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Lebensfreude und Lehrreiches Le Clou begeistert das Publikum im Ruller Haus

Von Thomas Hitzemann | 20.02.2017, 12:37 Uhr

Das hervorragend besuchte Konzert der Gruppe Le Clou im Ruller Haus ist ein Abend mit doppeltem Boden. Vordergründig reißen die Rhythmen des Sumpf-Rock´n´Roll aus dem Mississippi-Delta die Besucher von den Stühlen. Einen ernsten Hintergrund bilden dagegen die traditionellen Balladen aus Louisiana sowie die eigenen Songs der Gruppe.

Unter sich sprechen die vier Musikanten französisch, mit dem Publikum ein fließendes Deutsch. Ihre Liedtexte sind frankophon. Beeindruckend, die Vielfalt der zum Einsatz kommenden Instrumente: Gitarren, Geigen, Flöten, Saxophon, Akkordeon, Krummhorn und Schlagzeug.

Kulturelles Erbe

Das Programm ist gut gemischt. Lebensfreude versprühen die Tänze in Two-Step oder Bluesrhythmen, zwar nicht sehr schnell gespielt, aber metrisch insistierend eingehämmert. Lehrreich sind die Balladen, deren Inhalte und Kontexte zuvor genau erläutert werden. In „De france a l´amerique“ erfährt man die Geschichte der Franzosen, welche im 18. Jahrhundert von La Rochelle aus nach Amerika übersetzten und unter Kämpfen mit den Engländern schließlich in Louisiana heimisch wurden. Ihr kulturelles Erbe wird bis heute gepflegt, wovon Le Clou ein lebendes Zeugnis abgibt.

Edle Räuber besungen

Eine wunderschöne Melodie erklingt in „ Le printemps acadiens“, gespielt auf der winzigen Ocarina-Flöte. In „Griffon“ wird ein edler Räuber besungen, der das den Reichen abgenommene Diebesgut unter die Armen verteilt. Jetzt sorgt das Krummhorn für einen aparten Klang. Den Mythos von Sisyphos hält der Song „ Le pierre qui roule“ lebendig.

Ein Tänzchen nach dem anderen

Gegen Ende des Abends spielt die Band fast ohne Unterbrechung ein Tänzchen nach dem anderen. Niemand kann mehr still sitzen. Mit Le Clou gerät das Ruller Haus vollständig aus dem Häuschen.