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Komödie in zwei Akten Wallenhorster Theaterfüchse feiern gelungene Premiere

Von Jessica von den Benken | 08.11.2015, 12:14 Uhr

Runtergelassene Hosen, stürzende Gräfinnen, eine fast blinde Souffleuse, Zungenbrecher und knackige Situationskomik begeisterten Samstagabend gut 200 Zuschauer bei der Premiere des neuen Stücks der Wallenhorster Theaterfüchse. Unter dem Titel „Dieses mal was mit Niveau!“ spielte die Laienschauspielgruppe eine Komödie in zwei Akten von Andreas Heck und schloss damit an die Erfolge der vergangenen vier Jahre nahtlos an.

„Wir finden das Stück sehr schön und haben herzhaft gelacht“, sagten die Schwestern Imme und Helga Kesse. Auch Ursula Becker schloss sich diesem Lob an. Ihr habe auch die einmal andere Art des Theaterstückes sehr gut gefallen. Die drei Damen waren extra aus Westerkappeln und Hasbergen angereist, um die Premiere nicht zu verpassen.

Handlung auf zwei Ebenen

„Wir wollten einmal weg von den üblichen Stücken“, erklärte Schauspielerin Marina Wallmeyer. Und das ist den Theaterfüchsen nun auch gelungen. Die Handlung des Stückes spielte auf zwei Ebenen – was zu Beginn schwerer klang, als es sich im Verlauf darstellte. Den Akteuren gelang es schnell, ihre Zuschauer durch Witz und Authentizität in ihren Bann zu ziehen.

Ein Stück mit Niveau

Zum Inhalt: Ein örtlicher Schauspielverein, der seit Jahren mit großem Erfolg Bauernstücke und ländlich-seichte Boulevardkomödien für sein Stammpublikum auf die Bühne bringt, wollte im Jubiläumsjahr einmal etwas anderes auf die Beine stellen. Ein Stück mit Niveau sollte es sein, um den schauspielerischen Ansprüchen der Darsteller gereicht zu werden. Die Theatergruppe entschied sich für einen Kriminalklassiker aus der „Pater Brown“ Reihe und damit nahm das Chaos seinen Lauf.

Bankräuber, Regisseure und andere Pannen

Nachdem der flüchtige Bankräuber Klunker Kalle (Felix Hengelbrock), der ungewollt in die Rolle des über das fiktive Internetportal www.regiseure-billiger.com engagierten Spielleiters Francois Trichine schlüpfte, Unruhe in die Proben des Stückes brachte, folgte ein Brüller nach dem nächsten.

Applaus für Doppelrollen

Das Publikum lachte durchweg spontan und herzhaft, dabei bedachte es die neun Schauspieler in ihren Doppelrollen mit anerkennendem Szenenapplaus. Ob Anja Meyer zu Farwig als bäuerliche Trudel oder adelige Baroness of Eastern Chesterfield by Middlewick Yorkshiretire at Sussington Elstershire Growington Sheldonbutton, Robert Augustin als Heinz Helfrich oder Pater Brown, Peter Steinkamp als Gerhard Schreiner und Butler James oder Vanessa Grewe in ihren Rollen als Haushälterin von Pater Brown – allesamt glänzten in ihren Rollen.

Schräg und witzig

Das Stück im Stück überzeugte durch schräge Situationskomik und gute schauspielerische Leistungen. So sorgten die scheinbar ungewollten Einlagen von Souffleuse Lisa Leise – gespielt von Christiane Vogt – immer wieder für herzhaftes Lachen. Die fast blinde Dame nahm Türrahmen mit, wählte ständig falsche Wege, und verteilte ihre Verpflegung kurzerhand auf der gesamten Bühne. „Die isst ja die ganze Zeit. Was ist das witzig“, hieß es flüsternd aus dem Publikum. (Rückblick: So war das Stück der Theaterfüchse im vergangenen Jahr) 

Aber auch Marina Wallmeyer als Hilde Reinlich oder Kate, die Zofe der Baroness, und Annika Thoelen als Polizistin und verbrecherische Erbschleicherin sorgten für ordentlich Durcheinander auf der Bühne.

Wiederholenswert

„Das war ein sehr ansprechendes Theaterstück“, meinte Reinhard Barlag nach dem letzten Vorhang. Die Schauspieler seien allesamt super gewesen, das Bühnenbild absolut passend und die Geschichte in ihrer Wirkung sehr witzig. So etwas sei wirklich wiederholenswert.

Weitere Vorstellungen

Noch zwei Mal laden die Theaterfüchse zur Vorstellung in die Wallenhorster Gymnastikhalle ein. Am 21. November (19.30 Uhr) und am 22. November (16 Uhr) geht der Vorhang wieder auf. Der Einlass beginnt jeweils 60 Minuten vor Spielbeginn. Karten für die Vorstellungen sind bei Schreibwaren Vornholt in Wallenhorst, im Hollager Bücherwurm oder bei Komma in Rulle erhältlich. Sie kosten im Vorverkauf 8 Euro und an der Abendkasse 9 Euro. Inhaber der Wallenhorster Kulturcard zahlen 5 Euro.