dem derzeitigen Parkplatz. Das Grundstück gehöre der Kirchengemeinde, so Burmeister. Um den Verkehr auf der Alten Dorfstraße zu beruhigen und Zuschüsse des Landes zu bekommen, seien zudem sogenannte Baumtore geplant.

Veranschlagt habe Bührmann dafür 170000 Euro netto, so Burmeister. Bührmann habe ihm auf Nachfrage zugesichert, dass diesmal nicht zu erwarten sei, dass die Kosten noch in die Höhe schießen.