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„Laptopstube“ in Wallenhorst Zwei Freunde wollen gebrauchte Computer verkaufen

Von Constantin Binder | 27.05.2017, 16:30 Uhr

Zwei Freunde eröffnen in Wallenhorst ein Geschäft: In der „Laptopstube“ wollen Michael Kupschus und Matthias Herden künftig generalüberholte Computer preiswert verkaufen. Das soll nicht nur den Geldbeutel der Kunden, sondern auch die Umwelt schonen.

Noch sind die Fenster des Ladenlokals im Wallenhorster Zentrum abgehängt, doch spätestens ab 2. Juni sollen hier die Kunden ein- und ausgehen. Dort, wo früher die „Grill-Tenne“ und zuletzt ein Blumenladen war, wollen Michael Kupschus und Matthias Herden dann generalüberholte PCs, Notebooks und Tablets verkaufen. Im eigentlichen Ladenlokal richten die beiden deshalb einen hellen Ausstellungs- und Verkaufsraum ein, während im Nebenraum neben dem Büro eine Werkstatt entsteht.

„Businessgeräte“ sind langlebiger

„Der Hauptgedanke ist, gute gebrauchte Businessgeräte nach Kundenwunsch auszustatten“, erläutert Kupschus das Geschäftsmodell. Anders als sogenannte Consumergeräte, die direkt für den Endkunden hergestellt und beispielsweise beim Amazon oder in großes Elektronikketten verkauft würden, seien Businessgeräte weitaus hochwertiger und damit langlebiger. Kupschus und Herden kaufen die Geräte auf, entfernen alle austauschbaren Bauteile wie Festplatten und Laufwerke, reinigen alles und setzen es dann wieder zusammen.

Leasinggeräte oder Überschussprodukte

„Schätzungsweise 90 Prozent unserer Computer sind Leasinggeräte oder stammen aus Überschussproduktion, etwa zehn Prozent sind Demogeräte, die in Ausstellungen oder bei Messen gezeigt wurden, aber nie beim Kunden waren „, sagt Kupschus. Während manche Geräte also bereits einige Jahre bei einem Firmenkunden in Betrieb waren, sind andere so gut wie neu – entsprechend unterschiedlich sind Qualität und Arbeitsaufwand. „Es kann auch gut sein, dass wir Computer bekommen, die wir gar nicht verkaufen können“, sagt Kupschus.

„Wir können auf jeden Kundenwunsch eingehen“

In der Regel aber sollen alle Geräte in der Laptopstube den Weg zum Kunden finden. Der Preis für ein „qualitativ hochwertiges“ Produkt liege dabei meist weit unter dem, was ein Neugerät kostet – abhängig davon, was der Kunde wünsche. „Wir werden immer einige fertig eingerichtete Modelle vorrätig haben, die der Kunde sofort mitnehmen kann“, sagt Kupschus. Wenn ein Kunde aber beispielsweise eine andere Festplatte benötige, könne diese meist schnell ausgetauscht werden. Auch Neuware kann die Laptopstube ordern, ebenso wird es auf alle Geräte eine Garantie geben. „Wir können auf jeden Kundenwunsch eingehen“, verspricht Kupschus.

Der Liebe wegen nach Wallenhorst

Der 37-Jährige ist gebürtiger Hannoveraner, lebt aber seit elf Jahren in Wallenhorst – der Liebe wegen. Sein Fachwissen hat der gelernte Einzelhandelskaufmann im Laufe der Jahre in verschiedenen IT-Firmen erworben, zuletzt arbeitete er in Münster. Dort lernte er auch seinen jetzigen Geschäftspartner kennen, der inzwischen längst ein guter Freund geworden ist. „Nachdem Michael die letzten Jahre immer nach Münster gependelt ist, werde ich jetzt immer nach Wallenhorst pendeln“, sagt Matthias Herden, 31 – sollte das Geschäft gut laufen, werde aber auch er in hierherziehen.

Kupschus – vor einigen Monaten Vater geworden – ist es wichtig, den Laden in Wallenhorst zu betreiben. „In Osnabrück wären wir eine Nummer von vielen gewesen, aber hier kennt man uns“, sagt er. „Gerade in so einer Gemeinde ist es ganz wichtig, den Kunden in den Vordergrund zu stellen. Wenn man ehrlich und fair zu den Menschen ist, kann da ganz viel drauf wachsen.“

Mischung aus Handel und Werkstatt

Mit ihrer Mischung aus Handel und Werkstatt wollen Kupschus und Herden unkompliziert helfen und auf die Kunden eingehen. „Nur was wir nicht leisten können, ist ein Vor-Ort-Service“, stellt Kupschus klar. Auch werden die beiden keine Geräte von Kunden aufkaufen: „Wir sind kein An- und Verkauf, das würde sich weder für den Kunden noch für uns rechnen.“ Stattdessen wollen sie ihre Geräte und Ersatzteile auch bei eBay und Amazon anbieten und deutschlandweit versenden.

Weniger wegwerfen

Abgesehen vom Kostenfaktor spielt auch der Umweltgedanke für Kupschus und Herden eine Rolle. „Die Produktion ist immer schnelllebiger geworden, und die Kunden werfen immer weg – dem wollen wir entgegenwirken“, sagt Kupschus.

Am 2. und 3. Juni wollen Herden und er ihre Laptopstube in der Großen Straße 39 feierlich eröffnen. „Wir wollen Würstchen verkaufen und den Erlös spenden“, kündigt Kupschus an. Für zwei Tage umweht dann noch einmal der Flair der „Grill-Tenne“ den alten Fachwerkbau, bevor es in der Laptopstube dann nur noch um Computer geht.