Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Neue Unterkunft in Wallenhorst Flüchtlinge verlassen Hollager Mühle und ziehen um

Von Sandra Dorn | 21.02.2017, 15:35 Uhr

Ab März wird die Hollager Mühle wieder als Jugendherberge genutzt. Die Flüchtlinge, die die Gemeinde Wallenhorst dort bis jetzt untergebracht hatte, ziehen an diesem Dienstag in die eigens dazu umgebaute Obdachlosenunterkunft am Dreskamp.

14 Männer im Alter von 19 bis 48 Jahren haben ihre Koffer gepackt. Fast ein Jahr lang war die Hollager Mühle für die meisten von ihnen ein Zuhause auf Zeit. Im März 2016 hatte die Gemeinde Wallenhorst aus der Hollager Mühle eine Flüchtlingsunterkunft gemacht. Die Herbergeseltern Andreas und Anke Thünker kümmerten sich wie gewohnt um die Verpflegung und waren Ansprechpartner im Haus – nur eben nicht für Jugendgruppen, sondern für geflüchtete Männer aus dem Nahen Osten und Afrika.

Zeitweise über 40 Bewohner

Zeitweise lebten mehr als 40 Männer in der Jugendfreizeitstätte, inzwischen sind die Flüchtlingszahlen zurückgegangen. Die Gemeinde hat zudem mehrere Wohnungen und Häuser im gesamten Gemeindegebiet angemietet, in denen die Geflüchteten mitten in den Siedlungen leben. (Weiterlesen: Trotz BAMF-Büro in Wallenhorst: Syrer müssen nach Fallingbostel) 

Parallel begann die Gemeinde im Frühjahr 2016, ihre Obdachlosenunterkunft am Dreskamp unweit der Bundesstraße 68 für einen sechsstelligen Eurobetrag umzubauen . Ein ans Haupthaus angrenzendes altes Dielengebäude wurde grundsaniert. Fertig ist es schon seit Monaten, bezogen wird es erst jetzt.

Vier Zimmer für 14 Männer

Die 14 Männer aus Afghanistan, dem Libanon und Iran werden sich dort eine Etage mit vier Zimmern, einer Küche, einem Bad und einer zusätzlichen Toilette teilen. Frei sind in der anderen Etage noch weitere zwölf Schlafplätze, erläutert Rüdiger Mittmann, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales. Die Gemeinde erwartet laut der Zuweisungsquote, die der Landkreis Osnabrück im Dezember mitgeteilt hatte, für dieses Jahr noch 48 weitere Flüchtlinge.

Vertrag mit Malteser-Hilfsdienst

Einige der 14 neuen Dreskamp-Bewohner warten im Asylverfahren noch auf ihre Anhörung, andere auf die Anerkennung, sagt Mittmann. Anders als in der Hollager Mühle, wo die Herbergseltern Andreas und Anke Thünker sich nicht nur um die Verpflegung kümmerten, sondern auch sonst Ansprechpartner waren, werden die Männer nun überwiegend auf sich alleine gestellt sein. Wenn sie Unterstützung benötigen, können sie sich an zwei Sozialpädagoginnen des Malteser-Hilfsdienstes wenden, die sich eine 75-Prozent-Stelle teilen, über die die Gemeinde einen weiteren Jahresvertrag geschlossen hat. Sie sind Ansprechpartnerinnen für alleinreisende Männer nicht nur am Dreskamp, sondern auch im übrigen Gemeindegebiet.

Renovierungsarbeiten

In der Hollager Mühle soll nach einer kurzen Renovierungsphase der normale Betrieb im März wieder losgehen, so Mittmann. Bis dahin seien noch Malerarbeiten nötig, und der Boden im Gruppenraum im Turmgebäude müsse erneuert werden. Buchungen, die ab jetzt eingehen, werden nach den Osterferien wieder angenommen.

Dank des Herbergsvaters

„Wir sind froh, in dieser für viele Menschen so schwierigen Zeit, ein Zuhause auf Zeit gewesen sein zu dürfen“, wird Andreas Thünker in einer Pressemitteilung der Gemeinde zitiert. Er danke nicht nur den Bewohnern, sondern auch allen ehren- und hauptamtlichen Helfern – und den Gästen, denen die Mühle für 2016 absagen musste. „Sie haben mit viel Verständnis auf die veränderte Situation reagiert.“