Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Mitmischen am Strommarkt Wallenhorster Energiegenossen weiter in Verlustzone

Von Stefan Buchholz, Stefan Buchholz | 24.06.2016, 08:27 Uhr

Ihre jährliche Generalversammlung hielt die Wallenhorster Energiegenossenschaft (WEG) vor Ort ab. Deutlich wurde: Man ist weiterhin nicht in der Gewinnzone und fährt stattdessen Verluste ein.

Das liegt daran, dass nennenswerte Rendite erwirtschaftende Beteiligungen etwa an Windparks fehlen. Zwar habe man Einnahmen aus dem Verkauf eines Stromtarifs, doch der habe die Verluste „nicht rausgehauen“, sagte WEG-Vorstandsmitglied Christoph Ströer in seinem Jahresbericht.

Um zumindest wieder auf den ursprünglichen Wert eines Anteilsscheins von 250 Euro zu kommen, will die WEG künftig von neuen Genossen ein Eintrittsgeld kassieren. Über eine mögliche Höhe habe man sich noch nicht verständigt. Setze man aber 150 Euro für kalkulierte 40 neue Mitglieder „wären das 6000 Euro und damit kommt man letztendlich wieder auf 250 Euro“, so Ströer. Aktuell hat die Genossenschaft 54 Mitglieder, die 93 Anteilsscheine gezeichnet haben. ( Weiterlesen: Wallenhorster Energiegenossenschaft will wachsen )

Ausgaben ausgleichen

Um die Ausgabenkosten auszugleichen, will die WEG verstärkt Verträge mit dem sogenannten Grünen Strom verkaufen. Denn: Mit jedem abgeschlossenen Kontrakt lassen sich Einnahmen generieren. Bei einem angenommen jährlichen Durchschnittsverbrauch von 4500 Kilowattstunden (kWh) und angepeilten 100 Kunden, komme man auf einen Betrag von 2250 Euro, der die derzeitigen laufenden Kosten decke, rechnete Ströer auf der Versammlung vor.

Aktuell haben den WEG-Stromtarif 22 Kunden abgeschlossen. Klar wurde, dass nicht jeder der Wallenhorster Energiegenossen den eigenen Stromtarif gebucht hat. Eine Erklärung dafür: langfristige Vertragsbindungen an anderen Stromanbieter.

Ströer erläuterte, dass Holger Pellmann, ebenfalls im Vorstand, nun eine Vertriebsstruktur aufbauen soll, damit mehr Stromverträge verkauft werden. Mit diesem Konzept will sich die WEG auf der Wallenhorster Gewerbeschau Mitte September präsentieren.

Beteiligung am Windpark Ramsthal

Eine „kleine Beteiligung“ ist die WEG im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Windpark Ramsthal bei Bad Kissingen eingegangen. Die drei knapp 200 Meter hohen Windräder sollen rund 15 Millionen kWh im Jahr produzieren, so Ströer. „Nach 20 Jahren haben wir damit 2552,50 Euro eingenommen.“ ( Weiterlesen: Wallenhorster Energiegenossenschaft will in Windpark investieren )

Regional arbeitet die WEG derzeit an zwei Projekten: Eines von ihnen – ein Windkraft-Standort im nördlichen Osnabrücker Land – werde aktuell in der zweiten Instanz beklagt. Dessen ungeachtet haben die Wallenhorster von der Naturstrom AG – sie hält Genossenschaftsanteile der WEG – an diesem Projekt bereits eine Beteiligung versprochen bekommen. In Verhandlungen ist die WEG zudem über den Windpark der Osnabrücker Stadtwerke „Schwarzer See“ in Wallenhorst Hollage. ( Weiterlesen: Erste Besuchergruppen besichtigen neue Windkraftwerke am Schwarzen See in Wallenhorst )

Turnusgemäß schieden die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Holger Pellmann, Thomas Wulftange und Udo Stangier aus. Alle drei stellten sich aber erneut für die Posten zur Verfügung, auf die sie Versammlungsmitglieder wieder einstimmig einsetzten. ( Weiterlesen: Hollager Gewerbegebiet am Schwarzen See bleibt Zankapfel )