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Laut Experte keine Gefahr Schadstoff-Fund in Ruller Kindergarten

Von Hendrik Steinkuhl | 11.12.2014, 16:40 Uhr

Krebserregende Dämmwolle – aber zum Glück sicher eingeschlossen in der Akustikdecke: Der Ruller St.-Johannes-Kindergarten muss in den kommenden Sommerferien aufwändig saniert werden, damit vom Dämm-Material auch in Zukunft keine Gefahr ausgeht. Ein größerer Umbau steht auch im St.-Marien-Kindergarten an.

Der so genannte Kanzerogenitätsindex (KI) verrät, welche Löslichkeit bestimmte Stoffe im Menschen haben – und damit, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Stoffe bösartige Tumoren auslösen. Ein Kanzerogenitätsindex von weniger als 30 gilt als „krebserzeugend in Tierversuchen“. Die Mineralwolle in der Akustikdecke des Ruller St.-Johannes-Kindergarten hat laut einem Labor einen Wert von 18. „Sobald man da rangeht, könnte es gefährlich werden“, sagt Marlies Robben aus dem Vorstand der Ruller St.-Johannes-Kirchengemeinde, die den Kindergarten verwaltet.

Decke sanierungsbedürftig

Laut einem Fachmann muss man allerdings zügig an die Decke rangehen, denn die ist dringend sanierungsbedürftig. Erledigt werden kann diese Arbeit nur in den kommenden Sommerferien. „Würden wir es jetzt machen, müssten aus Sicherheitsgründen alle Kinder drei Wochen woanders untergebracht werden“, sagt Marlies Robben. „Die meisten Eltern sind berufstätig, wo sollten die Kinder hin?“

20800 Euro zahlt die Gemeinde Wallenhorst für die Sanierung, das Bischöfliche Generalvikariat als Träger des katholischen Kindergartens hat einen Zuschuss von 4200 Euro zugesagt.

Neue Rampe

Auch im Ruller St.-Marien-Kindergarten rücken in den kommenden Sommerferien die Bauarbeiter an. Notwendig wird der Einsatz, weil aufgrund der Hanglage des Gebäudes der Haupteingang im Erdgeschoss nur über mehrere Treppenstufen erreichbar ist. Nun soll ein barrierefreier Zugang errichtet werden, deshalb wird – neben einer neuen Treppe – auch eine Rampe gebaut. Erneuert wird außerdem die Eingangstür. „An der tritt Stauwasser auf, das im Winter vereist. Außerdem hat die Tür nur eine Einfachverglasung“, sagt Robben.

Für den Umbau muss die Gemeinde Wallenhorst knapp 37000 Euro aufbringen. Das Bischöfliche Generalvikariat schießt knapp 5300 Euro zu.

Nur ein WC

Um den Gemeindehaushalt im kommenden Jahr nicht zu stark zu strapazieren, wird eine weitere Baustelle im Marien-Kindergarten erst 2016 angegangen. Für insgesamt 31600 Euro (27650 Euro übernimmt die Gemeinde, 3950 Euro das Generalvikariat) sollen dann die Personaltoiletten umgebaut werden. Derzeit ist das WC der Erzieherinnen der einzige Bereich des Kindergartens, der noch nie renoviert worden ist.